Test gegen Argentinien Löw lobt seine Not-Elf - Neues Ziel: Sieg in Estland

Gang in die Kurve: Die DFB-Elf bedankt sich bei den Fans in Dortmund. Foto: Marius Becker/dpa/dpa

Auch der Bundestrainer ist ob der verspielten 2:0-Führung etwas enttäuscht über den verpassten Sieg gegen Argentinien. Trotzdem überwiegen für ihn die "vielen positiven Erkenntnisse" unter schwierigen Umständen.

 

Dortmund - Auch ohne das Glücksgefühl eines Prestige-Erfolges gegen Argentinien verließ Joachim Löw die Dortmunder Fußball-Arena sehr zufrieden.

"Klar ist man ein bisschen enttäuscht im ersten Moment, wenn man 2:2 gespielt hat", haderte der Bundestrainer angesichts einer 2:0-Führung und einer starken Länderspielleistung der unerfahrenen deutschen Not-Elf in der ersten Halbzeit.

Aber in der Gesamtbetrachtung überwog am Mittwochabend auch bei Löw das Erfreuliche. "Ich habe persönlich viele positive Erkenntnisse aus dem Spiel gezogen." Er machte seiner Mannschaft "ein Kompliment, mit welchem Mut, mit welchem Herz sie gespielt hat". Er lobte gerade auch die Debütanten, allen voran den Freiburger Robin Koch, der in der Abwehr stabil gewirkt habe: "Einige Spieler, die zum ersten Mal auf dem Platz standen, haben ihre Sache schon verdammt gut gemacht."

Der überfallartige Konterfußball zeigte vor der Pause die erhoffte Wirkung und mündete in den Toren des herausragenden Serge Gnabry und des jungen Kai Havertz. "Gute Kombinationen, viele Abschlüsse, schöne Tore" erfreuten Löw und die Zuschauer, von denen 45 197 ins Stadion gekommen waren. Nach der Pause steigerte sich der Gegner, dem die Inspirationen des gesperrten Lionel Messi arg fehlten. Die deutsche Defensive geriet zeitweise "ins Schwimmen", wie Löw einräumte: "Uns hat nach dem 1:2 ein bisschen der Mut verlassen."

Argentiniens Joker, der Leverkusener Lucas Alario und Lucas Ocampos, stachen mit ihren Toren. "In der Summe, wenn man die ganzen Umstände betrachtet, war es nicht schlecht", sagte DFB-Aushilfskapitän Joshua Kimmich angesichts der extrem langen deutschen Verletztenliste.

Der Blick ging in der Nacht zum Donnerstag aber auch schon nach vorne. Für das EM-Qualifikationsspiel am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in Tallinn gegen den Tabellenletzten Estland hellt sich die personelle Situation auf. Der wegen leichter Kniebeschwerden geschonte Dortmunder Angreifer Marco Reus werde dann wieder einsatzfähig sein, berichtete Löw.

Auch der angeschlagene Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan von Manchester City könnte noch fit werden. "Bei ihm ist noch ein Fragezeichen. Da will ich keinen Druck aufbauen. Muskuläre Verletzungen sind diffizil", sagte der Bundestrainer. Der Leipziger Angreifer Timo Werner soll nach einem grippalen Infekt am Freitag ins Mannschaftstraining einsteigen. "Ihm geht es besser", erklärte Löw.

Unabhängig vom Personal formulierte Juniorchef Kimmich bereits die einzige Zielsetzung, die es in Tallinn für den Tabellenführer der Gruppe C geben kann: "Da gibt es natürlich nur eins: Das Spiel müssen wir gewinnen." Um weiter Kurs zu nehmen auf die EM-Endrunde 2020.

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