Tatort Grafinger S-Bahnhof Vorbestrafter Sextäter lauert Mädchen am Bahnhof auf

Vor dem Prozess: Der Angeklagte berät sich mit seinem Anwalt Marc Herzog. Foto: jot

Tatort Grafing: Ein vorbestrafter Mann entblößt sich immer wieder vor jungen Frauen. Eine 14-Jährige entgeht nur knapp einer sexuellen Nötigung

 

Dass er viele Jahre ins Gefängnis muss, dürfte Heinz K. (38, Name geändert) klar sein. Der gelernte Kfz-Mechaniker ist wiederholt wegen Sexualstraftaten aufgefallen und auch verurteilt worden. Zuletzt war er nach der Vergewaltigung einer 17-Jährigen untergebracht worden. Der Aufenthalt in der Psychiatrie nach Paragraf 63 StGB dient dazu, die Allgemeinheit vor psychisch kranken Tätern, die eine Gefahr für darstellen, zu schützen. Bei Heinz K. konnten 2012 trotzdem vier neue Fälle dazu kommen, für die er sich seit Dienstag vor dem Landgericht verantworten muss.

Die Klinikärzte hatten seinerzeit geglaubt, dass eine Lockerung ohne Gefahr in Ordnung gehe. Also bekam der Sex-Täter Tagesurlaub. Heinz K. nutzte aber den Freigang aus, um erneut nach altem Verhaltensmuster jungen Frauen nachzustellen und sich zu entblößen. Tatort war jedes Mal die Umgebung des Grafinger S-Bahnhofes.

Die ersten beiden Fälle ereigneten sich am 13. Oktober 2012. Heinz K. lauerte am Park-and-Ride-Parkplatz auf potenzielle Opfer. Eine damals 18-Jährige, die zu ihrem Pkw ging und losfuhr erwischte es als Erste. Heinz K. hatte sich am Parkplatzausgang neben einer Holzhütte postiert und onanierte dort zum Schrecken der jungen Frau.

In einem Waldstück nötigt er eine 14-Jährige

Zwei Stunden später mussten zwei zwanzigjährige Frauen mitansehen, wie Heinz K. die Hose runterließ und onanierte.

Drei Wochen später – Heinz K. hatte wieder Tagesurlaub bekommen – fand er sich erneut am Grafinger S-Bahnhof ein. Auch hier beließ er es zunächst dabei, vor zwei Schwestern (16 und 22 Jahre alt), die im Auto an ihm vorbeifuhren, seinen Penis zu entblößen und Onanierbewegungen zu machen.

Doch damit war es dieses Mal nicht genug. Eine knappe halbe Stunde darauf folgte er einem 14-jährigen Mädchen, das sich zu Fuß auf den Heimweg vom Bahnhof gemacht hatte. In einem kleinen Waldstück fasste ihr Heinz K. dann im Vorbeigehen an den Po und versuchte, sie festzuhalten. Der Mann packte sie an den Schultern und forderte das Mädchen auf, ihn zu befriedigen.

Doch die 14-Jährige konnte sich losreißen und weglaufen. Heinz K. lief ihr nach, packte sie erneut. Das Mädchen biss ihm in die Hand. In diesem Moment hielt ein Auto hinter den beiden. Heinz K. ergriff die Flucht.

Noch liegen die Strafvorstellungen von Verteidigung (vier Jahre) und Staatsanwaltschaft (sieben Jahre) für den geständigen Angeklagten weit auseinander. Richterin Regina Holstein stellt ein Strafmaß, das sich in der Mitte bewegen wird, in Aussicht. Der Prozess wird fortgesetzt.

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