Tarifreform beschlossen Neue MVV-Preise: Das sind die Gewinner und Verlierer

Das neue Tarifsystem der MVG bringt nicht für alle Vorteile. Foto: Daniel von Loeper

Wer von der großen Tarifreform beim MVV profitiert – und wer verliert: Die AZ hat eine Stichprobe gemacht.

 

München - Nun also soll Schluss sein mit dem doch recht verwirrenden System mit Ringen und Zonen. Der MVV hat am Freitag die größte Tarifreform seit seiner Gründung festgezurrt (AZ berichtete). Nach dem kleinen Fahrplanwechsel Mitte nächstes Jahres soll es dann nur noch sieben Tarifkreise geben.

Wie bei jeder Reform, so ist es freilich auch in diesem Fall so: Es gibt Gewinner und es gibt Verlierer. Die AZ hat sich aus dem umfangreichen Änderungspaket ein paar Szenarien herausgepickt. Wer zahlt künftig weniger, wer zahlt mehr? Eine Stichprobe.

1. Der Innenstädter

Wer in der Münchner Innenstadt wohnt, ist angeschmiert. Denn künftig gibt es für den gesamten Innenraum nur noch eine einzige Monatskarte. Dieses sogenannte M-Ticket gilt zwar stadtweit. Doch wer nicht auch mal nach Lochhausen, ins Hasenbergl oder nach Johanneskirchen rausfährt, der hat davon nichts. Was bleibt, sind höhere Preise: Das Abo für die M-Zone kostet 59,90 Euro. Da war man bisher mit den 55,20 für die beiden innersten Ringe günstiger dran.

2. Der Stadtrandbewohner

Von der Einführung der M-Zone profitiert vor allem der Stadtrandbewohner. Wer in Trudering, Fürstenried oder Obermenzing wohnt und dort bisher 79,10 Euro für das Monatsticket gezahlt hat, kommt mit den 59,90 Euro für das M-Ticket nun deutlich günstiger davon.

3. Der Vorstädter

Die MVV-Reform holt einige Gemeinden und Vororte, die bislang nicht zum Innenraum gehört haben, in die neue M-Zone. In Ortschaften wie Aschheim, Oberhaching oder Putzbrunn darf man sich demnach künftig als Münchner fühlen – das macht sich auch im Geldbeutel bemerkbar.

Als Teil vom bisherigen Ring 5 hat man in den stadtnahen Vororten bisher stolze 90,40 Euro für das Monatsabo gezahlt. Ab dem 9. Juni 2019 sind’s auch dort dann nur noch vergleichsweise schmale 59,90.

4. Der Berufspendler

Um den Verzicht aufs Auto einfacher zu machen, hat der MVV versucht, Tarifgrenzen innerhalb von Orten aufzulösen. So sind in der Tarifreform nun über 70 Grenzkorrekturen enthalten. Jedoch nicht überall sind die Änderungen wirklich konsequent.
Die Stadt Germering zum Beispiel wird immer noch von einer Tarifgrenze durchzogen: Der S-Bahnhalt Harthaus gehört zur M-Zone, die Station Unterpfaffenhofen-Germering liegt schon einen Tarifkreis weiter draußen.

Viele Germeringer Berufspendler werden sich also auch in Zukunft erst einmal ins Auto hocken, bevor sie dann in Harthaus in die S-Bahn steigen. Dieses Stations-Hopping spart nämlich satte 30 Euro im Monat (59,90 Euro für die M-Zone statt 89,90 Euro für M+1).

5. Der Gelegenheitsfahrer

Die Einzelfahrkarte wird mit der MVV-Reform teurer. Als Erwachsener zahlt man dafür künftig 3,30 Euro statt bisher 2,90 Euro. Gleichzeitig bleibt aber die Streifenkarte konstant bei 14 Euro. Das macht das Streifenstempeln wieder deutlich attraktiver. Eine Einzelfahrt durch München kostet mit Streifenkarte nämlich künftig 2,80 Euro – und ist dann also sogar zehn Cent günstiger als das Einzelticket aktuell.

Der MVV rechnet vor, dass die Tarifreform in Summe mehr Leuten Geld spart als sie zusätzlich belastet. Der Innenstädter freilich wird da nur gleichgültig grummeln. (AZ-Kommentar: Neuer MVV-Tarif - Unfair und unlogisch)

 

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