München: Neuer Tarif beim MVV - Alle Neuheiten im Überblick

Nach monatelangem Ringen einigen sich die Gesellschafter auf einen Preis fürs München-Ticket. Was jetzt noch neu wird.
| Florian Zick
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Weniger Ringe, mehr Übersicht über die Preise - das verspricht die MVV mit der Tarifreform.
dpa/MVV/AZ Weniger Ringe, mehr Übersicht über die Preise - das verspricht die MVV mit der Tarifreform.

München - Nun steht's also fest: Das stadtweit gültige München-Ticket, das viel beschworene Kernstück der großen MVV-Tarifreform, wird monatlich 59,90 Euro kosten. Darauf haben sich nach monatelangen Verhandlungen am Freitag die MVV-Gesellschafter geeinigt. Die Reform wird nächstes Jahr zum 9. Juni in Kraft treten. Statt der vier Ringe wird es im Innenraum dann nur noch eine einzige Tarifzone geben, die sogenannte M-Zone.

Wie viel das Monatsabo dort kosten soll, war im Vorfeld politisch höchst umstritten. Die Bahn hatte zunächst 64,50 Euro gefordert. Das hätte all diejenigen entlastet, die bislang alle vier Ringe nutzen. Die zahlen aktuell nämlich 79,10 Euro. Die Innenstadt-Bewohner, die sich nur in den beiden innersten Kreisen bewegen, hätten bei diesem Preis aber massiv draufgezahlt. Im Vergleich zu den jetzt üblichen 55,20 Euro wäre im Monat dann nämlich fast ein Zehner mehr fällig geworden.

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Die neue M-Zone. (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) Foto: MVV

Wer in der Innenstadt wohnt, zahlt künftig 8,5 Prozent mehr

Im Münchner Rathaus wollte man diesen dramatischen Preissprung nicht mitmachen. Die Verhandlungsführer der Stadt haben deshalb stets versucht, den Preis zu drücken. Das Ergebnis sind nun ebenjene 59,90 Euro.

Wer in der Innenstadt wohnt, zahlt damit künftig immer noch gut 8,5 Prozent mehr – da wird es auch kein Trost sein, dass man mit dem neuen Ticket durch die ganze Stadt gondeln kann. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zeigte sich mit dem jetzigen Kompromiss dennoch zufrieden. Die Reform komme allen Fahrgästen zugute, sagte Reiter. "Das Tarifsystem wird einfacher, klarer und bietet den Kunden mehr fürs Geld", so der OB.

MVV-Tarifreform: Die weiteren Änderungen

Dass sich die Bahn letztlich auf die 59,90 Euro eingelassen hat, hängt auch mit der Zusage der Stadt zusammen, für ein erwartetes Millionen-Defizit aufzukommen. "Die Reform wird nicht kostenlos zu haben sein", schätzt deshalb auch Simone Burger, die für die SPD die Preisverhandlungen begleitet hat.

Neben der M-Zone bringt die Tarifreform noch einige weitere Änderungen mit sich. Das Seniorenticket gibt's künftig erst ab 65 Jahren, kostet dann 49 Euro (bisher 48,10 Euro), wird dafür aber uneingeschränkt auch schon vor 9 Uhr gelten. Und richtig profitieren von der Reform werden die Studenten. Der Ausbildungstarif II wird von Mitte 2019 an nämlich nicht mehr 59,30 Euro im Monat kosten, sondern nur noch 44,90 Euro. Die Streifenkarte bleibt im Preis zudem stabil. Kosten vor wie nach der Reform: 14 Euro.

AZ-Kommentar zum Thema: Neuer MVV-Tarif - Unfair und unlogisch

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