Taffertshofer im AZ-Interview Osnabrücker Ex-Löwe: "Diesmal schlagen wir Sechzig"

, aktualisiert am 01.02.2019 - 07:19 Uhr
Das Hinspiel zwischen dem TSV 1860 und dem VfL Osnabrück endete mit 2:2. Hier kämpft Osnabrücks Taffertshofer (r.) mit Sascha Mölders um den Ball. Foto: imago/pmk

Osnabrücks Ex-Löwe Ulrich Taffertshofer über das Wiedersehen, Aufstiegschancen des Tabellenführers und die Lage an der Grünwalder Straße: "Bei Sechzig wird viel geträumt und es herrscht selten Ruhe."

 

München - Ulrich Taffertshofer im AZ-Interview. Der 26-Jährige stammt aus Penzberg und spielte von 2008 bis 2012 beim TSV 1860. Nach Stationen in Burghausen und Unterhaching steht er seit dieser Saison in Osnabrück unter Vertrag.

AZ: Herr Taffertshofer, Sie haben kürzlich gegen ein paar Löwen gespielt. Ging was?
ULRICH TAFFERTSHOFER: Ich habe leider nix gerissen (lacht). Das war bei einem Charity-Schafkopfturnier, ich war mit Markus Ziereis und Daniel Baier (mittlerweile beim FC Augsburg, d.Red.) an einem Tisch, es waren auch einige andere Spieler und Ex-Löwen dabei. Aber es war eine Gaudi und für einen guten Zweck, da geht man gerne hin.

Das nächste Duell mit den Sechzgern steht am Samstag auf dem Rasen an: Sie kommen mit Tabellenführer VfL Osnabrück auf Giesings Höhen (14 Uhr). Wird diesmal mehr zu holen sein als beim 2:2 im Hinspiel?
Ich glaube: Diesmal schlagen wir Sechzig. Das wird zwar ein harter Fight, aber wir sind mit dem 1:0 gegen Meppen gut aus der Winterpause gekommen. Wir werden durch die frühe Anreise am Donnerstag ausgeruht sein, um alles rauszuhauen.

Taffertshofer: Rückkehr ins Grünwalder

Sie haben das Fußballspielen bekanntlich auf Giesings Höhen gelernt. Wie groß ist die Vorfreude auf die Rückkehr ins Grünwalder Stadion?
Ich freue mich richtig! Das ist einfach Kult. Ich war mal im Amateur-Derby gegen die Bayern vor ausverkauftem Haus dabei, zumindest auf der Bank. Jetzt gehen mit 15.000 Zuschauern ja noch mehr rein. Die Stimmung ist überragend. Und ich kenne noch viele Löwen. Ein paar aus meiner Familie werden auch zuschauen. Das wird was Besonderes.

Wie Ihr Bruder Emanuel Taffertshofer, ebenfalls bei 1860 ausgebildet, sind Sie den Löwen sichtlich verbunden. Haben Sie mit Daniel Bierofka schon darüber gesprochen, wieder einmal das Löwen-Trikot zu tragen?
Ich sage mal so: Man darf eine Rückkehr zu 1860 nicht ausschließen. Mein letztes Gespräch mit Biero ist schon länger her, das war beim Hinspiel. Aber da ging es nicht um einen Wechsel. Mein Bruder (spielt beim SV Sandhausen, d. Red.) hatte auch mehr mit ihm zu tun und noch unter ihm gespielt. Momentan haben wir aber beide etwas anderes vor.

Sprechen wir über die Ziele von 1860 und dem VfL. Bei Sechzig haben viele Fans nach dem Aufstieg aus der Regionalliga schon vom Durchmarsch geträumt, vor der Winterpause wäre man fast in den Tabellenkeller gerutscht. Wie stark sind die Löwen, wo landen sie zum Schluss?
Bei Sechzig wird viel geträumt und es herrscht selten Ruhe, das ist ja bekannt. Ich denke, der Abgang von Adriano Grimaldi hat ihnen sportlich wehgetan, aber ein Sascha Mölders ist auch kein ganz Schlechter und mit Karges und Stefan Lex haben sie viel Speed auf den Außen. Ich werde es im Mittelfeld mit Efkan Bekiroglu, Quirin Moll und Daniel Wein zu tun bekommen, alles gute Spieler. Ich glaube, Sechzig wird genug Punkte holen für einen einstelligen Tabellenplatz – aber nicht am Samstag.

VfL Osnabrück: "Bei uns hebt keiner ab"

Sie selbst haben als Spitzenreiter fünf Punkte Vorsprung. Sind Sie schon so weit zu sagen: Wir ziehen das Ding jetzt durch?
Es lässt sich jedenfalls ganz gut aushalten an der Tabellenspitze (lacht). Wir wissen alle, dass die Saison noch lang ist. Aber wir sind klar in der Birne, bei uns hebt keiner ab. Wenn ich behaupten würde, wir würden nicht gerne aufsteigen, würden Sie mich vermutlich nicht ernst nehmen. Von daher: Natürlich wollen wir das, wie wohl jede Mannschaft in der Dritten Liga aufsteigen will oder muss. Jetzt liegt es an uns, es bis zum Schluss durchzuziehen.

Wie schätzen Sie die Konkurrenz ein? Der KFC Uerdingen etwa hat nochmal aufgerüstet, auch mit Ex-Löwe Grimaldi.
Schon verrückt, was in Uerdingen passiert. Nach dem Rauswurf des Trainers (Stefan Krämer, d. Red.) herrscht ein bisschen Chaos. Von den Namen her eine Top-Truppe, aber vom Teamgefüge her sind sie sicher nicht am stärksten. Der KSC spielt sehr konstant und wird bis zum Schluss oben dran sein, ich schreibe auch meinen Ex-Klub Haching noch nicht ab. Egal ob jetzt bei Sechzig oder woanders: Wir müssen einfach unsere Spiele gewinnen. Am letzten Spieltag spielen wir gegen Haching – im Optimalfall können wir dann beide eine Aufstiegsparty schmeißen.

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