Neue Details zur Schießerei Maxvorstadt: Täter und Opfer trafen sich zufällig

, aktualisiert am 20.04.2016 - 12:23 Uhr
Die federführenden Ermittler gegebn weitere Infos zur Schießerei bekannt. Foto: rah

Am Dienstagabend ist ein Streit um das Sorgerecht zwischen zwei Männern und einer Frau in der Zentnerstraße in der Maxvorstadt völlig aus dem Ruder gelaufen. Das SEK konnte den Täter erst nach Stunden überwältigen.

 

München - Ein eskalierter Sorgerechtsstreit hat den Großeinsatz der Polizei am Dienstagabend in München ausgelöst. Darauf deuteten die erstes Ermittlungsergebnisse hin, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Noch in der Nacht zum Mittwoch waren Kriminalpolizisten vor Ort und sicherten Spuren.

 

Am Dienstagabend war im beliebten Wohnviertel Maxvorstadt ein Streit zwischen zwei Männern und einer Frau eskaliert. Nach derzeitigem Ermittlungsstand trafen offenbar zufällig ein 40-jähriger Iraker, seine 24-jährige getrennt lebende syrische Ehefrau, sowie deren neuer Lebensgefährte, ein 24-jähriger Syrer aufeinander. Sie hatten getrennt voneinander einen vereinbarten Termin bei einer Gutachterin, bei dem es um das Sorgerecht der gemeinsamen Kinder des Irakers und der Syrerin gegen sollte.

Illegaler Revolver aus Tschechien

Als der 40-Jährige den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau entdeckte, kam es zum Streit. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung schoss der 40-jährige Tatverdächtige daraufhin mit einem mitgeführten Revolver, den er
illegal im Besitz hatte, auf den 24-jährigen Geschädigten. Den Revolver soll sich der 40-Jährige in Tschechien besorgt haben.

Gleichzeitig beziehungsweise kurz davor trafen erste Polizeikräfte am Tatort ein. Es kam zur Unterbindung der weiteren Tatausführung und zur Schussabgabe durch die Polizei auf den Tatverdächtigen, der hierbei am rechten Oberschenkel verletzt wurde.Der 24-Jährige kam mit mehreren Schussverletzungen in ein Krankenhaus.

Der mutmaßliche Täter drohte dann drei Stunden lang mit einer Schusswaffe in der Hand auf dem Gehsteig mit Suizid, bis er letztlich überwältigt wurde.

"Das war ein richtiger Zugriff, weil er nicht zugänglich war für Argumente", berichtete ein Polizeisprecher. "Da hat man sich andere Maßnahmen überlegt." Die Lösung: Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) griffen ein und lösten die zugespitzte Situation unblutig auf.

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Der mutmaßliche Täter im Alter von 40 Jahren hatte jedoch bereits zuvor einen nicht lebensgefährlichen Streifschuss erlitten. Von wem dieser abgefeuert worden war, blieb zunächst unklar. "Auch die Polizei hat geschossen", bestätigte deren Sprecher.

Eine ebenfalls in die Situation verwickelte 24-Jährige war äußerlich unverletzt in Sicherheit gebracht worden.

Die Polizei bittet die Münchner, die etwas über den Tathergang wissen, ihre Hinweise nicht über Twitter abzugeben, sondern sich direkt an eine Polizeidienststellen zu weden.

 

Hier fand der Großeinsatz der Polizei am Dienstagabend statt:

 

 

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