Stürmer-Frage beim FC Bayern Lothar Matthäus in der AZ: "Haaland kann Lewys Nachfolger werden"

Die derzeit erfolgreichsten Stürmer der Champions League: Dortmunds Erling Haaland (l.) und Bayerns Goalgetter Robert Lewandowski (m.). Beide haben je zehnmal in der Königsklasse getroffen. Foto: Rauchensteiner/GES/Augenklick, dpa, AZ-Montage

Sky-Experte Lothar Matthäus spricht in der AZ über Dortmunds Wunderstürmer Erling Haaland und seinen Wunsch fürs Saisonfinale: "Wenn Gladbach Meister würde – und der FC Bayern die Champions League gewinnt."

 

München - Es sind nur noch 15 Minuten bis zur ersten Live-Schalte, als Lothar Matthäus (58) im Sky-Gebäude in Unterföhring eintrifft. Doch von Hektik ist nichts zu spüren beim Rekordnationalspieler, der vor zweieinhalb Stunden die Haustür in seinem Wohnort Budapest geschlossen hat und nun erstmal entspannt mit Ex-Nationaltorhüter René Adler und Trainer Manuel Baum plaudert.

Keine Vorbereitung auf die beiden Champions-League-Spiele, die gleich anstehen? "Alles Allgemeinwissen", sagt Matthäus und grinst, die tägliche Zeitungslektüre genügt ihm, der Austausch mit vielen Bekannten in der Fußballszene. Na gut, gibt Matthäus zu, über Außenseiter Atalanta Bergamo, der gegen Valencia spielt, habe er sich schon ein bisschen informiert. Aber Leipzig, Tottenham, die Verletzungssorgen beider Teams – solche Themen hat Matthäus im Kopf.

Er marschiert Richtung Studio, oberkörperfrei. Weil die Zeit allmählich drängt, knöpft er sich das weiße Hemd auf dem Weg dorthin zu. Dann beginnt die Show, Matthäus gibt eine erste Einschätzung zu den Partien am Abend ab. Die Allzweckwaffe von Sky ist pünktlich in Königsklassen-Form.

Matthäus hat vier Meisterkandidaten

Nicht nur an Champions-League-Spieltagen wie an diesem Mittwoch ist Matthäus für den Sender im Einsatz, es gibt schon länger eine Kolumne von ihm, inzwischen auch einen Podcast. Zudem fungiert der frühere Bayern-Kapitän als Experte beim Topspiel am Samstagabend. Diesmal trifft Schalke 04 auf RB Leipzig, einen Klub, den Matthäus sehr schätzt. "Das System RB Leipzig ist sensationell gut, auch das Scouting", sagt Matthäus im Gespräch mit der AZ.

Er sieht die Sachsen als einen von vier Meisterkandidaten in dieser Saison. Vier? Ja, genau. Denn neben RB, dem FC Bayern und Borussia Dortmund schätzt Matthäus auch seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach stark ein: "Die Mannschaft hat sich oben herangeschlichen und nicht den Nachteil, international gefordert zu sein. Gladbach kann sich auf die Bundesliga konzentrieren, das macht das Team gefährlich. Keiner hat Gladbach auf dem Zettel."

Und dann formuliert Matthäus einen Wunsch, der allen Fans der Fohlen gefallen dürfte. "Gladbach ist für mich noch immer eine Herzensangelegenheit. Ich war früher selbst Fan und Spieler, habe gute Kontakte zum Klub", sagt er: "Wenn am Ende Gladbach Meister würde und der FC Bayern die Champions League gewinnt, könnten wohl beide Seiten gut damit leben."

Haaland für Bayern in ein paar Jahren interessant

Apropos Bayern. Auf seinen anderen Ex-Verein hat Matthäus einen gewohnt präzisen Blick. So hält er es für sinnvoll, dass sich Bayern beim Werben um Dortmunds Wunderstürmer Erling Haaland (19) zurückhielt. "Bayern spielt ein System mit einem Mittelstürmer, und der heißt Robert Lewandowski. Haaland hätte sich dahinter anstellen müssen", sagt Matthäus: "In Dortmund hat dieser Spielertyp hingegen seit längerer Zeit gefehlt. Deshalb ist der BVB genau der richtige Karriereschritt für ihn."

Allerdings könnte das Thema Haaland/Bayern noch heiß werden, meint Matthäus: "In ein paar Jahren kann ich mir Haaland bei Bayern gut als Lewandowski-Nachfolger vorstellen. Aber England ist sicher auch interessant für ihn. Sein Vater Alf-Inge hat lange in der Premier League gespielt. Und wirtschaftlich sind die englischen Klubs natürlich sehr stark."

Matthäus: Nübel hätte bei Schalke bleiben sollen

Was Matthäus besonders imponiert: Haaland verfolge "einen klugen Karriereplan", wie der Experte gegenüber der AZ sagt: "Bei Alexander Nübel zum Beispiel sehe ich das anders. Ich glaube nicht, dass Bayern ihm Einsätze garantiert hat, ohne mit Manuel Neuer zu sprechen. Und wie ich Neuer kenne, wird er keine Spiele abgeben. Deswegen könnte der Wechsel für Nübels Karriere schädlich sein."

Klare Worte über den Schalke-Keeper, der ab Sommer für Bayern spielt. Matthäus weiter: "An Nübels Stelle hätte ich bei Schalke verlängert mit der vertraglichen Option, jeden Sommer für eine fixe Summe wechseln zu können. Schalke hätte da mitgespielt."

Lesen Sie hier: Matthäus - Upamecano wäre ein Riesenspieler für Bayern

 

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