Stürmer des TSV 1860 Adriano Grimaldi bemängelt: "Daniel Bierofka ist halt nicht oft da"

, aktualisiert am 30.10.2018 - 18:52 Uhr
Gesprächsbedarf: Adriano Grimaldi (li.) und Trainer Daniel Bierofka vom TSV 1860. Foto: imago/Sven Simon

Adriano Grimaldi fällt es vor dem Spiel bei Ex-Klub Preußen Münster schwer, die Zusammenarbeit mit Daniel Bierofka zu bewerten, weil der Löwen-Trainer kaum in Giesing sei. Ferner vermeidet der Stürmer des TSV 1860 mit Blick auf die kommende Saison ein Treuebekenntnis zu Sechzig und spricht über seinen Traum Bundesliga.

 

München - Es ist ein Thema, das den TSV 1860 beschäftigt: die Doppelbelastung von Daniel Bierofka. Der Löwen-Trainer macht den Fußballlehrer-Lehrgang neben seinem Job als Chefcoach von Sechzig. Und ist oft von Sonntagabend bis Mittwochabend in Hennef bei Köln.

Grimaldi würde sich Bierofka in Giesing wünschen

Es ist ein Thema, das offenbar auch die Mannschaft der Giesinger beschäftigt. Vor dem Spiel der Löwen bei seinem Ex-Klub Preußen Münster (Samstag, 14 Uhr, im AZ-Liveticker) wurde Adriano Grimaldi danach gefragt, wie er die Arbeit von Bierofka in der aktuellen Situation nach nur einem Sieg aus sieben Spielen beurteile.

"Es ist schwer zu beurteilen, weil er erstmal nicht da ist. Biero ist halt nicht oft da. Das hatte ich noch nie so, dass ich den Trainer ab Donnerstag erst sehe und dann wird zusammengearbeitet und ab Samstag oder Sonntag ist er wieder weg", meinte der 27-jährige Stürmer auf AZ-Nachfrage.

Grimaldi lobte die Zusammenarbeit dennoch: "Wenn er dann da ist, ist er sehr genau und akribisch, geht mit uns viele taktische Themen durch. Er geht auf Perfektion, darauf, dass wir auf kleine Details achten. Bisher ist es positiv."

Sechzig stagniert im Mittelfeld

Markant: Vor dem Duell mit dem Ex-Klub belegt Münster in der Dritten Liga den zweiten Platz. Sechzig dagegen stagniert im Mittelfeld, ist aktuell Zehnter. (Lesen Sie auch: Vergebene Großchancen - das Manko der Löwen)

Er bereue den Wechsel aber nicht, erklärte der Angreifer. "Ich bin gekommen, weil ich für einen großen Verein spielen wollte. Mir war klar, dass als Aufsteiger das Ziel der Klassenerhalt sein würde", sagte er – und erzählte dennoch von seinem Traum, 2. Liga oder sogar Bundesliga zu spielen.

Im Video: Grimaldi über Mölders und die Westkurve im Grünwalder

Warum er sich früher nicht in der 2. Liga durchsetzen konnte, wurde er weiter gefragt. Einst spielte Grimaldi für den 1. FC Heidenheim und Fortuna Düsseldorf im Bundesliga-Unterhaus.

Grimaldi offen und ehrlich

"Wenn ich das wüsste, wäre ich nicht hier. Ich war in der 2. Liga, da hat dann aber was gefehlt, was ich heute wahrscheinlich habe. Bei mir kam das wahrscheinlich erst nach einiger Zeit und mit mehr Erfahrung im Fußball. Ich konnte mich früher vom Kopf her nicht durchsetzen. Das hat mich aber stärker gemacht – und jetzt bin ich hier", meinte er: "Klar wünsche ich mir, nochmal höher zu spielen. Mein Ziel ist es, ganz weit oben zu spielen. Das kann ich offen sagen. Ansonsten würde ich nicht jeden Tag aufstehen und ins Training gehen. Auch, wenn es nicht das primäre Ziel ist, sofort in die erste Liga zu kommen."

Ein Treuebekenntnis zu den Löwen vermied der Topscorer (vier Tore, sechs Assists) indes. "Ich bin hierher gekommen, um was zu entwickeln. Ich habe gemerkt, dass ich hier was entwickeln kann. Ich bin auf jeden Fall sehr stolz, hier zu spielen. Ich habe einen längerfristigen Vertrag", meinte Grimaldi und schilderte, bewusst längerfristig unterschrieben zu haben.

Grimaldi lässt Zukunft offen

Aber: Der "Sturm-Ochse", so ein Spitzname, erzählte, wie er schon in Heidenheim einen Dreijahresvertrag gehabt habe, "der wurde aber nach eineinhalb Jahren aufgelöst. Da kann man sich nie sicher sein. Man kann es so festlegen, aber wie es kommt, liegt nur teilweise in meiner Hand, aber auch in anderen Händen. Was in den nächsten Jahren passiert, kann ich nicht sagen". Die Löwen-Anhänger hoffen freilich, dass ihr neuer Fanliebling noch länger bleibt.

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