Studie 500 Schulen stehen vor dem Aus

Vor allem ländliche Regionen sind betroffen: Bayern gehen die Mittelschüler aus. Foto: dpa

 Eine Studie warnt: De Hälfte aller Mittelschulen droht bis 2030 die Schließung

 

MÜNCHEN Rund 1000 Mittelschulen gibt es derzeit in Bayern. In 19 Jahren werden es nur noch 500 sein. Das geht aus einer Studie vor, die der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV) gestern veröffentlichte. Betroffen seien vor allem Schulen in ländlichen Regionen. Am schlimmsten trifft es demnach die Bezirke Unterfranken, Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern.

Bereits 2015 wird es laut Studie bereits 250 Mittelschulen geben, die keine siebten und achten Klassen mehr bilden können. „In der Studie wird schnell klar, dass die Schullandschaft erheblich ausdünnen wird,“ so der Präsident des Lehrerverbands, Klaus Wenzel. Die Schulschließungen seien vor allem auf den demografischen Wandel und den zunehmenden Wechsel der Schüler auf Realschulen und Gymnasien zurückzuführen. Der Lehrerverband und die SPD kritisierten die Einführung der Mittelschule als wirkungslose Maßnahme gegen das Schulsterben.

„Durch die Umetikettierung von Haupt- in Mittelschulen wurde kein einziger zusätzlicher Schüler gewonnen“, sagte Wenzel. Er forderte das Kultusministerium auf, gemeinschaftliche Schulmodelle zuzulassen, die aus ideologischen Gründen noch verboten seien. Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Martin Güll bezeichnete die Mittelschule als gescheitert. Er forderte erneut die Einführung der Gemeinschaftsschule.

 

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