Strafe fürs Abstellen Radl-Knöllchen: Rathaus will jetzt locker werden

Um dieses Fahrrad ist ein Streit entbrannt. Foto: privat

160-Euro-Drohung wegen Abstellen an Laterne: Alle großen Parteien wollen Konsequenzen ziehen.

 

München - Ein besonders hohes Rad mit einem kleinen Schild kann 160 Euro pro Woche kosten – wenn es an einer Straßenlaterne parkt und dort vom KVR erwischt wird. Wie hoch ein Auto mit Werbeaufschrift ist, ist hingegen egal. Es darf ohne Sondergebühren in München parken.

Darüber hat die AZ am Mittwoch berichtet – nachdem der Münchner Brauer und Wirt Tilman Ludwig vom KVR diese Gebühr angedroht worden war.

Im Rathaus regt sich Kritik

Im Rathaus erfuhren am Mittwoch viele erst durch den AZ-Bericht von der Regel – und im Stadtrat zeichnet sich schon eine Mehrheit ab, die diese Gebühren abschaffen möchte. Sogar die CSU, traditionell nicht bekannt für die Forderung nach einem lockeren KVR, zeigt keinerlei Verständnis für das Vorgehen des Hauses von Referent Thomas Böhle (SPD).

"Diese restriktive Haltung entspricht nicht dem Münchner Lebensgefühl von leben und leben lassen", sagte CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl der AZ. "Wenn ein Radl erkennbar kein Schrottrad ist, sollte das toleriert werden." Er hoffe, sagte Pretzl, dass sich auch die Rathaus-Mehrheit, die sich "immer so radlfreundlich" gebe, seiner Meinung anschließe.

SPD: "Großzügigkeit walten lassen"

Danach sieht es tatsächlich aus. Der zuständige SPD-Stadtrat Christian Vorländer sagte am Mittwoch: "Generell plädiere ich besonders in diesen Zeiten für eine Großzügigkeit gegenüber Gastronomen und Unternehmern." Vorländer kündigte ein schnelles Vorgehen an: "Wir werden uns das gleich nach den Pfingstferien anschauen und wenn Vorschriften geändert werden müssen, werden wir das machen." Er sei unbedingt dafür, "da Großzügigkeit walten zu lassen".

Auch die Grünen senden entsprechende Signale. "Wenn wir die Möglichkeit haben, sollten wir das ändern", sagte Neu-Grünen-Stadtrat Christian Smolka. "Wir sollten die Leute nicht gängeln und wenn das bei einem normalen Fahrrad kein Problem ist, warum sollte es dann da eins sein?"

Die Frage beantwortet die Politik offenbar anders als ihre Verwaltung – und könnte der nun neue Vorgaben machen.

 

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