Stephan Zinner im AZ-Interview Nockherberg-Singspiel? "Wehe, du sagst was!"

Lernt gerade Text für seine Söder-Rolle: Stephan Zinner. Foto: Kremmer

Kabarettist, Schauspieler und Musiker Stephan Zinner moderiert die Geburtstagsgala der AZ. Nervosität? Vielleicht

Seine Auftritte sind regelmäßig ausverkauft – und auch im Kino ("Winterkartoffelknödel", "Schweinskopf al dente", "Grießnockerlaffäre"), im Fernsehen (u.a. "Die Rosenheim-Cops") und natürlich als Markus Söder auf dem Nockherberg macht Stephan Zinner stets mehr als nur eine gute Figur. Wer könnte die Geburtstagsgala der Abendzeitung am 8. Februar im Deutschen Theater also besser moderieren als er?

AZ: Herr Zinner, auf Ihrer Internetseite schreiben Sie, dass Ihr Motto für 2018 "Rock on" lautet. Was genau darf man sich darunter vorstellen?
STEPHAN ZINNER: Dass man nicht zu fad wird und es sich nicht zu bequem macht. Kurz: Frisch bleim! Bei mir heißt das für 2018 ein paar neue Projekte angehen und mit Dampf anschieben. Das ist mein persönliches "Rock on".

Was dürfen wir 2018 von Kabarettist und Musiker Stephan Zinner erwarten?
Zunächst mal steht am 28. Februar der Nockherberg an. Dann ist ein Theaterprojekt geplant, das aber auch mit einem wahnsinnigen Vorlauf verbunden ist. Im Herbst mache ich mit dem Kollegen Stefan Leonhardsberger ein Lesungsprogramm zum Beispiel. Er konzentriert sich dabei auf die Wiener Kaffeehaus-Literatur und ich mache eher so die Wirtshaus-Literatur aus den 20er-, 30er- und 40er-Jahren – das ganze mit Musik. Da sind wir gerade dabei, das zu organisieren. Premiere ist dann im Herbst im Silbersaal im Deutschen Theater.

Stichwort Deutsches Theater. Dort werden Sie am 8. Februar als Moderator durch den Abend der AZ-Geburtstagsgala führen. Ist Moderation für den Musiker, Schauspieler und Kabarettisten Stephan Zinner komplettes Neuland?
Ich hab das schon zwei, drei Mal gemacht, aber alles unter 20 Mal ist immer Neuland, wie ich finde. Zumindest frisches Land. Das macht das Ganze aber auch sehr spannend und ich fühle mich auch ein bissl gebauchpinselt, dass ich das machen darf. Vor allem weil da auch Leute und Künstler anwesend sind, die ich wirklich mag und sehr schätze. Aber: Des werd i scho putzen.

Wird die Nervosität größer sein, als bei einem normalen Kabarettabend?
Wenn sie mich jetzt so direkt fragen, würde ich Ja sagen. Generell kann ich das aber nicht sagen. Ich war auch schon furchtbar nervös vor einem Kabarettauftritt mit 40 Leuten im Publikum, wo ich mir dachte: Ja, was ist denn jetzt los? Gleichzeitig war ich aber auch bei einer Nockherberg-Livesendung super ruhig, dass ich mir dachte, das ist jetzt schon fast zu ruhig. Was genau die Nervosität bei mir regelt, welches Rädchen oder Schalter dafür verantwortlich ist, diesen Punkt hab ich noch nicht herausgefunden.

In Ihrer Vita steht, dass sie als junger Mann im Berufs-Informations-Zentrum (BIZ) eine göttliche Eingebung hatten und dann wussten: Ich gehe an die Schauspielschule. Wie sieht denn eine göttliche Eingebung in einem BIZ aus?
(lacht) Ein konkretes Bild hab ich leider nicht mehr vor Augen. Es war halt so: Ich kam frisch von der FOS mit einem Abschluss von 3,4, der einem leider nicht alles erlaubt, zu studieren. Ich saß recht planlos in diesem BIZ und der Mitarbeiter wusste auch nicht so recht, was er mit mir machen soll. Weil ich früher schon Theater gespielt habe, habe ich gefragt, ob er mir alle Schauspielschulen in Bayern ausdrucken kann. Daraufhin hab ich mich an der Schauspielschule in München beworben und es nahm alles seinen Lauf.

Schauspielerisch sind Sie demnächst wieder in der Figur des Markus Söder im Singspiel am Nockherberg tätig. Verändert sich die Herangehensweise an die Rolle, jetzt wo Söder designierter Ministerpräsident ist?
Nein. Für mich bleibt die Herangehensweise genau gleich. Freilich, der Status der Figur ändert sich jetzt, die Szenen werden mehr. Ich persönlich hänge aber eher an dem, was mir die Autoren ins Drehbuch schreiben.

"Ich bin ein klassischer Durchschnitts- entspanner"

Übrigens bin ich gerade dabei, den Text zu lernen. Darum freue ich mich über diesen Interviewtermin, dass ich mal eine Abwechslung habe.

Dürfen Sie denn schon was verraten über die Rolle des "neuen" Markus Söder?
Nein! Sonst reißen sie mir den Kopf ab. Stefan Betz (der Singspiel-Autor) hat mir mit auf den Weg gegeben: "Wehe, du sagst was!" Der Stefan ist ein Spezl von mir und ich möchte auch in Zukunft mit ihm Kaffee, Bier und Wein trinken gehen, deswegen sag ich jetzt lieber gar nix.

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Ihre persönliche Einschätzung zu Söder als künftigen Ministerpräsidenten?
Hm...mei. Ich weiß es nicht. Dem Land würde man’s ja wünschen. Wie so oft, ist halt vorab immer viel Proporz. Wenn es dann an die Umsetzung geht, hapert’s. Ich bin gespannt, ob oder wie so eine Position einen Menschen noch mal verändert. Mir geht’s da wie dem Bürger: Man hofft aufs Beste.

Was macht ein künstlerisches Multitalent wie Sie, wenn es mal abschalten will?
Ich esse gern. Das ist für mich ein großer Entspannungsfaktor. Diese Methode ist leider nicht hilfreich für die Gürtelgröße. Ich schaue aber auch einfach eine Netflix-Serie oder gehe mit meiner Frau zum Essen. Ich spiele Kniffel oder Rommé mit meinen Kindern. Bei mir gibt’s keine verrückten Sachen wie Bungee-Springen oder Fliegenfischen. Ich bin ein klassischer Durchschnittsentspanner.


Infos und Tourdaten: www.zinner-music.de

Karten für die AZ-Gala gibt’s unter: shop.az-muenchen.de

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