Stand-Up-Comedian Simon Pearce: Alle Infos zu seinem Programm, Karriere und Familie

 Foto: imago/Horst Galuschka

Stand-Up-Comedian, Schauspieler und Synchronsprecher - Simon Pearce tanzt auf vielen Hochzeiten. Hier erfahren Sie alles rund um sein Leben und seine Karriere.

 

München - Der Künstler Simon Pearce wirbelt schon seit einigen Jahren über die Bühnen und Bildschirme in Deutschland. Die AZ gibt einen Überblick über die wichtigsten Eckpunkte seiner Karriere als Schauspieler und Comedian, sein Leben in München und verrät für wen sein Herz wirklich schlägt.

Simon Pearce - Schauspieler von Anfang an

Bei Simon Pearce lohnt es sich die abgedroschene Metapher vom in die Wiege gelegten Talent zu bedienen. Mit der Schauspielerin Christiane Blumhoff als Mutter und dem Leiter des Münchner Marionettentheaters, Franz Leonhard Schadt, als Großvater, war sein Weg zwar nicht klar vorgezeichnet aber Inspiration augenscheinlich vorhanden. Schon als Jugendlicher versuchte sich Pearce als Schauspieler auf der Bühne im Theater links der Isar. Aufgewachsen ist der 1981 geborene Künstler im oberbayerischen Puchheim im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Nach dem Abitur hat Pearce trotz der Veranlagung einen kurzen Ausflug in die Lehrerwelt unternommen: Er studierte Englisch, Sport und Geschichte. Erst zehn Jahre später nahm Pearce den Faden wieder auf und hängte eine Schauspielausbildung an einer Münchner Schauspiel-Schule dran. 

Zu seiner Filmografie zählen Rollen in Produktionen wie dem Chiemgauer Volkstheater, dem Komödienstadl, Sturm der Liebe oder Hubert und Staller. Seine Stimme dürfte auch der jüngeren Generation schon bekannt sein: Als Synchronsprecher sprach er Blaise Zabini in drei Teilen der Harry-Potter-Filme. In dem Teenie-Film "Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht" den ägyptischen Vampir Benjamin. 

Simon Pearce Karriere als Comedian

Seit 2012 steht das Multitalent immer öfter auch als Comedian auf der Bühne. In einem Interview aus dem Jahr 2014 erklärte Pearce, wie es dazu kam: "Ich wurde da irgendwie reingespült: Ein guter Freund von mir hat in München eine Comedy-Veranstaltung organisiert und mich gefragt, ob ich dort als Moderator auftreten möchte. Zufällig war ein Produzent im Publikum."

Mit seinem eigenen Solo-Programm "Allein unter Schwarzen" startete Pearce 2014 durch: Dafür hat der Künstler in seinen Erinnerungen gewühlt und berichtet von seinen teils komischen und teils bedrückenden Erfahrungen als Schwarzer in einem bayerischen Dorf. Einige Erlebnisse sind teilweise überspitzt, andere wahre Geschichten.

Simon Pearce Programm

Zwar wurde Simon Pearce mit "Allein unter Schwarzen" bekannt, doch er selbst wollte nie den Stempel "boarischer Neger" aufgedrückt bekommen, wie er selbst sagt. Sein aktuelles Programm unterscheidet sich deshalb ein wenig von dem ersten. 2017 legte der selbsternannte Stand-Up-Comedian mit dem Programm "Pearce on Earth" nach. 

Auch wenn es weiterhin um Themen wie Rassismus und seine Hautfarbe geht, sind es mehr die persönlichen - und teilweise sehr absurden - Anekdoten, die Pearce' neues Programm auszeichnen. "Ethno-Comedy ist derzeit total gefragt und in dem Bereich kann ich mit meinen Eigenheiten ganz bewusst kokettieren", sagte er in einem Interview.

Sein Humor ist aber auch ein Schutzmantel: Er bügelt das Thema Rassismus mit Humor ab, nutzt die flotten Sprüche als Überdruckventil. "Ich lache mir den Ärger weg", sagt Pearce.

Simon Pearce privat

Die Gemeinde Puchheim hat Simon Pearce schon vor einer Weile hinter sich gelassen und lebt nun nicht mehr im S-Bahnbereich sondern ganz in München. Auch sein Herz ist hier angekommen: Es schlägt für den TSV 1860, verriet er selbst. Zu seiner Mutter hat Simon ein enges Verhältnis: "Niemand kennt mich besser als die Mama", sagte er 2017 in einem Interview. Seinen nigerianischen Vater, Charles Pearce, verlor der Künstler schon früh. Nach dessen Tod wandte er sich seiner Schauspiel-Karriere zu.

Im Sommer 2015 wurde Simon Pearce in München Opfer von ausländerfeindlichen Beschimpfungen. Er verarbeitete das Erlebnis, indem er einen Gastbeitrag mit dem Titel "An alle Münchner, die glauben, in einer toleranten Stadt zu leben" für die tz schrieb. Und landete damit einen viralen Hit, der seinen Bekanntheitsgrad weiter vermehrte. Seine Botschaft: "Humor ist das beste Mittel, um auf Rassismus und Intoleranz aufmerksam zu machen".


Am Donnerstag, 7. Februar 2019 überträgt das Bayerische Fernsehen ab 21 Uhr einen Live-Auftritt von Simon Pearce, bei dem er Auszüge aus dem Programm "Allein unter Schwarzen" zum Besten gibt.

 

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