"Stärker an islamischen Werten orientieren" Claudia Roth: Übler Shitstorm nach gefälschtem Zitat

Das gefälschte Zitat bringt Claudia Roth jede Menge Ärger. Foto: az

An kaum einer Politikerin entzündet sich der Hass der rechtspopulistischen Internetnutzer derzeit mehr, als an Grünen-Frontfrau Claudia Roth. Jetzt wird ihr mit einem gefälschten Zitat übel mitgespielt.

 

Berlin – Am 8. Januar hatte sich Roth kritisch mit der Diskussionskultur bei Facebook, Twitter & Co. auseinander gesetzt. Sie sagte unter anderem: "Vor allem im Internet schreitet die Verrohung in der Debatte voran. Dort macht sich schon ein organisierter Mob daran, zur Jagd auf nicht weiße Menschen aufzurufen und Rache zu üben. Für manche scheinen die schrecklichen Vorfälle von Köln wie gerufen zu kommen für ihre Hetze." Es gäbe konkrete Gewaltfantasien, die dort ausgelebt werden, "auch gegen Menschen wie mich."

Noch am selben Tag tauchte erstmals ein angebliches Zitat der Grünen-Politikerin auf, das zwar nicht für physische, wohl aber für massive verbale Gewalt gegen sie sorgte. Auf ein Foto von Claudia Roth wurde folgender Text montiert:

"Wir sollten uns stärker an islamischen Werten orientieren. Der Koran bietet die Lösungsansätze die wir brauchen, um sexuelle Übergriffe auf Frauen effektiv zu unterbinden."

Tatsächlich hat Claudia Roth diese Worte aber nie gesagt. Aus ihrem Team heißt es: "Zu keinem Zeitpunkt hat sie diese oder eine ähnliche Aussage getroffen, noch stimmt sie in der Sache mit ihr überein."

Tatsächlich könnte man dies auch schon aus dem Bild schlussfolgern, doch der entsprechende Hinweis ist – vermutlich absichtlich – nahezu unleserlich angebracht: In der unteren rechten Ecke ist in winziger Schrift das Wort "Satire" versteckt worden.

Bemerkt hat dies vermutlich keiner der unzähligen Twitter- und Facebook-Nutzer, die das Bild derzeit massenhaft verbreiten. Sie sehen ihre Vorurteile über Claudia Roth durch das vermeintliche Zitat belegt und verbreiten es ohne Überprüfung und stattdessen mit zusätzlichen Schmähkommentaren und Beleidigungen versehen seit Tagen weiter.

 

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