Stadtverwaltung skeptisch Bezirksausschuss will Fraunhoferstraße parkplatzfrei machen

Heute geht es recht dicht zu auf der Straße. Foto: Archiv/Gregor

Der Bezirksausschuss will keinen einzigen Stellplatz mehr auf der Fraunhoferstraße haben. Die Stadtverwaltung ist da aber skeptisch.

 

Isarvorstadt - Es ist eine der belebtesten Straßen der Stadt. Am Tag – und auch am Abend: die Fraunhoferstraße. Viele Münchner lieben den Trubel hier. Doch wer sich schon einmal mit dem Radl durchgeschlängelt hat, auf den Gehwegen vor heransausenden Radlern zur Seite gesprungen ist oder mit dem Kinderwagen am Partyvolk auf den Gehwegen vorbeikurven wollte, weiß: Die Fraunhoferstraße kann auch stressen.

In einer Bürgerversammlung hat sich eine Mehrheit der Anwesenden für diese Lösung ausgesprochen: Alle Parkplätze weg, dafür breitere Gehwege und breite Radwege. Jetzt ist der Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (BA) mit den Stimmen von Grünen, SPD und Rosa Liste dieser Empfehlung gefolgt. Bald muss der Stadtrat entscheiden, ob die Fraunhoferstraße wirklich parkplatzfrei wird!
 


"Wegen des starken Autoverkehrs und der Trambahngleise weichen viele Radler auf den Gehsteig aus und gefährden damit die Fußgänger", heißt es unter anderem in dem Beschluss der Bürgerversammlung. "Eine grundlegende Abhilfe ist nur mit einem Radweg zu erreichen. Das Totschlagargument der wegfallenden Parkplätze darf nicht greifen, wenn man sich Radlhauptstadt nennen will."

Das spricht gegen die Abschaffung der Parkplätze

Der BA folgte dieser Argumentation. "Ich bin jetzt gespannt, ob der neue Mut in der Verkehrspolitik im Rathaus bis dahin anhält und man sich das traut", sagte Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher, der auch im Bezirksausschuss sitzt, am Mittwoch im Gespräch mit der AZ.

Die Stadtverwaltung hingegen hat die Idee in einer ersten Stellungnahme abgelehnt. Sie argumentiert unter anderem mit Problemen, die sich beim Lieferverkehr ergeben könnten – und schlägt vor, sich dem Problem erstmal auf andere Weise zu widmen. So soll der schon heute bestehende Radstreifen verlängert werden. Auch die Verwaltung will Parkplätze aufgeben. Aber nur sehr wenige. So sollen in der Baaderstraße südlich der Fraunhoferstraße zwei KfZ-Stellplätze in 20 Radlstellplätze und in der Klenzestraße südlich der Fraunhofer ein Parkplatz in zehn Radlplätze umgewidmet werden.

Vorerst bleibt es auf der Fraunhofer also chaotisch. Bis der Stadtrat sich möglicherweise für den Parkplatz-Kahlschlag entscheidet.

Lesen Sie dazu auch den AZ-Kommentar: So sieht die Verkehrswende aus

 

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