Maßnahmen für die Tegernseer Landstraße Verkehrsmoloch "Tela": Der Stadtrat räumt auf

Kneipen, Bars und viele kleine Geschäfte: Die Tegernseer Landstraße ist eine lebendige Straße – leider auch, was den Verkehr betrifft. Foto: Daniel von Loeper

Der Verkehr auf der Tegernseer Landstraße soll neu geordnet werden. SPD und CSU sind sich einig – nur bei einem Punkt nicht.

 

Obergiesing - Die Tegernseer Landstraße in Obergiesing ist noch ein altes Stück München: Ungezähmt und wild, im Vergleich zu anderen Ecken der Stadt manchmal sogar ein bisschen schmutzig – so zieht sich die belebte Straße den knappen Kilometer vom Ostfriedhof bis runter zum sogenannten Grünspitz.

So charmant dieses Ursprüngliche mitunter sein mag, so chaotisch ist die Verkehrssituation auf der „Tela“ aber auch: Autos, Busse, Tram, dazu viele Fußgänger und Radler – und für alle ist die Situation irgendwie unbefriedigend.

Für viele ist die „Tela“ ein einziges Verkehrsmoloch

Die Stadt will deshalb nun ran an die Probleme. Verkehrsforscher haben die größten Defizite der Tegernseer Landstraße analysiert. So klagen Fußgänger zum Beispiel, dass sie wegen des dichten Verkehrs kaum über die Straße kommen. Und Radler beschweren sich über die vielen Hindernisse wie Treppen, die im Umfeld das Vorankommen erschweren.

Insgesamt wird die Straße von vielen weniger als Einkaufsmeile, sondern eher als Verkehrsmoloch wahrgenommen. Der Stadtrat wird sich am Mittwoch deshalb mit einer Reihe von Gegenmaßnahmen beschäftigen.

Fast auf der gesamten Länge der Tegernseer Landstraße sollen Gehwege verbreitert und die Verbindungen für den Radverkehr verbessert werden. Durch die Umverteilung des Straßenraums hoffen die Experten, den Durchgangsverkehr erheblich reduzieren zu können.

Von bis zu 4000 Autos weniger am Tag im nördlichen Bereich, und sogar bis zu 8500 im südlichen Bereich der Tegernseer Landstraße ist die Rede. In der Ichostraße und am südlichen Ende der Tegernseer Landstraße auf Höhe der Wirtstraße sollen dafür sogar einzelne Fahrstreifen wegfallen.

Im Stadtrat ist man sich über Parteigrenzen hinweg weitgehend einig, dass die Umgestaltung der Tela absolut notwendig ist.

Ein kleiner Streitpunkt ist noch das Tempolimit auf dem Tegernseer Platz. Das Konzept sieht dort einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich vor, in dem man maximal 20 Stundenkilometern fahren darf. Das sei aber „totaler Quatsch“, sagt Walter Zöller, der oberster Stadtplaner der CSU-Fraktion. Es gebe in diesem Fall überhaupt keinen Grund, vom sonst üblichen Tempo 30 abzuweichen.

Gut möglich, dass sich die SPD am Ende auf diesen Kompromiss einlassen wird. Es gehe da schließlich nur um etwa 25 Meter vor der Post, sagt Ingo Mittermaier, Planungspolitiker der Rathaus-SPD. Ob man da dann 20 fahren dürfe oder 30, „das ist bei so einer kurzen Strecke eigentlich unerheblich“, so Mittermaier.

Dem Umbau der Tegernseer Landstraße steht damit eigentlich nichts mehr im Weg. Wann der beginnen soll, steht allerdings noch nicht fest. Bis dahin darf die „Tela“ noch wild und ungezähmt sein. Autos, Radler, Tram – alles durcheinander. Danach soll dann aber alles schön geordnet sein.

 

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