Stadtkantine Die kreative Alternative

Durch die verglasten Wände des Restaurants blicken die Gäste aufs Altheimer Eck – bei schönem Wetter sitzen sie auf der Terrasse im Hinterhof. Foto: Gregor Feindt

Im September hat die Stadtkantine in der Altstadt eröffnet – seit Januar regiert Rob Valls in der Küche, ein Koch aus der Luxus-Hotellerie. An den Preisen merken das die Gäste nicht

Im Altheimer Eck versammeln sich mittags die Bürohengste um ein Buffet, das sich zum Geheimtipp entwickelt hat. Und manche kennen schon den Rettungsweg von einer überfüllten Fußgängerzone – durch die Kultpassage in den Biergarten. Alle schwärmen sie von der Küche der neuen Stadtkantine.

Zweieinhalb Jahre hat Patrick Schulz an dem Laden gearbeitet. Sonst gestaltet er Läden für andere: das alte Rossini zum Beispiel.

Dieses Objekt aber hat er behalten. Fliesen aus Dubai bestellt und Tische aus Palisadenholz. Durch die verglasten Wände schauen die Gäste raus aufs Altheimer Eck, im Hinterhof, der auch von der Kaufinger Straße betretbar ist, ist die grün bepflanzte Terrasse. Hier soll noch viel entstehen: eine Empore, Liegestühle, ein Spielplatz – „damit sich die Mamas vom Shoppen erholen können“, sagt Patrick Schulz. Zum Beispiel bei einem Cranberry-Sprizz (4,90 Euro).

Das wahre Glanzstück der Stadtkantine aber arbeitet in der Küche. Rob Valls, bekannt aus dem Charles Hotel und zuletzt Küchenchef im Rilano Hotel – wo er die AZ-Leser schon während einer Ess-Klasse verköstigte. Seit Januar kocht er in der Stadtkantine und führt die Geschäfte hier. „Mittags kommt eine Mischung aus Geschäftsleuten und Anwälten aus der Gegend zum Buffet“, sagt Valls. „Wir haben immer frische, leichte Gerichte. Und abends sind wir für die Leute da, die hier wohnen. Auch junge Leute, die Lust haben etwas auszuprobieren, kommen her.“

Um sich einen Abend in der Stadtkantine leisten zu können, muss man kein Anwalt sein – und bekommt frische, kreative Küche kredenzt. „Wir sind besonders stolz auf unser Fleisch“, sagt US-Amerikaner Valls. „Es wird im Sous-Vide-Verfahren, im Wasserbad, gegart – schonend, so bleibt es zart und rosa.“

Auf der Abendkarte liest sich das so: 60 Grad Prime Rib Steak mit gebratenen Süßkartoffeln, Brunnenkresse-Baby-Leaf-Salat und Gorgonzola-Butter (22,50 Euro) oder 72 Stunden geschmorte „Barolo Short Ribs“ vom bayerischen Weiderind mit Balsamico-Kartoffeln, karamellisierten Zwiebeln und gerösteten Tomaten (14,90).

Für Rob Valls, der in der gehobenen Hotellerie gelernt und gearbeitet hat, ist es eine Selbstverständlichkeit, auf gute Produkte in der Küche zu achten. Neben Fleisch ist auch die hausgemachte Pasta ein Aushängeschild der Stadtkantine, wie die Rigatoni in gelber Currysoße mit gebratenem Gemüse und Kokosluft (10,90). Einige Gerichte bekommen durch Kniffe aus der Molekularküche einen neuen Dreh oder durch das Sous-Vide-Verfahren.

Zum Beispiel der grüne Spargel im Speckmantel, der mit einem bei 62 Grad gegartem Ei serviert wird – als Dip (7,50 Euro). Eine Flasche Wein dazu gibt’s ab 15 Euro. Die Stadtkantine soll nicht nur für ein gehobenes Publikum erschwinglich sein, lieber sollen sich die Leute öfter im Monat die kreative Küche schmecken lassen. Und das tun sie. 


Neuhauser Straße 15a/Altheimer Eck 14, Mo. bis Fr. 11 – 23 Uhr, We. bis 1 Uhr, www.stadtkantine.com, Tel.: 24 29 36 99

 

0 Kommentare