Stadt schlägt Kompromiss vor Berg am Laim: Kommt die griechische Schule nun doch?

Der Rohbau der Griechischen Schule in Berg am Laim. (Archivbild) Foto: gm

Die Griechische Schule in Berg am Laim könnte nun doch noch kommen. Die AZ erklärt den Kompromiss, den die Stadt vorschlägt.

 

Berg am Laim - Die unendliche Geschichte "Griechische Schule" in Berg am Laim steuert ins Finale: Bis Ende März muss laut Stadtratsbeschluss ein Kompromiss für das Grundstück an der Hachinger-Bach-Straße ausgehandelt sein, das der Griechische Staat 2001 von der Stadt erwarb. Doch wieder einmal hat die Republik eine Frist ignoriert, diesmal fürs Okay zum Kompromisspapier von Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU).

Wie berichtet, hatte die Stadt das 17.000 Quadratmeter-Areal den Griechen zur Errichtung einer Schule verkauft. Die sollte 2012 fertig sein. Doch die Griechen versäumten diese und sämtliche späteren Fristen, sodass der Stadtrat 2016 die vertraglich vereinbarte Rückabwicklung des Grundstücksdeals beschloss. Die Rohbau-Ruine des 26-Millionen-Euro-Projekts gammelt noch immer vor sich hin.

Griechenland erklärt Areal zu Hoheitsgebeit und sperrt München aus

Der griechische Staat erklärte das Areal einfach zu seinem Hoheitsgebiet und sperrte die Eigentümerin Landeshauptstadt aus. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bemühte sich auf Intervention von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier (SPD) um eine Einigung. Laut Stadtratsbeschluss muss die Ende März stehen, sonst reicht die Stadt Klage gegen Griechenland ein.

Kristina Franks Deal hält viele Zuckerl für die Griechen bereit, inklusive der Zusage für eine Griechische Schule auf dem begehrten Grundstück. Bauen würde die rund 40 Millionen Euro teure Einrichtung für 500 Kinder aber die Stadt und dann an die Griechen vermieten. Die bekämen einen Vertrag für 25 Jahre mit der Option auf weitere zehn Jahre Verlängerung. Was sonstige Kosten betrifft, liegen die Zahlen von Stadt und Griechen weit auseinander. 8,1 Millionen Euro möchten die Griechen für die Aufgabe des Grundstücks haben, laut Gutachter-Ausschuss liegt der Wiederkaufspreis jedoch nur bei 3,8 Millionen.

München will nun die Schule bauen und an Griechenland vermieten

Auch die Abbruchkosten für die erdbebensichere Bauruine liegen Welten auseinander: Die Griechen nennen 680.000 Euro, die Stadt schätzt mangels Zutritt zum Gelände, dass der Abriss des unfertigen Rohbaus rund drei Millionen kosten wird.

Franks Kompromissvorschlag: Maximal 6,7 Millionen für den Grundstücks-Rückkauf, den Abbruch übernimmt die Stadt und zieht maximal 680.000 Euro dafür vom Kaufpreis ab.

Arbeiten sollen 2020 beginnen

Damit die Arbeiten 2020 beginnen können, ist der Stadt schnell Zutritt zum Grundstück zu gewähren. Für die künftige Schule sollen die Griechen "ortsüblichen Mietzins" zahlen und auf die vorgebrachten Hoheitsrechte verzichten.

Möglich wäre laut Frank auf dem Grundstück auch der dringend benötigte Erweiterungsbau fürs Michaeli-Gymnasium sowie eine Dreifachsporthalle und ein "Haus für Kinder", das die Berg am Laimer anmahnen. Was aus dem benachbarten Phönix-Sportverein wird, der Trainingsflächen benötigt, steht ebenso wenig in Franks Papier, wie die Klärung der Frage, ob die Griechen ein Ausweich-Areal im Gebiet der SEM Nordost akzeptieren würden. Eine hochbrisante Mischung zur "Vermeidung weiterer außenpolitischer Verwerfungen" also, über die der Kommunalausschuss am Donnerstag berät.

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