Sprach Allah durch Gauland? Ahmad Wagner: Bizarre Pressekonferenz des Muslims aus der AfD

AfD-Politiker auf Konfrontationskurs zum Parteiprogramm: Konvertit Arthur Wagner. Foto: imago/foto2press, AfD

Jahrelang war Arthur Wagner ein engagiertes, aber unbekanntes Mitglied der AfD Brandenburg. Nun kennt ihn ganz Deutschland – weil er zu der Religion konvertierte, die seine Partei vehement ablehnt. Am Mittwoch erklärte er seine Beweggründe.

Potsdam - Vor 250 Jahren wanderten Wagners Vorfahren von Deutschland nach Russland aus, vor 48 Jahren wurde Arthur geboren, vor mehr als 20 Jahren kam er nach Deutschland – und seit wenigen Wochen nennt er sich Ahmad. Es ist der Name, den der ehemalige Christ Arthur Wagner annahm, als er Ende 2017 zum Islam konvertierte.

Wie Wagner nun auf einer Pressekonferenz in Potsdam erklärte, hatte er sich zu diesem Zeitpunkt bereits seit zwei Jahren mit der Religion beschäftigt, sie habe seit dem ersten Kontakt im Jahr 2015 "in seiner Seele gearbeitet". "Wenn du den Islam angefasst hast, dann kannst du nicht Nein sagen", betont Wagner mehrfach – und bekennt, dass es keinen Gott außer Allah gebe.

2014 sah das noch etwas anders aus. Da war Wagner auf dem Papier noch Christ, aber laut eigenen Angaben vom Glauben abgefallen und in die Alkoholsucht abgerutscht. Er habe damals mit sich und Deutschland abgeschlossen gehabt. Doch dann ein Erweckungserlebnis: Auf einer AfD-Veranstaltung hört er zunächst den damaligen Landesvorsitzenden Alexander Gauland reden und stellte ihm anschließend zwölf Fragen. Gauland antwortete, Wagner hörte zu und fand einen neuen Sinn für sein Leben: die Partei. Er sei der AfD "moralisch etwas schuldig", sagt er.

Ungläubige Frage: "Kommen sie vom Böhmermann?"

Dieses Schlüsselerlebnis mit Gauland habe ihm geholfen, seinen Alkoholismus zu überwinden. Es folgt ein regelrecht bizarrer Dialog mit einem der Medienvertreter, den die Welt festgehalten hat: "Hat Herr Gauland Sie vom Alkoholismus geheilt?", kommt die Frage aus dem Publikum. "Ich glaube, ja" antwortet Wagner und setzt dann hinzu: "Aber ich glaube nicht, dass er es war. Das war Herr Gott." Der Frager hakt nach: "Also sprach Gott durch Herrn Gauland?" - "Das würde ich so nicht behaupten", wiegelt Wagner zunächst ab. Und sagt dann: "Aber das ist schon interessant. Ich muss darüber nachdenken. Danke für die Frage."

War es am Ende Allahs Wirken, das ihn erst zur AfD und dann zum Islam führte? Ahmad Wagner will darüber nachdenken – in einem Fernstudium der Islamwissenschaften. Dass dies allem widerspricht, wofür seine Partei in Sachen steht, stört Wagner dabei nicht. "Ich werde der AfD immer treu bleiben", lautet sein Versprechen. Er wolle Brücken aufbauen "von deutschen Muslimen zu meinen nationalkonservativen Freunden". Ein Muslim als oberster Brückenbauer der AfD – ob dieses Unterfangen Erfolg hat, darf angezweifelt werden.

Und weil das alles so hanebüchen klingt, bricht es aus einem Reporter schließlich heraus: "Kommen Sie vom Böhmermann oder vom Zentrum für politische Schönheit?", fragt er ungläubig. Ahmad Wagner lacht herzlich – und betont dann, dass man über den Islam keine Witze machen dürfe.

 

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