Sport Breno: Das war’s beim Club

Abschied vom Club mit schmerzverzerrtem Gesicht: Breno wird vom Platz getragen. Foto: Zink/JüRa

Kreuzbandriss, OP beim „Knie-Papst“ in den USA, Reha in München - und dann muss der Leihprofi wieder zurück zu Bayern. Bader: „Es ist so bitter“

 

NÜRNBERG Er war der überragende Anti-Abstiegskämpfer. Breno, die brasilianische Bayern-Leihgabe, verkörperte bei seinen sieben Einsätzen im Club-Trikot alle Tugenden, auf die es im Tabellenkeller ankommt: herausragendes Stellungsspiel, bärenstark bei Kopfbällen, giftig in den Zweikämpfen. Vorbei! Der 20-Jährige wird wohl nie wieder für den „Ruhmreichen“ auflaufen.

Nach hässlichem Reinartz-Foul: Breno's Aus beim Club

Nach dem hässlichen Foul von Leverkusens Stefan Reinartz, einem der Club-Aufstiegshelden aus dem Vorjahr, lautet die für Breno, Trainer Dieter Hecking und alle Fans niederschmetternde Diagnose: Kreuzband- und Innenbandriss im rechten Knie. Der sensationelle 3:2-Erfolg über die zuvor 24 Mal ungeschlagene Werkself hat einen faden Beigeschmack. „Es ist so bitter, dass man sich nie einfach nur über einen Sieg freuen kann“, klagt Manager Martin Bader.

OP in den USA, Reha in München

Am Sonntagabend kurz nach 20.30 Uhr herrschte in der Uniklinik Erlangen nach einer Kernspintomografie Gewissheit. Breno wurde von seiner Frau Renata abgeholt. Das Paar fuhr umgehend nach München. Auch an der Isar sorgt das Malheur für Aufregung. „Natürlich ärgert mich das“, sagt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Schließlich hatten auch die Bayern Brenos starke Auftritte in Franken registriert. „Die Entscheidung wird meinem Kollegen nicht so gefallen“, hatte Bayern-Trainer Louis van Gaal nach dem 1:1 vor zwei Wochen einer möglichen Verlängerung des Leihgeschäfts eine Absage erteilt. Breno wird nun in die USA geflogen, zu „Knie-Papst“ Professor Richard Steadman nach Vail im Bundesstaat Colorado. Die Reha-Maßnahmen werden zudem in München über die Bühne gehen.

"Man hätte auch Rot geben können"

„Wenn ich ehrlich bin, hätte man auch Rot geben können“, beschreibt Hecking die fatale Szene in Minute 32. Doch Schiedsrichter Jochen Drees zückte nur Gelb. „Aber mit Dominic Maroh haben wir auch einen erstklassigen Spieler“, weiß Hecking.

"Berlin hat gegen uns die letzte Chance"

Maroh, von der AZ zum „weißen Breno“ geadelt, wird mit Platzhirsch Andreas Wolf den Laden in der Innenverteidigung in den letzten neun Saisonspielen dicht halten müssen. Wolf kämpferisch: „Berlin hat am Samstag gegen uns die letzte Chance, da unten rauszukommen. Das wollen wir ausnutzen.“ Übrigens: Sünder Reinartz hat sich bei Breno noch nicht persönlich entschuldigt. Der Bayer- „Rambo“ hat sich komplett abgeschottet. Markus Löser

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