Spielbericht 1860 München-Niederlage: Schlimmer gehts immer!

Ein Einstand nach Maß sieht anders aus: Bei seinem Zweitliga-Debüt setzte es für Löwen-Trainer Markus von Ahlen eine deutliche 2:4-Klatsche in Dresden. Foto: Ron Stoklas / Onlineredaktion

Die Löwen gehen beim Debüt von Interimscoach Markus von Ahlen und Sportchef Gerhard Poschner mit 2:4 in Dresden unter. Vor allem die ersten 20 Minuten waren eine Katastrophe.

 

Dresden - Seit 13 Spielen nicht mehr gewonnen? Dazu nach Bochum die schlechteste Offensive der Liga und akute Abstiegsgefahr? Völlig egal! Der Gegner von Dynamo Dresden war am Montag der TSV 1860. Und so konnte Dresden also wieder mal einen Sieg feiern, der sogar zum Triumph geriet: 4:2 stand es am Ende.

Die Löwen sind ja gerne zur Stelle, wenn es darum geht, einen taumelnden Gegner wieder aufzubauen. Doch die Vorstellung gestern war wohl etwas mehr als Giesinger Aufbauhilfe. Sie war: schlicht nicht zu begreifen.

Sowohl Interimscoach Markus von Ahlen als auch Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner feierten gestern ja ihr Debüt. Und die Spieler taten irgendwie alles, um dem einen, von Ahlen, schon im ersten Spiel die Chance auf eine dauerhafte Beschäftigung als Cheftrainer zu nehmen. Poschner lieferten sie dabei en passant ganz viele Argumente dafür, dass seine Kader-Streichliste (siehe unten) ruhig auch länger werden dürfte. „Wir müssen das Spiel knallhart aufarbeiten“, kündigte von Ahlen an.

Vor allem die indiskutable Anfangsphase seiner Mannschaft. Die war ein 20-minütiger kollektiver Wachschlaf. Fünf Minuten waren gespielt, als Kempe einen Freistoß einfach mal so trat, dass er direkt ins Tor von Gabor Kiraly flog. 1:0!

Die Löwen stark beeindruckt, aber ohne Reaktion. Sechs Minuten später rannte Poté auf vier (!) Löwen zu und passte im letzten Moment doch auf den freistehenden Ouali – der den Ball mit einem sensationellen Schlenzer im Kreuzeck unterbrachte. Die Dresdner jubelten schon, während der Ball noch in der Luft war, die Löwen guckten nur verdattert hinterher. 2:0!

Wieder neun Minuten später machte Kapitän Guillermo Vallori alles außer seinen Job, verlor den Ball an Poté, der den Ball zwar nicht an Kiraly vorbeistochern konnte, aber den Keeper so unter Druck setzte, dass dessen Befreiungsschlag direkt beim Dresdner Koch landete. 20 Minuten gespielt – die Löwen lagen 0:3 hinten.

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„Wir hatten klar darauf hingewiesen, dass Dresden versuchen würde, ein Feuerwek aufzuziehen. Aber wir haben gar keine Mittel gefunden gegen sie“, stellte der Interimscoach konsterniert fest. Und Keeper Gabor Kiraly, der von seinen Vorderleuten permament im Stich gelassen wurde, sagte über das „miese Spiel“: „Wir sind keine schlechte Mannschaft. Aber die erste Halbzeit war sehr unglücklich, wir haben dem Gegner die Tore geschenkt.“ Jeder müsse sich an die eigene Nase fassen. „Jeder hat zu Hause einen Spiegel und soll sich anschauen und sich sagen, was er gut oder schlecht gemacht hat heute.“

Zwar wachten die Löwen nach den drei Gegentoren zumindest ein bisschen auf. Wobei, eigentlich begannen sie nur, am Spiel teilzunehmen. Steinhöfer gelang in seiner einzigen wirklich brauchbaren Aktion eine sehenswerte Flanke auf Osako, der den Ball über Kirsten gen Tor köpfte. Ehe der Japaner aber sein fünftes Tor bejubeln konnte, köpfte ihn der Dresdner Losilla in Eigenregie ins Tor (26.). Kurz vor der Pause vernaschte Ouali den ehrfürchtig staunenden Steinhöfer, flankte auf Koch, der auf 4:1 erhöhte. Kurz vor Schluss schaffte Adlung noch das 2:4. Aber die Löwen-Ehre rettete das nicht.

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Ob die Luft raus sei, weil es um nichts mehr ginge, wurde von Ahlen noch gefragt: „Das stimmt nicht. Es geht noch um sehr viel. Es geht um Punkte, TV-Gelder, es geht darum, den Fans Leidenschaft zu zeigen“, sagte der Coach. Und nicht zuletzt geht es auch, wenn man Poschner glauben mag, um die Jobs der Spieler. Doch das scheint bei ihnen noch nicht angekommen zu sein.

 

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