An allen August-Wochenenden Stammstrecke bald dicht: Initiative fordert kostenlosen ÖPNV!

Wolfgang Fischer, Geschäftsführer "CityPartnerMünchen": "Die nahezu überall auftauchenden Baustellen, Straßensperrungen und Umleitungen sind für Kunden, Besucher, Beschäftigte, Handwerker, Lieferanten und auch Touristen – und somit für die Unternehmen der Innenstadt - inzwischen ein echtes Problem." Foto: Angelika Warmuth/dpa, imago/STL

Im August ist die S-Bahn-Stammstrecke an allen Wochenenden gesperrt. Eine Initiative fordert während dieser Zeit nun die kostenfreie Nutzung der S-Bahn bei Fahrten in die Innenstadt und wieder zurück.

 

München - Die Sperrung der Stammstrecke an allen August-Wochenenden von Freitagabend bis Montagfrüh und ihre Folgen ruft den Verein "CityPartnerMünchen" auf den Plan, der die Nachricht "mit großer Besorgnis" registriert.

Bereits im vergangenen Jahr habe es große Probleme bei solchen Sperrungen der Stammstrecke gegeben. "Aber nun trifft es alle Wochenenden im August! Hierzu muss man wissen, dass gerade für Handel und Gastronomie der Samstag mit weitem Abstand der wichtigste Tag in der Woche ist!", heißt es in einer Mitteilung der branchenübergreifenden Vereinigung der Unternehmen in der Münchner Innenstadt.

Zudem weite sich das Einzugsgebiet Münchens am Samstag über die gesamte Metropolregion aus, und da sei die S-Bahn mit das wichtigste Verkehrsmittel.

Fischer: "Infrastruktur wohl völlig vernachlässigt"

Die Vereinigung formuliert eine klare Forderung: Während der Stammstreckensperrungen sollen die Fahrgäste die S-Bahn bei Fahrten in die Innenstadt und wieder zurück kostenfrei nutzen können. Dies solle "nicht nur als Ausgleich für die erheblichen Beeinträchtigungen für die Fahrgäste" dienen, sondern auch ein "positiver Anreiz" sein, trotz der Sperrungen nicht aufs Auto umzusteigen.

Wolfgang Fischer, Geschäftsführer  von "CityPartnerMünchen", sagt dazu: "Alle reden von der Bedeutung des ÖPNV, aber die Unternehmen haben - angesichts der unablässigen Probleme von Zugausfällen, völlig überfüllten Zügen wegen zu geringer Taktung über Pendelverkehre wegen Baustellen bis zu den massiven Sperrungen an wichtigen Wochenenden - inzwischen den Eindruck, dass über Jahre oder sogar Jahrzehnte die Infrastruktur wohl völlig vernachlässigt wurde."

Das müssten nun die Fahrgäste und die Münchner Innenstadt ausbaden – denn die Erreichbarkeit sei einer der existenziellen Standortfaktoren für jedes Unternehmen: "Diesbezüglich durchleben wir eine sehr schwierige Zeit." Fischer weist darauf hin, dass  92 Prozent der Menschen nicht mit dem Auto, sondern überwiegend mit S-Bahn, U-Bahn, Tram oder Bus in die Münchner Innenstadt kommen.

Die Deutsche Bahn und die Stadt München haben bislang nicht auf die Forderung reagiert.

 

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