SPD und Grüne dagegen Autobahn-Südring in München? CSU will eine Tunneltrasse

Stau, Stau, Stau: Alltag auf der A99. Foto: Tobias Hase/dpa

OB-Kandidatin Kristina Frank bringt eine Tunnel-Variante für einen Autobahn-Südring in München ins Gespräch, um Natur und Anwohner zu schonen. Das ärgert Rathaus-Grüne und SPD.

 

München - Kommunalreferentin Kristina Frank fährt häufig Radl. Jetzt aber, wo der Wahlkampf zur Kommunalwahl im März in die heiße Phase kommt, zieht die CSU-OB-Kandidatin ein altes Streitthema aus der Tasche, das Autofahrern gefallen wird: den fehlenden Autobahn-Südring. Eine Trasse im Süden Münchens also, die die Lindauer-, Garmischer- und Salzburger Autobahn verbinden soll. Damit würden Autofahrer (anstatt über den Mittleren Ring durch die Stadt) außenrum gelotst.

Entlastung durch unterirdischen Autobahn-Südring?

Weil die Anwohner der Südgemeinden sich seit Jahren dagegen wehren, bringt Frank nun einen Autobahnringschluss ins Spiel, der unterirdisch laufen soll, als Tunnel. Das würde Natur und die Anwohner entlasten. Überhaupt müsse man in München "mehr in Ringen denken", findet sie – vom S-Bahn-Ring über Radl–Tangentialen und mehr Ringtunnel eben bis zum unterirdischen Autobahnsüdring.

"Gerade der Münchner Süden braucht dringend eine verkehrliche Entlastung", sagt Kristina Frank. "Es kann nicht sein, dass Sendlinger und Giesinger unter dem fehlenden Ringschluss leiden müssen."

"Grundsätzlich realisierbar" - Grüne und SPD gegen den Tunnel

In einer Machbarkeitsstudie der Autobahndirektion Süd von 2010 war eine Route über Gräfelfing, Krailling, Pullach und Taufkirchen vorgeschlagen worden. "Unbestritten stellt der A 99-Südabschnitt einen erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft dar", heißt es im Fazit. "Unterirdische Querungen von Würm- und Isartal im Tunnel" würden einen "wesentlichen Beitrag zur Vermeidung und Minderung" leisten. Die Studie bescheinigt auch, dass "der Lückenschluss verkehrlich sinnvoll und bei Berücksichtigung der Maßnahmen zur Vermeidung (...) von Eingriffen grundsätzlich realisierbar" sei. Der damalige CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer hatte das Projekt aber aus Kostengründen gestoppt.

Die Rathaus-Grünen protestieren vehement: "Die OB-Kandidatin der CSU will eine Autobahn durchs Isartal bauen, eins der wichtigsten Naherholungsgebiete Münchens", ärgert sich Stadtrat Dominik Krause. "Das zeigt, dass sich an der Auto-fixierten Politik der CSU nichts geändert hat und die entflammte Liebe vieler CSUler zum Fahrrad wohl doch nur dem Wahlkampf geschuldet ist."

Auch bei der SPD ist man wenig begeistert. "Wir haben in einem Parteitagsbeschluss den Ringschluss abgelehnt – im Hinblick auf die Auswirkungen auf Umwelt und Stadtklima", sagt SPD-Fraktionschefin Verena Dietl. "Aktuell gibt es keine neuen Erkenntnisse, die man zu bewerten hätte. Daher hat auch eine wiederkehrende Diskussion nach dem Motto ,Wünsch Dir was’ keinen Sinn."

 

80 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading