Spanisches CNG-SUV im Alltagstest Der Seat Arona TGI: Viel Spaß mit Gas

Der Seat Arona hat ein praktisches Alltagsformat - und ist mit Gasantrieb sehr wirtschaftlich. Foto: Rudolf Huber

Supersauber, flott und ganz besonders sparsam: Mit diesen Attributen versieht Seat seine Erdgas-Flotte. Stimmt das? Wir haben's ausprobiert. Mit dem neuen Arona TGI.

 

München - Testobjekt war im konkreten Fall das neueste von drei Gasmodellen der spanischen VW-Tochter, die konzernintern die Führungsrolle bei der CNG-Technik (CNG = Compressed Natural Gas = Erdgas) übernommen hat. Also der subkompakte Arona, genetischer Bruder von VW T-Cross und Skoda Kamiq. Er passt mit seinem Format von 4,13 Metern in der Länge und 1,55 Metern in der Höhe sehr gut ins urbane Straßenbild, macht aber dank seiner Motorisierung auch auf der längeren Strecke Sinn und kann auf rasanten Bergstrecken seine südländischen Gene nicht verleugnen – doch dazu später mehr.

Jetzt befassen wir uns erst einmal mit der Besonderheit unter der Haube und dem Kofferraum, den Zutaten des Gas-Antriebs. Seat greift dabei auf den Einliter-Dreizylinder zurück, der im „normalen“ Arona 95 PS leistet. Nach der Anpassung an den Gasbetrieb bleiben davon noch 90 PS übrig, die den 1,3-Tonner zum munteren Begleiter machen. Allerdings muss man sich erst einmal an die Wiedergeburt des Turbolochs gewöhnen, das bis rund 2000 U/min das Anfahren und das Einfädeln erschwert. Ist lästig, aber wie gesagt Gewohnheitssache. Die Kraft wird serienmäßig per Sechsganggetriebe an die Vorderräder abgegeben, im 13,2 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, maximal 172 km/h sind drin. Das sollte für ein kleines SUV reichen.

Seat Arona TGI: Ohne Gas läuft er mit Benzin

Mit Sprit versorgt wird der Arona TGI, so die Gasmodell-Bezeichnung bei Seat, von drei Tanks unter dem Kofferraum, die zusammen 13,8 Kilo Erdgas fassen. Wann immer möglich, ist der CNG-Antrieb dran, nur wenn der Motor kalt ist oder gleich nach dem Tanken versorgt sich die Maschine aus dem 9,0 Liter fassenden Benzintank, der auch als Reichweitenverlängerer oder Retter in der Not dient, wenn mal partout keine Gas-Zapfsäule in erreichbarer Nähe ist.

Rund 900 CNG-Stationen gibt es in Deutschland, vor dem Kauf eines Gasautos sollte man also dringend die Versorgungslage in der Umgebung unter die Lupe nehmen, am besten per App auf dem Smartphone. Im Test hatten wir keine Probleme, rechtzeitig Nachschub zu fassen. Das liegt aber auch daran, dass der Arona TGI zu den Kostverächtern gehört. Er ist tatsächlich mit dem Normverbrauch von 3,8 Kilo zu bewegen, im Schnitt kamen wir auf exakt ein Kilo mehr. Macht nach Adam Riese eine Gas-Reichweite von knapp 300 Kilometern. Und das, ohne sich am Gaspedal (!) zurückzuhalten.

Seat Arona TGI: 100 km für fünf Euro

Und was ist jetzt das Besondere am Gas? Einmal, dass die Druckbetankung nur unwesentlich länger dauert als beim Benziner. Dass Erdgas um 25 Prozent weniger CO2 verursacht. Und dass durch den Einsatz von Biogas die schädlichen Emissionen um bis zu 97 Prozent gesenkt werden können. CNG ist also eine saubere Sache.

Und eine, die den Geldbeutel schont. Denn ein Kilo CNG kostet aktuell um die 1,15 Euro. Wobei es 1,5 mal so viel Energie liefert wie ein Liter Super-Benzin. 100 Kilometer Fahrt kosten beim Arona GDI also gerade mal rund fünf Euro. Da kann auch ein sparsamer Diesel nicht mithalten.

Seat Arona TGI: Fahrvergnügen und besseres Umweltgewissen

Klar: Zwei Nachteile gibt es auch: Wegen der Tanks schrumpft der Kofferraum von stattlichen 400 auf eher bescheidene 282 Liter. Und teurer ist der Gas-Arona natürlich auch. Mindestens 20.320 Euro verlangt Seat für die allerdings wirklich gut und reichlich ausgestatteten TGI-Versionen – das sind 1.000 Euro mehr als beim Benziner. Doch nicht nur Vielfahrer haben diese Summe relativ schnell wieder reingefahren – bei besserem Umwelt-Gewissen.

Und wie war das mit den eingangs versprochenen Erfahrungen auf der Bergstrecke? Tja, da heimsten Arona und Tester großes Lob von berufener Seite ein. Ein durchaus fahrerisch engagierter Audi TT-Pilot, der nach zehn Kilometern Passstraße nur wegen eines vorausfahrenden langsameren Autos wieder Anschluss finden konnte, zollte dem kleinen Spanier und seinem Lenker höchste Anerkennung: Daumen hoch für den Arona und sein feines Fahrwerk.

 

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