Song Contest Fanfest auf der Reeperbahn: Die Bilder

Super Stimmung auf dem ESC-Fanfest auf der Reeperbahn: Trotz der Kritik am diesjährigen Austragungsland feierten die Fans in Hamburg eine unbeschwerte Party. Die Bilder! Foto: Abendzeitung

Klein, aber fein sind ihre Worte: Anke Engelke erteilt Aserbaidschan mit ihrer Aussage, die Wahl zu haben, sei etwas Gutes, vor vielen Millionen TV-Zuschauern eine charmante Lektion. Viele Eurovisions-Fans reagieren begeistert: Chapeau! Die AZ zeigt die Bilder vom Fanfest auf der Reeperbahn.

 

Berlin/Hamburg  – Sie macht einfach eine gute Figur auf internationalem Parkett: Anke Engelke. Mit ihrem Kurzauftritt bei der Punktevergabe zum Eurovision Song Contest sprach die deutsche Jury-Chefin mit ihren klaren, aber freundlichen Worten an die Adresse der autoritären Führung Aserbaidschans vielen aus der Seele. Millionen hatten während der gesamten blendenden Show eine Spitze gegen die bombastische Inszenierung des Regimes in Baku erhofft - hier war sie endlich.

Kurz vor Spektakel-Schluss, gegen 0.15 Uhr. „Heute Nacht konnte ja niemand für sein eigenes Land abstimmen“, hob die 46-Jährige an, um dann charmant lächelnd zu sagen: „Aber es ist gut, abzustimmen, und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf eurer Reise, Aserbaidschan. Europa schaut auf euch“, sagte sie auf Englisch – also „Europe is watching you“ – vor vielen Millionen Fernsehzuschauern, als sie aus Hamburg in die Show geschaltet wurde.

„Ich hab mich grad neu in Anke Engelke verliebt“, bekannte der Medienjournalist Stefan Niggemeier („Niggi“) kurz danach in seinem Bakublog. „Anke sagt, wie toll und wichtig es ist, zu wählen. Und eine Wahl zu haben. So einfach ist es, ein politisches Statement zu machen. Mich hat das jetzt sehr bewegt.“

„Spiegel Online“ schrieb anerkennend: „Den Moderatoren in Aserbaidschan blieb gar nichts anderes übrig, als diese kleine politische Demonstration einfach wegzulächeln. Die Twitter-Gemeinde hat hingegen gut zugehört: In dem Echtzeit-Medium wird Engelke für ihre Äußerung gefeiert.“ Dort hieß es beispielsweise, sie sei die „Siegerin der Herzen“, „die erste Person, die heute was Kluges gesagt hat“ und eine „ESC-Heldin“.

Auch die ARD-Oberen überboten sich am Sonntag mit Lob. „Anke Engelke hat mit ihren klaren, klugen und charmanten Worten die Ehre des ESC gerettet“, sagte der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Für den federführenden Norddeutschen Rundfunk sagte Intendant Lutz Marmor: „Ein besonderes Kompliment hat sich Anke Engelke verdient. Bei der Punktevergabe live von der Grand-Prix-Party in Hamburg hat sie genau den richtigen Ton getroffen. Danke, Anke!“

Denn der Musikwettbewerb in der früheren Sowjetrepublik Aserbaidschan war umstritten. Die Regierung des Landes steht wegen ihres Umgangs mit Oppositionellen und Kritikern immer wieder am Pranger; ihr wird vorgeworfen, die Meinungs- und Pressefreiheit einzuschränken. Bereits im vergangenen Jahr in Düsseldorf war Engelke der Liebling des Grand-Prix-Abends – als Showgröße.

Anmutig lächelte sie sich durch das Finale und beeindruckte mit ihrer Souveränität und sicheren Sprachkenntnissen. Dafür bekam sie dann auch den Deutschen Fernsehpreis – zusammen mit ihren Co-Moderatoren Stefan Raab und Judith Rakers und dem Produktionsteam, das auch in Baku für das Finale verantwortlich war.

 

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