Sommerreifen montieren Reifenwechsel: Tipps zu Profiltiefe, Kosten und Lagerung

Für den Reifenwechsel muss man nicht unbedingt in eine Werkstatt. Sind die Pneus auf Felgen montiert, kann man die Reifen selbst montieren. Foto: dpa

Ab wann dürfen die Winterreifen runter, was gilt es beim Wechsel auf Sommerreifen zu beachten? Alle Infos rund um dem Radwechsel im AZ-Ratgeber.

München - Schnee und Matsch ade. Wenn die Temperaturen steigen wird es Zeit, die Winterreifen einzumotten und die Sommerreifen zu montieren. Doch wann ist dafür der beste Zeitpunkt? Wann dürfen die Winterpneus runter? Welche Profiltiefe sollten die Sommerreifen haben? Die AZ hat alles Wichtige zum Radwechsel gesammelt. Und gibt Tipps, wie man den Reifenwechsel selbst erledigt.

Ab welcher Profiltiefe braucht man neue Sommerreifen? Vor einem Wechsel sollten die Sommerreifen erst einmal auf Schäden wie Risse oder Beulen überprüft werden. Ist alles in Ordnung, geht es an die Profiltiefe. 1,6 Millimeter schreibt der Gesetzgeber als Mindestprofiltiefe vor. Experten raten aber zu einem Restprofil von minimal drei Millimeter. Der Check geht einfach: Der Goldrand einer Euromünze sollte komplett im Profil verschwinden. Neben der Laufleistung spielt auch das Alter der Reifen für die Haltbarkeit eine Rolle. So haben Automobilclubs alte und neue Reifen getestet. Fazit: Nach spätestens fünf Jahren werden die Bremseigenschaften besonders bei Nässe deutlich schlechter als mit neuen Reifen. Wie alt ein Schlappen ist, verrät die DOT-Nummer. Der vierstellige Code auf dem Reifen zeigt den Zeitpunkt der Herstellung in Monat und Jahr. Beispielsweise 0712 für Juli 2012.

Ab wann darf man mit Sommerreifen fahren? Es herrscht zwar in Deutschland eine Winterreifenpflicht, einen konkreten Zeitraum gibt es für sie aber nicht. Im Gesetz steht nur, dass bei „winterlichen Wetterverhältnissen“ mit Winter- oder Ganzjahresreifen gefahren werden muss. Experten raten, die Winterreifen von Oktober bis Ostern aufgezogen zu lassen. Zu lange mit den Winterreifen zu fahren vergeudet Benzin und nutzt sie übermäßig ab.

Aktuelle Pkw-Sommerreifen schneiden bei ACE-Test gut ab. Bei der Auswahl des Reifenherstellers können Autofahrer keinen großen Fehler machen. Der ACE hat aktuelle Sommerreifen der Größe 225/45 R17 getestet. Sieben der elf getesteten Fabrikate erhielten ein „empfehlenswert“, vier sogar ein „sehr empfehlenswert“. Testsieger wurde der ContiSportContact 5 von Continental – der im Durchschnitt 556 Euro für einen Vierersatz kostet. Wer sparen will, kann zum „empfehlenswerten“ Apollo Aspire 4GXL greifen. Dieser kostet rund 400 pro Satz. Weitere „sehr empfehlenswerte“ Auto-Sommerreifen sind laut ACE der Dunlop Sport Maxx RT, der Pirelli P Zero und der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 2.

Was sind die Kosten fürs Reifenwechseln? Wer einen extra Felgensatz für Sommer- und Winterreifen hat, kann den Wechsel selbst erledigen. Ansonsten hilft nur der Besuch einer Werkstatt oder des Reifenservices. Die Kosten für den Wechsel aller vier Räder können mit Montage können bis zu 100 Euro betragen. Aber es geht auch billiger: In einem ADAC-Test boten einige Werkstätten den Wechsel aller vier Reifen (mit Montage) inklusive Wuchten bereits für rund 30 Euro an. Viele Werkstätten bieten zudem die Möglichkeit die Winter- und Sommerreifen einzulagern. Ein Preisvergleich lohnt sich also immer. Wer die Reifen selbst wechselt, braucht natürlich einen Platz für die Lagerung der demontierten Räder.

Wie wechsle ich die Reifen selbst? Erst einmal checken, ob das Auto einen Wagenheber hat – viele neuere Modelle haben nur noch ein Pannenkit statt eines Ersatzrades. Dann fehlt meist auch ein Wagenheber. Mit einem Radkreuz lassen sich die Muttern leichter lösen, als mit einem normalen Radschlüssel. Das Auto auf einer ebenen und befestigten Fläche abstellen. Dann den ersten Gang einlegen, bei Automatikgetriebe den Hebel auf „P“ stellen. Zudem die Handbremse anziehen. Zusätzliche Sicherheit bietet ein Unterlegkeil an einem der am Boden bleibenden Räder. Zum Lösen der Radmuttern den Wagen noch am Boden lassen. Anschließend den Wagenheber an der dafür vorgesehenen Stelle ansetzen. Wer diese nicht kennt, sollte unbedingt in der Betriebsanleitung nachsehen. Den Wagenheber dann soweit hochkurbeln, dass das zu wechselnde Rad ganz in der Luft ist.

Haben die Reifen ein Profil, das an die Laufrichtung gebunden ist, sollte man überprüfen, ob das Zeichen „Outside“ auch wirklich außen ist. Auf manchen Pneus sind zudem Pfeile für die Laufrichtung zu sehen. Egal ob Front- oder Heckantrieb: Die Reifen mit dem besten Profil gehören auf die Hinterachse. Die Radmuttern werden handfest angezogen solange das Auto noch mit dem Wagenheber hochgekurbelt ist. Dann das Fahrzeug herunterlassen und die Muttern überkreuz festziehen. Wer häufiger Reifen selbst wechselt sollte sich einen Drehmomentschlüssel zulegen. Das richtige Anzugs-Drehmoment steht in der Bedienungsanleitung des Wagens. Ansonsten am besten die Muttern in einer Werkstatt kontrollieren lassen.

Nach dem Reifenwechsel sollte man vorsichtig zur nächsten Tankstelle fahren und dort den Reifendruck überprüfen. Die richtigen Werte finden sich meist auf einem Aufkleber im Tankdeckel, an der Innenseite der Beifahrertüre oder aber in der Betriebsanleitung. Vibriert bei der anschließenden Fahrt das Lenkrad, müssen die Reifen ausgewuchtet werden. Dazu ist ein Besuch in der Werkstatt oder beim Reifendienst fällig. Bei Alufelgen sollten die Radmuttern nach rund 100 Kilometern nochmals mit dem Radschlüssel kontrolliert und bei Bedarf nachgezogen werden. Die wichtigsten Tipps gibt es hier in einer Bildergalerie.

Wie werden Winterreifen richtig gelagert? Am besten die Pneus an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort lagern. Sind sie auf Felgen, kann man sie hängen oder stapeln. Unmontierte Reifen sollten aufrecht an eine Wand gestellt werden – sie müssen aber in Abständen gedreht werden. Vor dem Einlagern empfiehlt es sich die Räder zu reinigen und zu markieren. Beispielsweise mit „VR“ für den Reifen vorne rechts. Das geht mit Kreide oder noch besser mit einem Aufkleber auf der Felge.

 

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