So wird das Wochenende perfekt! Tipps der Redaktion: München - ein Wintermärchen

So macht der Winter wirklich Spaß: Beim Eisstockschießen auf dem gefrorenen Nymphenburger Kanal liefern sich Schneebegeisterte knallharte Duelle. Foto: Daniel von Loeper

Am Wochenende wird es weiß und milder – kein Grund also, sich in der Wohnung zu verkriechen. Die AZ zeigt Ihnen zauberhafte Orte, für die sich das warme Einpacken lohnt.

 

München - Erinnern Sie sich noch, wie Sie sich früher über den ersten Schnee gefreut haben? Im Skianzug lieferte man sich Schneeballschlachten, bis das Gesicht rot war, begeisterte sich für jeden Tannenzapfen, den man aus der Schneedecke zog und rodelte Abhänge hinunter, die so steil waren, dass es kribbelte, irgendwo zwischen Hals und Bauch.

Heute bleiben wir lieber drinnen, ärgern uns, wenn der Schnee zum grauen Matsch wird und verkriechen uns auf dem Sofa. Dabei gibt es so viele wunderbare Orte in München, für die sich das Rausgehen lohnt – und die dank des Neuschnees, der dieses Wochenende den Süden Deutschlands erreicht, eine ganz besondere Atmosphäre haben.

Während die Polarkälte nun auch die anderen europäischen Länder erreicht, verspricht der Deutsche Wetterdienst ein Winterwunder-Wochenende mit viel Schnee. Wetterexperte Dominik Jung vom Portal wetter.net warnt aber auch vor Glatteis: Besonders am Samstagabend könnte es durch gefrierenden Eisregen rutschig werden. Die Temperaturen klettern wieder etwas in die Höhe, am Samstag sind es in München noch maximal Minus neun Grad, am Sonntag minus drei.

Also: Nicht in Winter-Lethargie fallen, sondern die Stiefel mit dicker Profilsohle auspacken und nichts wie raus! Die AZ hat für Sie ein paar (mal mehr, mal weniger geheime) Orte, die auch – oder gerade – im Winter zum Verweilen einladen: weil sie abseits vom hektischen Treiben der Stadt liegen, sodass man sich ganz auf das Knarzen des Schnees konzentrieren kann. Weil sie besondere Geschichten erzählen oder uns daran erinnern, wie viel Spaß eine steile Piste oder eine Rutschpartie machen. Lassen Sie sich verzaubern!

Für Frierkatzen

Ganz schön kalt zurzeit: Steffi und Romy wärmen sich daher in den Ski-Gondeln am Milchhäusl auf.
Ganz schön kalt zurzeit: Steffi und Romy wärmen sich daher in den Ski-Gondeln am Milchhäusl auf.

Nach einem Spaziergang durch den Englischen Garten sehnen Sie sich nach einem kuscheligen, warmen Plätzchen und einem heißen Getränk? Die Gondeln am Milchhäusl (Königinstr. 6) laden auch im Winter zu einer Ruhepause ein: Die Kabinen der Wankbahn in Garmisch-Partenkirchen werden von der Bayerischen Zugspitzbahn AG an dem Öko-Kiosk zum Winterschlaf geschickt. Hier kann man im Warmen und mit Alpen-Flair einen fairen Bio-Kakao oder Öko-Tee genießen.

U3/U6: Universität

Für Entdecker

Winterzauber im Wald.
Winterzauber im Wald.

Wenn der Schnee noch nicht ausreicht, um die Kinder aus dem Haus zu locken: An der südwestlichen Grenze von München liegt der Forstenrieder Park, in dem man heimische Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung betrachten kann.

Etwa 100 Wildschweine, 40 Rehe und 100 Hirsche stapfen hier gemeinsam mit ihren Beobachtern durch den Schnee – am wahrscheinlichsten ist eine Begegnung zur Dämmerung am frühen Morgen oder frühen Abend. Ein Fernglas hilft, die Tiere auf einer der überdachten Beobachtungsstellen besser zu erkennen. Allgemein sollte man vor den Wildschweinen lieber etwas Abstand halten und sie nicht füttern – die können nämlich ganz schön aggressiv sein.

Durch den insgesamt etwa 20 Quadratkilometer großen Park führen mehrere teils geteerte Wege, der Zutritt ist freilich frei.

S7: Buchenhain (Haltestelle außerhalb des Innenraums)

So helfen Münchner den Obdachlosen im eisigen Winter

Für Wassernixen

Die Isar kurz hinter der Tierparkbrücke in Richtung stadtauswärts – fast wie auf dem Land.
Die Isar kurz hinter der Tierparkbrücke in Richtung stadtauswärts – fast wie auf dem Land.

Wer die Isar nicht nur im Sommer schätzt, liegt mit dieser Spazierroute garantiert richtig: Starten Sie am U-Bahnhof Thalkirchen. Wenn Sie möchten, können Sie sich am neuen Kiosk dort (Kiosk 1917) noch einen Kaffee zum Aufwärmen holen. Starten Sie dann in Richtung Tierparkbrücke und überqueren Sie sie. Kurz vor dem „Isar-Eingang“ des Tierparks drehen Sie nach rechts ab und gehen Sie an der Isar entlang. Hier fühlt es sich schnell so an, als ob man gar nicht mehr in der Stadt wäre. Ist man auch bald nicht mehr. An der Marienklausenbrücke gehen Sie auf die andere Isarseite und weiter stadtauswärts. Nach einen guten Hatsch taucht die Eisenbahnbrücke Großhesselohe auf. Hier führt auch ein Weg den Höllerer Berg nach oben. Biegen Sie rechts in die Großhesseloher Straße, dann links in den Carusoweg, rechts in die Knotestraße und wieder links in die Heinrich-Vogl-Straße, die Sie wieder zur S-Bahnstation führt. Wenn Sie dann noch Lust auf Entspannung haben: Das Kino Solln (Sollner Straße 43a) ist vom S-Bahnhof nur wenige Gehminuten entfernt.

U3: Thalkirchen, Dauer ca. 1 Stunde (4 km)

Für stille Wanderer

Auf dem Alten Südfriedhof spaziert man zwischen berühmten Münchnern.
Auf dem Alten Südfriedhof spaziert man zwischen berühmten Münchnern.

Er gilt als historisches Juwel und lädt zu einer Spurensuche durch die Münchner Geschichte ein – auf dem Alten Südfriedhof, haben viele berühmte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte: der Architekt des Neuen Rathaus, Georg von Hauberisser, Baumeister Leo von Klenze oder Andreas Michael Dall’Armi, dem König Ludwig I. die Idee des Oktoberfests zu verdanken haben soll. Da der Friedhof nur wenige Gehminuten vom Sendlinger Tor entfernt ist, kann man zum Aufwärmen danach in eines der zahlreichen Lokale im Glockenbachviertel einkehren.

U1/U2/U3/U6: Sendlinger Tor

Für Eis-Narrische

So war's am Freitag am Kanal.
So war's am Freitag am Kanal.

Bei Sonnenschein haben Freitag die ersten Sportlichen die Eisstöcke über den zugefrorenen Nymphenburger Kanal flitzen lassen – und auch am Wochenende schaut es gut aus. Auf den 500 Kanal-Metern geht das Eisstockschießen um 9 Uhr los und kann dank Flutlichtanlage bis um 22 Uhr abends gespielt werden. Ob das Eis dick genug ist zum Schießen, kann man bei Betreiber Fesl unter % 0179 1077187 erfahren, Ausrüstung gib es vor Ort gegen Gebühr.

Gute Nachrichten auch für Schlittschuhläufer: Der Schlitterclub Nymphenburg verkündet, dass man ab Samstagmittag auf dem kleinen See am Hubertusbrunnen fahren kann. Auf den anderen Seen in und um München ist das Eis allerdings noch zu dünn! Auch beim Schlitterclub kann man sich gegen eine kleine Gebühr Schlittschuhe ausleihen.

Für Ruhe-Suchende

Romantisches Flair, berühmte Männer: Auch Konfuzius ist seit 2007 im Dichtergarten verewigt.
Romantisches Flair, berühmte Männer: Auch Konfuzius ist seit 2007 im Dichtergarten verewigt.

Eingebettet zwischen seinen zwei großen Brüdern – dem Englischen Garten und dem Hofgarten – versteckt sich der ehemalige Finanzgarten mitten in der Innenstadt. Seinen Namen bekam das nur etwa zwei Hektar große Gärtchen, weil dort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die bayerischen Finanzminister ihren Wohnsitz im 1804 beauftragten Prinz-Carl-Palais hatten. Davon steht noch das Untergeschoss eines Gartenpavillons, in dem sich jetzt der Heinrich-Heine-Brunnen befindet.

Auch deshalb wird der Garten heute Dichtergarten genannt: Künstler wie Toni Stadler, Fjodor Iwanowitsch Tjuttschew oder Frédéric Chopin gibt es hier als Statuen. Seine hügelige Landschaft und die alten Bäume verleihen dem Garten ein verwunschenes, wildromantisches Flair. Wer ihn vom Odeonsplatz aus in Richtung Prinzregentenstraße durchquert, kann danach im Haus der Kunst noch mehr Kultur erleben oder sich in der Goldenen Bar aufwärmen.

Für Waldläufer

Hier kann man rodeln und schön spazieren gehen: die Aubinger Lohe im Westen.
Hier kann man rodeln und schön spazieren gehen: die Aubinger Lohe im Westen.

Am westlichen Rand von München findet man die Aubinger Lohe, die an die Stadtteile Lochhausen und Aubing grenzt. Das etwa 1,8 Quadratkilometer große Waldgebiet bietet wunderschön idyllische Natur und wurde teilweise zum bayerischen Landschaftsschutzgebiet erklärt. Im Winter lockt vor allem der große Hügel, „Teufelsberg“ genannt, viele Rodelbegeisterte.

Für einen kleinen Winterspaziergang starten Sie am besten an der Waldwirtschaft Bienenheim, laufen entlang des Fußballplatzes bis zum Ende der Bienenheimer Straße und dann nach links. Nach einigen Minuten kommen Sie im Waldgebiet an und folgen dem Rundweg, der um die Lichtung mit den beiden Weihern führt. Anschließend können Sie in der Waldwirtschaft Bienenheim bayerisches Slow-Food genießen (Fr 17 bis 21 Uhr, Sa/So 12 bis 21 Uhr geöffnet).

S3 Lochhausen (dann über Federseestraße links in Bienenheimstraße zur Waldwirtschaft) Dauer ca. 45 Minuten

(Nicht nur) Für Wagemutige

Schaut harmlos aus, schiebt aber ordentlich an: der Rodelhügel in den Maximiliansanlagen.
Schaut harmlos aus, schiebt aber ordentlich an: der Rodelhügel in den Maximiliansanlagen.

Ein richtiger Geheimtipp sind die Maximiliansanlagen freilich nicht, so mittig, wie sie in der Stadt liegen. Aber zum einen ist man flott da (am besten mit der U-Bahn zum Max-Weber-Platz), zum anderen ist dieser Park so vielseitig, dass vermutlich jeder dort seine Nische findet.

Der rasante Rodelhügel am Maximilianeum ist eher was für die Jungen (und Sportlichen). Wer es ein bisschen ruhiger und gemütlicher mag, der nimmt einfach einen der vielfach verzweigten Pfade am Isarhochufer. Da kreuzt auch das ein oder andere kleine Bächlein plätschernd den Weg. Und wenn’s einem dann irgendwann langt: Das nächste Café ist nicht weit.

U4/5: Max-Weber-Platz

Für Traumtänzer

Erleuchtet: der Eiszauber am Stachus.
Erleuchtet: der Eiszauber am Stachus.

Gekonnte Pirouetten im Abendlicht oder leicht unbeholfene erste Schlitterversuche mit einem hilfreichen Eisbären, Pinguin oder Schneemann aus Plastik: Eislaufen gehört für viele zum Winter. Leider ist die Eisschicht auf den Münchner Seen noch nicht dick genug zum Schlittschuhfahren, warnt das Baureferat.

Wer trotzdem übers Eis gleiten möchte, kann das noch bis zum 15. Januar auf Münchens größter Open-Air-Eisarena tun: Der Eiszauber am Stachus ist täglich von 10.30 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen für zweieinhalb Stunden zwischen 4,50 Euro und 8 Euro, Kinder 3,50 Euro bis 6 Euro. Je später die Stunde, desto teurer – früh da sein lohnt sich also!

U4/U5 oder S-Bahn: Stachus

 

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