So steht es um das Städtische Klinikum Der Münchner Klinik-Report: Umbauten, Neubauten, Bilanz, Pfleger

, aktualisiert am 20.03.2018 - 10:46 Uhr
Dem Städtischen Klinikum geht es gut, aber es gibt noch viel zu tun. Foto: StKM

Das Städtische Klinikum München schreibt schwarze Zahlen, hat aber Probleme genug Mitarbeiter zu finden.

 

München - Gute Nachrichten vom Städtischen Klinikum (StKM). Im zweiten Jahr infolge werden schwarze Zahlen geschrieben. 22 bis 24 Millionen Euro Gewinn erwartet man für 2017. 

"Die Tendenz geht in die richtige Richtung", konstatiert Geschäftsführer Axel Fischer zufrieden. Der Prozess der Neuausrichtung und Sanierung läuft. Zum ersten Mal hat das Klinikum einen Zehn-Jahres-Plan bis 2017 aufgestellt, auch wenn der wohl immer wieder angepasst werden muss. Einer der größten Brocken der Umstrukturierung sind die Baumaßnahmen an den verschiedenen Klinik-Standorten, die sich noch über Jahre hinziehen werden (siehe unten).

Nach einer zwischenzeitlichen Kostenexplosion habe man nun Kosten und Zeitpläne im Griff, beteuert Fischer. Dennoch: Die gesamte Neuausrichtung hänge vor allem an zwei Aspekten – den Baumaßnahmen und der Personalfrage. Stichwort Pflegemangel.

Klinikum München hat Probleme mit Nachbesetzung von Pflegestellen

Dabei ist bei den StKM die Fluktuation nicht höher als sonst, der Knackpunkt ist die Nachbesetzung. Die Abwanderung in andere Berufe müsse gestoppt werden, so Fischer. Im teuren München ist die Situation doppelt schwierig. Um die 80 Stellen sind am StKM derzeit offen. Man behilft sich mit Leiharbeitern und setzt, auch langfristig, auf Kräfte aus dem Ausland.

Das Klinikum München versucht außerdem mit einem Maßnahmenpaket ein attraktiverer Arbeitgeber zu werden: Das Personal soll von nicht pflegerischen Tätigkeiten entlastet werden. Außerdem bietet das StKM eine privatpatienten-ähnliche Versorgung im Krankheitsfall und wenn möglich Mitarbeiterwohnungen.

Aber auch die Gesundheitspolitik müsse aktiv werden, fordert Fischer. Sie habe viel zu spät reagiert. Der Pflegeberuf müsse in der Wahrnehmung genauso wie in der Vergütung besser gestellt werden.



Überblick über den neuen Gesundheitscampus am Klinikum Schwabing. "StKM" steht für "Städtisches Klinikum München", "kbo" für "Kliniken des Bezirks Oberbayern", die zum Beispiel das Isar-Amper-Klinikum betreiben, "HoKo" für hochanstreckende Infektionskrankheiten. Grafik: StKM

Gesundheitscampus Schwabing

In Schwabing macht künftig nicht mehr nur das Städtische Klinikum Medizin.

Gut fünfeinhalb Jahre dauern die Bauarbeiten rund ums Schwabinger Krankenhaus insgesamt. Das Gesamtgelände wurde bereits verkleinert, trotzdem wird auch neu gebaut.

Am 16. Oktober 2018 wird Richtfest für den Neubau gefeiert, in dem ein Zentrum für Nothilfe für Erwachsene, Innere Medizin, Chirurgie und die Kinder- und Jugendklinik untergebracht werden. Seit Oktober 2016 wird am Neubau gewerkelt, im April 2021 soll alles fertig sein. Von April 2020 bis April 2022 wird dann der Altbau saniert.

Rund ums Klinikum entsteht der sogenannten Gesundheitscampus: Der besteht neben dem stationären Bereich mit dem Alt- und Neubau, auch aus einem großen ambulanten Bereich mit Operations-Zentrum, Bereitschaftspraxen und Physiotherapie/Reha ganz verschiedener Anbieter.
Außerdem sind bezahlbare Wohnungem fürs Personal geplant. Die Gesamtkosten liegen bei geschätzt 138 Millionen Euro.



In Orange: Der neue Anbau am Klinikum Bogenhausen. Grafik: StKM

Ein Anbau für Bogenhausen

Für 395 Millionen Euro wird der größte Standort der Kliniken saniert. Bis 2027 ist alles fertig.

Das Klinikum Bogenhausen, der größte Standort des Klinikums, wird im Zuge der Neuausrichtung ausgebaut.

Dabei ist man dem Zeitplan sogar voraus: Die Vorarbeiten für den Bau des neuen Anbaus mit vier Stockwerken (siehe Grafik unten) haben schon begonnen. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen dann im August 2019 beginnen und im Dezember 2022 fertig sein. Der Erweiterungsbau schließt im Osten an die vorhandenen Gebäude an.

Ab Januar 2023 wird außerdem der bestehende Bau in mehreren Abschnitten saniert – im laufenden Betrieb. Das soll 2027 geschafft sein. OP-Bereich, Intensivstation und intermediale Pflege werden dann im Neubau untergebracht. Die Notaufnahme bleibt im Bestandsbau. Außerdem sind eine zentrale Sterilisation, eine zentrale Apotheke und ein Zentrallager für die Versorgung aller Standorte geplant. 1000 Betten soll das Krankenhaus am Ende insgesamt bieten. Die Gesamtkosten liegen bei geschätzt 395 Millionen Euro.



Wird wohl nicht mehr gebraucht: die Klinik an der Thalkirchner Straße. Foto: StKM 

Thalkirchner Straße

Die Hautklinik ist gerade saniert worden, wird aber bis 2024 nicht mehr Teil des Klinikums sein.

Die Klinik an der Thalkirchner Straße ist bereits saniert worden. Von hier soll die Dermatologie nach Schwabing umziehen. Dann hat das StKM für den ohnehin eher kleinen Standort (160 Betten) medizinisch gesehen keine Verwendung mehr.

Auch die Verwaltung soll nach Schwabing umziehen und dort gemeinsam mit dem Teil, der zur Zeit noch in einem angemieteten Bürogebäude in Neuperlach sitzt, zu einer gemeinsamen Verwaltung für alle Standorte zusammengefasst werden.



Die Klinik Neuperlach. Foto: StKM

Vorreiter Neuperlach

Hier geht es am schnellsten: Bereits Ende 2019 soll alles am Standort fertig sein.

Neuperlach ist der erste Standort der StKM, der komplett modernisiert sein wird. Mitte 2018 sind die entsprechenden Maßnahmen am Gesamtklinikum abgeschlossen. Unter anderem wurde die Intensivstation modernisiert, ein Hybrid-OP eingebaut und der Ultraschall erneuert.

Auch in Neuperlach wird außerdem neu dazu gebaut: Hier entsteht ein Labor für klinische Chemie und Mikrobiologie. Spatenstich soll im Spätjahr 2018 sein, die Inbetriebnahme ist für Ende 2019 geplant.



In Harlaching wird in zwei Abschnitten ganz neu gebaut. Modell: StKM

Harlaching: Neubau ab Mitte 2019

Die Klinik bleibt weiter sehr grün, wird aber komplett neu hochgezogen.

In Harlaching gab es die vielleicht größten Schwierigkeiten, denn hier gibt es auch die größte Veränderung. Die bestehende Klinik aus den 60er Jahren wird komplett neu gebaut – in zwei Abschnitten. "Wir mussten die Planungen stoppen, weil sie mit dem alten Planungsteam zu teuer wurden", erklärt Klinik-Geschäftsführer Axel Fischer. Jetzt arbeitet ein neues Planungsteam an dem Projekt und ist gut in der Zeit: Baubeginn soll Mitte 2019 sein, im Februar 2024 soll alles fertig sein. Etwa 548 Betten mit überregionalem Traumazentrum soll die Klinik dann bieten. Außerdem wird die operative Gynäkologie erweitert, und die Frauen- und Kindermedizin, die Neurologie und die neurologische Frührehabilitation werden gestärkt.

Die Planungen wurden gerade angepasst: In der Gynäkologie stockt man auf, um so 4.000 Geburten im Jahr zu schaffen. Das Klinikum reagiert damit auf die diversen Kreißsaal-Schließungen in den umliegenden Landkreisen.

Trotz aller Neubauten soll das Gelände seinen grünen Charakter behalten. Die Gesamtkosten liegen bei geschätzt 255 Millionen Euro.

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