Siegtor im Pokal-Halbfinale DFB gibt zu: Elfmeter für den FC Bayern war Fehlentscheidung!

, aktualisiert am 25.04.2019 - 19:48 Uhr
Um diese Szene geht es: Bayern-Star Kingsley Coman (m.) wird von Bremens Theodor Gebre Selassie zu Fall gebracht. Kurz danach gibt es Elfmeter für den FC Bayern. Foto: sampics/Augenklick

Der umstrittene Elfmeter für den FC Bayern im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Werder Bremen sorgt weiter für Gesprächsstoff. Jetzt gibt der Deutsche Fußball-Bund in einer offiziellen Mitteilung zu, dass der gegebene Strafstoß eine Fehlentscheidung war!

 

Frankfurt/Main/München - Das dürfte die Bremer ärgern: Nach dem verlorenen DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern (2:3) hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nun in einer offiziellen Stellungnahme zugegeben, dass der entscheidende Strafstoß eine Fehlentscheidung war!

DFB rügt, Urs Meier verteidigt

Dr. Jochen Drees, Chef der Videoschiedsrichter, sagt, dass die Kommunikation zwischen Schiedsrichter Daniel Siebert und Video-Referee Robert Kampka bei der Elfmeter-Entscheidung "nicht gut abgelaufen" sei.

Es läuft die 78. Minute im Bremer Weser-Stadion: Beim Stand von 2:2 stürmt Bayern-Star Kingsley Coman in den Strafraum und wird von Bremens Theodor Gebre Selassie zu Fall gebracht. Siebert und Kampka haben in dieser Situation wohl ein anderes Vergehen beurteilt – deswegen soll es auch bei der Kommunikation zu Unstimmigkeiten gekommen sein.

"Vielleicht hätte er es anschauen sollen", sagte Urs Meier (60), der ehemalige Weltklasse-Schiedsrichter, der AZ. Das "vielleicht" sagt alles: Eine Entscheidung in der Grauzone. "Wenn der Schiedsrichter so überzeugt ist, dann muss der Videoschiedsrichter nicht eingreifen. Als Schiedsrichter-Beobachter würde ich Siebert nicht in die Pfanne hauen. Für mich war es eher kein Elfmeter, vorm Fernseher hätte ich ihn nicht gegeben. Denn: Da braucht es schon etwas Fleisch am Knochen. Das hat mir gefehlt bei dieser Szene."

Die Stellungnahme des DFB

"Wir erwarten zwar, dass der Video-Assistent eine fachliche Einschätzung vornimmt, ob eine Situation in einem klar strafbaren oder nicht strafbaren Bereich liegt. Und ob eine falsche Wahrnehmung des Schiedsrichters vorliegt. Ist einer der Faktoren aus Sicht des Video-Assistenten offensichtlich der Fall, muss es aber unbedingt zu einem On-Field-Review kommen, damit der Schiedsrichter auf der Grundlage der Videobilder in der Review-Area diese Beurteilung eigenständig vornehmen und anschließend eine Entscheidung treffen kann", führt Drees in seiner Stellungnahme aus.

Bezogen auf das Spiel am Mittwochabend sagt er daraufhin: "Im DFB-Pokalhalbfinale zwischen dem SV Werder Bremen und dem FC Bayern München ist dies in der 78. Spielminute leider nicht der Fall gewesen. (...) Einerseits gibt es Aspekte, die auf fachlicher Ebene gegen einen Strafstoß sprechen. Andererseits gibt es allerdings auch einen Aspekt, der für einen strafstoßwürdiges Vergehen spricht."

Am Ende wird der DFB-Funktionär dann nochmal ganz deutlich: "Aus schiedsrichterfachlicher Sicht halten wir die Strafstoßentscheidung für nicht korrekt."

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