Sieben Spiele in 22 Tagen Heiße Bayern-Wochen stehen an

Carlo Ancelotti geht mit seiner Mannschaft hart ins Gericht nach dem 0:1 gegen Atlético Madrid. Foto: dpa

In 22 Tagen stehen für die Münchner nun sieben Spiele an. Zum Auftakt die Partie bei Eintracht Frankfurt. Ancelotti sagt: „Der Neustart ist wichtig, weil das Ende der letzten Phase nicht so gut war“

 

Carlo Ancelotti plauderte schon eine ganze Weile. Knapp zehn Minuten lang hatte der Trainer des FC Bayern Fragen auf der Pressekonferenz an der Säbener Straße bereits beantwortet – und zwar allesamt auf Deutsch. Doch dann wechselte der Italiener plötzlich ins Englische, weil er sich darin doch noch etwas sicherer bewegt und „klar ausdrücken“ wollte.

„Der Neustart ist wichtig, weil das Ende der letzten Phase nicht so gut war“, führte Ancelotti vor der Partie bei Eintracht Frankfurt (Samstag, 15:30 Uhr/Sky), mit der er und sein Team nach zweiwöchiger Länderspielpause in die nächste Saisonphase starten, nun also aus. Er erinnerte an die Kritik, mit der sich die Bayern nach der Niederlage bei Atlético Madrid (0:1) und dem Remis gegen den 1. FC Köln (1:1) hatten auseinandersetzen müssen. „Kritik ist manchmal gut für unsere Motivation“, sagte er: „Wir haben verstanden, was wir falsch gemacht haben und darüber gesprochen.“ Schließlich befand der Mister, wie er von seinen Spielern bisweilen genannt wird: „Die letzten beiden Spiele waren nicht so gut, das wissen wir. Ich bin sicher, dass es in Frankfurt anders wird.“ Dafür müsse sein Team wieder mit „voller Intensität“ agieren, die nach seinem Dafürhalten zuletzt nicht mehr vorhanden gewesen sei.

Dämpfer als Motivationsschub für den FC Bayern

Einer, der gar nicht anders kann, als immer Vollgas zu geben, ist Arjen Robben. Seine Rippenprellung hat der Niederländer auskuriert. „Er konnte wieder trainieren und ist bereit“, sagte Ancelotti, der ansonsten diesmal keine weiteren Details zur Aufstellung verriet. Auch die zuletzt noch verletzten Javi Martínez (Adduktoren), Holger Badstuber (muskuläre Probleme) und Douglas Costa (Oberschenkel) arbeiten aktuell intensiv an ihren Comebacks. Der zunehmende Konkurrenzkampf könnte durchaus ein Mittel zurück zur von Ancelotti zuletzt vermissten Intensität sein. „Der Wettbewerb unter den Spielern ist sehr wichtig, weil es alle Spieler motiviert hält“, bestätigte Ancelotti auf AZ-Nachfrag.

„Die nächsten Wochen werden heiße Wochen mit vielen Spielen“, sagte Thomas Müller mit Blick auf den Spielplan. Ja, es wird heiß! Alleine sieben Partien, vier davon in der Bundesliga, zwei in der Champions League und eine im Pokal, stehen für die Bayern in den kommenden 22 Tagen auf dem Programm. „Wenn wir in den nächsten zehn Spielen wieder acht Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage erzielen, würde ich das jetzt unterschreiben“, sagte Ancelotti und machte damit deutlich, dass trotz den beiden zuletzt sieglosen Spielen mit der bisherigen Saisonbilanz durchaus zufrieden ist.

„Vielleicht ist es sogar ganz gut für die Motivation, dass es mal eine kleine Delle gibt“, sagt auch Ex-Bayern-Profi Thomas Helmer der AZ, und glaubt nicht, „dass jetzt Unruhe einkehrt, selbst dann nicht, wenn sie auch das dritte Spiel in Folge nicht gewinnen sollten.“ In den letzten acht Ligapartien und insgesamt 756 Spielminuten gelang der Eintracht aber nicht einmal ein Tor gegen die Bayern. „Wir wollen mit einem guten Spiel zurückkommen“, gab Ancelotti das bescheidene Ziel für die Dienstreise nach Frankfurt vor. „Wir können unser Spiel noch verbessern“, sagte Ancelotti noch: „Wir müssen unsere Idee von Fußball verfolgen. In den vergangenen spielen waren wir nicht dazu in der Lage.“

Einige Nationalspieler weilen hatten nur einen Vorbereitungstag für die Partie in Frankfurt. Genug Zeit? „Für mich ist es genug“, sagte Ancelotti, lachte und fügte hinzu: „Ich weiß nicht, ob es genug für die Spieler ist, ich denke aber schon.“ Den Auftakt in die heißen Bayern-Wochen will schließlich keiner der Profis verpassen.

 

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