Sie war zu Besuch Vater verabreicht zwölfjähriger Tochter Drogenpilze

, aktualisiert am 21.06.2016 - 16:57 Uhr
Ein gefährlicher "Magic Mushroom" ist der Spitzkegelige Kahlkopf. Er enthält die Substanzen Psilocybin und Psilocin, die rauschhafte Zustände mit Halluzinationen auslösen – ähnlich wie bei einem LSD-Trip. Foto: dpa

Ein Mann (37), der unter Drogen steht, vergiftet sein Kind. Die Schülerin fällt in komatösen Zustand. Ihre Oma holt Hilfe.

 

Ramersdorf - Unfassbar verantwortungslos hat sich ein 37-jähriger Vater am Wochenende verhalten. Der Mann stand laut Polizei selbst unter Drogen, als er seiner 12-jährigen Tochter Pilze zum Essen gab, die Halluzinationen auslösen. Nachdem die Schülerin von dem "Zauberpilz" ("Magic Mushroom") gegessen hatte, fiel sie in einen komatösen Zustand und war nicht mehr ansprechbar. Der Vater reagierte darauf nicht.

Glücklicherweise war die Großmutter (64) des Kindes auch in der Wohnung. Der 37-Jährige lebt zur Zeit bei ihr in Ramersdorf. Die Frau erkannte den Ernst der Lage und verständigte den Notarzt. Doch als die Rettungskräfte eintrafen, um das Mädchen ärztlich zu versorgen, verweigerte der berauschte Vater die Behandlung seiner Tochter.

Erst als die Sanitäter die Polizei riefen, konnte dem Mädchen geholfen werden. Die 12-Jährige wurde sofort in eine Klinik eingeliefert. "Mittlerweile konnte sie wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden", so Polizeisprecher Carsten Neubert gestern.

Vater wurde direkt wieder freigelassen

In der Wohnung in Ramersdorf fand die Polizei verschiedene psychoaktive Substanzen wie Badesalze und Pilze mit dem Wirkstoff Psilocybin. Außerdem lagen Verpackungsmaterialien, eine Feinwaage und leere Zauberpilz-Verpackungen herum, die für das Rauschgiftdezernat (K 83) Indizien sind, dass der 37-Jährige mit Badesalzen einen regen Handel getrieben hat.

Badesalze werden wie Kräutermischungen, Raumdüfte oder auch Reiniger seit einigen Jahren als vermeintlich harmlose, legale Alternativen zu verbotenen Drogen angeboten. Die "Legal Highs" sind allerdings alles andere als harmlos:

Der Konsum kann tödlich enden. Darüber hinaus können Folgen wie Blutdruckschwankungen, Übelkeit und Erbrechen, Atemnot, schwerwiegende Herz-Kreislauf-Probleme wie Herzrasen oder Herzstillstand, Krämpfe oder komatöse Zustände auftreten.

Der Vater der 12-Jährigen, die normalerweise bei ihrer Mutter im Landkreis lebt, wurde wegen eines Verbrechens des Überlassens von Betäubnismitteln an Minderjährige dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der ließ den Mann wieder laufen. „Da er über einen festen Wohnsitz in München verfügt und keine Fluchtgefahr besteht, wurde er aus der Haft entlassen“, heißt es im Polizeibericht.

Das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft München I wollten sich gestern nicht dazu äußern.

 

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