Sicherheitskonferenz in München Neue Strategie der Siko-Gegner: Protest in Fußgängerzone

„Keine Angst vor heißen Eisen: Waffelexporte jetzt!“ – ein Protest-Plakat der Siko-Gegner bei der Demo gegen die Sicherheitskonferenz 2015. Foto: dpa

In gut zwei Wochen wird wieder Ausnahmezustand herrschen bei der Sicherheitskonferenz in München. 4.000 Demonstranten wollen das Treffen von Militärs und Politikern im Bayerischen Hof umzingeln.

München - Mit einer neuen Strategie wollen die Demonstranten den Teilnehmern der 52. Münchner Sicherheitskonferenz im Bayerischen Hof auf den Pelz rücken. Das Luxushotel soll am 13. Februar von zwei Protestzügen in die Zange genommen und umzingelt werden, so der Plan. Eine Demo quer durch die Fußgängerzone – das hat es seit ewigen Zeiten in München nicht gegeben.

Doch die Siko-Gegner haben sich etwas Neues einfallen lassen. „Wir werden nicht als geschlossener Block in Sechserreihen marschieren“, kündigt Claus Schreer, Organisator der Proteste an. Die Demonstranten werden im Gänsemarsch vom Stachus zum Marienplatz schlendern. Alle paar Meter wird einer der Teilnehmer stehen bleiben, dadurch entsteht eine Menschenkette, die vom Stachus bis zum Marienplatz reichen soll.

 

4.000 Demonstranten bei Großkundgebung gegen die Siko erwartet

Rund 600 Demonstranten mit Transparenten und Schildern sollen sich an der Aktion beteiligen. „Wir wollen den Münchnern weder den Einkaufsbummel vermiesen, noch Geschäfte blockieren“, betont Walter Listl vom Aktionsbündnis gegen die Sicherheitskonferenz. Dazu kommt die übliche Groß-Demo zu der etwa 4000 Teilnehmer erwartet werden. Der Protestzug zieht vom Stachus über den Lenbach- und Maximilians- zum Odeonsplatz und von dort weiter über die Residenzstraße bis zum Marienplatz. Dort sollen sich beide Protestzüge vereinigen.

Damit hätten die Demonstranten einen Protestring gezogen, möglichst nahe an der Sicherheitszone am Promenadeplatz.

Im Kreisverwaltungsreferat gingen bereits entsprechende Anmeldungen ein, wie Sprecherin Kristin Nettelnbrecher der AZ bestätigt. Allerdings ist noch nicht entschieden worden, welche Auflagen die Demonstranten bei ihren Aktionen beachten müssen. Verbieten lassen wird sich der Protestspaziergang der Siko-Gegner durch die Fußgängerzone kaum, heißt es bei der Sicherheitsbehörde.

 

3.000 Polizisten werden im Siko-Einsatz sein

Die Polizei wird die Konferenz im Bayerischen Hof mit einem Großaufgebot schützen. Rund 3000 Polizisten werden im Einsatz sein. „Rund um den Promenadeplatz gibt es wie jedes Jahr den gesperrten Sicherheitsbereich mit den bekannten Kontrollen“, sagt Polizeisprecher Thomas Baumann.

Auch die Geschäftsleute in der City sehen dem Protest gelassen entgegen. „Wir haben vollstes Vertrauen zu den Sicherheitsbehörden“, sagt Wolfgang Fischer von City-Partner. „Die letzten Jahre blieben die Proteste gegen die Sicherheitskonferenz immer friedlich.“

 

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