Sexy und verletzlich Hier zeigt Kati Witt die ungeschminkte Wahrheit

Kati Witt zeigt in ihrem neuen Buch zahlreiche private Bilder - von der Einschulung bis hin zu den Olympischen Spielen. Foto: dpa

Kati Witt war die Eis-Königin der DDR. Kurz vor ihrem 50. Geburtstag bringt sie nun einen sehr persönlichen Bildband heraus und lässt ihre Karriere und ihr Privatleben Revue passieren.

 

Berlin - Kurz vor ihrem 50. Geburtstag am 3. Dezember öffnet Katarina Witt ihr ganz privates Bildarchiv und gestattet ungewohnte Einblicke in ihr Leben. Ungeschminkt, verletzlich und sexy gibt sich die frühere Eis-Queen in dem an diesem Montag erscheinenden Bildband "So viel Leben".

Mit rund 300 Fotos dokumentiert die Eiskunstlauf-Ikone nicht nur ihre zwei Olympiasiege, vier Weltmeister- und sechs Europameister-Titel. Die Zeilen zwischen den Bildern, die sie selbst verfasste, sind verblüffend offen: "Manchmal verdamme ich diese gnadenlose Disziplin und Perfektion, mit der wir Leistungssportler erzogen sind. Es kann ein Fluch sein, wenn man nicht irgendwann lernt loszulassen."

Sie ist immer noch stolz, erst als zweite Frau nach der Norwegerin Sonia Henie zum zweiten Mal nacheinander (1984 und 1988) auf den Olymp gelaufen zu sein und dankt in liebevollen Worten ihrer jahrelangen Trainerin Jutta Müller. "Viel lieber als das tägliche Training hatte ich die Wettkämpfe. Je größer der Druck war und je mehr ich mit dem Rücken zur Wand stand, desto besser war ich", schreibt sie.

Viel Kritik für Nähe zum SED-Regime

Und sie erzählt, wie sie mit 23 Jahren für Filmaufnahmen der "Carmen on Eis" in Sevilla auf der Bühne stand, als die Mauer in ihrer Heimat fiel. Am liebsten wäre sie im November 1989 sofort heimgeflogen, erzählt die Wahl-Berlinerin. Die Zeit danach war hart für Witt, die einst als "schönstes Gesicht des Sozialismus" galt: Sie musste viel Kritik einstecken für die .

Die Presse-Schelte empfand sie als "große Verletzung", den Fall der Mauer dagegen als Geschenk. Sie war zwar stets privilegiert, empfand die uneingeschränkte Reisefreiheit auch für ihre Eltern und die Wiedervereinigung als großes Glück. Die Jahre in den USA, als sie ihre Profikarriere bei "Holiday on Ice" startete, drücken ihr unbändiges Lebensgefühl aus.

Bittere Tränen beim Abschied vom Eis

Der Abschied vom Eis war schwer, sie liebt das Publikum und zögerte ihn lange hinaus. Aufgaben wie der Kuratoriumsvorsitz der Olympia-Bewerbung für München 2018 füllten sie danach ganz aus. Sie erkannte allerdings auch: "Das sportpolitische Parkett ist glatter als manch frisch gewischte Eisbahn." Nach dem Scheitern weinte sie bittere Tränen.

Inzwischen ist es etwas ruhiger um die große deutsche Eiskunstläuferin geworden - Auftritte in Shows und Galas sucht sie genau aus. Mehr und mehr genieße sie die kleinen, ungeschminkten Momente ohne Trubel und Roten Teppich, schreibt Witt. "Und zu meinem Glück bin ich endlich bei mir angekommen."

 

Today I got the very first edition of my book by mail. I'm thirlled! It is still wrapped and I am very excited to open it!

Posted by Katarina Witt on  Mittwoch, 4. November 2015
 

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