Sex-Täter legt Geständnis ab Drogen, Pornos, Vergewaltigungen

Ibil B. (38) versteckt sein Gesicht hinter einem Aktenordner. Hinter ihm die Anwälte Nicolas Frühsorger (r.) und Michael Weiss.Er muss sechs Jahre und drei Monate in Haft. Foto: Torsten Huber

Drogen, Pornos – und schließlich das: Ein Mann vergewaltigt zwei Frauen – weil eine Stimme ihm sagt, die hätten das so gewollt. Sein bizarres Geständnis vor Gericht.

 

München - Das Leben des Hartz-IV-Empfängers Ibil B. (38) bestand aus Drogen, Pornos und Gewaltfantasien: „Ich war den ganzen Tag daheim, habe TV-Serien oder Pornos geschaut und geraucht. Ich mag es, wenn die Frauen beim Sex gewürgt werden.“

Im August 2012 setzte er sein Fantasien in die Tat um: Er misshandelte zwei Frauen. Jetzt stand er wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Landgericht.

Über seine Strafverteidiger Nicolas Frühsorger und Michael Weiss legte er ein Geständnis ab: „Der Angeklagte bekennt sich schuldig. Zur Tatzeit litt er unter einer akuten Psychose. Er glaubte, er sei aufgefordert worden, zu vergewaltigen.“

Am 1. August fiel ihm in der U1 die blonde Britta S. (30) auf. Der Angeklagte: „Sie trug einen Minirock – und eine Stimme sagte, die Frau will vergewaltigt werden.“ An der Maillingerstraße stieg sie aus. Ibil B. verfolgte sie bis in einen Bürofahrstuhl in der Landshuter Allee. Sie waren allein.

Um 8.48 Uhr, der Fahrstuhl war gerade angefahren, packte der Angeklagte die Frau am Hals, drückte sie gegen die Wand und hielt ihr den Mund zu. Dann fasste er ihr unter den Rock, griff ihr in den Slip. Sie fielen zu Boden. Als im 5. Stock die Lifttür aufging, konnte sie flüchten.

Einen Tag später, gegen 23 Uhr, stieg er mit Nastasja J. (24) am U-Bahnhof Neuperlach-Süd aus. Es regnete damals; Ibil B. hörte angeblich wieder eine Stimme. Vor einem Bürogebäude in der Carl-Wery-Straße packte er sie am Hals, wollte sie ins Gebüsch zerren.

Sie stieß ihm den Schirm gegen die Brust. Dennoch brachte er sie zu Boden, versuchte, unter ihren Rock zu greifen. Die Hilfeschreie hörten Passanten. Ibil B. flüchtete.

Das Leben von B. war 2003 in Schieflage geraten: Er hatte seinen Job bei BMW am Fließband verloren. Die Frau, mit der er eine Tochter (15) hat, ließ sich scheiden. „Ich hatte keine Lust mehr zum Arbeiten, und meine Frau verließ mich wegen der Drogen“, sagte der Angeklagte, der über 300 Pornofilme daheim hatte.

Seine Wohnung soll wie bei einem Messie ausgeschaut haben: „Stimmt. Ich habe seit 2005 nicht mehr aufgeräumt. Gewaschen habe ich mich auch kaum.“ Überführt worden ist Ibil B. durch ein Videofoto im Büro an der Landshuter Allee. Am 1. Juli werden die Opfer vernommen.

 

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