Serientäter und Senkrechtstarter TSV 1860: Die AZ-Zeugnisse für die Defensive der Löwen

In Marco Hiller hatten die Löwen in der abgelaufenen Saison einen überwiegend sicheren Rückhalt. Foto: sampics/Augenklick

Der famose Erfolg von 16 ungeschlagenen Spielen in Folge war natürlich auch ein Verdienst von Sechzigs Defensivverbund. Im ersten Teil der AZ-Zeugnisse sind heute die Torhüter und Abwehrspieler dran.

 

München - Kicken, baden, Füße hochlegen: Torhüter Marco Hiller, Kapitän Felix Weber und Co. beendeten eine hochspannende Spielzeit 2019/20 am Samstag mit dem 0:2 gegen den FC Ingolstadt 04, zwei Tage später ging es für den Großteil des Teams an die kroatische Adriaküste.

Koa Relegation, die Realität des TSV 1860 heißt Rang acht – der große Aufstiegstraum vieler Fans wie Spieler ist zwar zerplatzt, doch die Sechzger haben sich durch den historischen Lauf von 16 Spielen in Serie ohne Pleite mehr als achtbar geschlagen.

Wie die Mannschaft dabei im einzelnen performte? In Teil eins der AZ-Zeugnisse holen sich die Torhüter und Abwehrspieler der Sechzger ihre Noten ab.

Marco Hiller, Note 2

Seine Saison begann erst am 14. Spieltag nach der Verletzung von Konkurrent Hendrik Bonmann. "Wir müssen uns bei Marco Hiller bedanken", sagte Trainer Köllner gleich öfter über den Mann, der sinnbildlich für Sechzigs Serientäter stand. Bärenstark auf der Linie und im Eins gegen Eins, seine Schwächen bei Rückpässen und im Herauslaufen konnte er verbessern. Ließ sich bis Saisonende nicht mehr verdrängen. Fazit: Gute Saison des Löwen-Fängers, Entwicklungspotenzial vorhanden.

Hendrik Bonmann, Note 3

Des einen Freud, des anderen Leid: 13 Spiele lang Stammtorhüter, meist solider Rückhalt und insgesamt kompletter als Hiller. Eine kleine Muskelverletzung und die starken Leistungen seines Kontrahenten just beim Trainerwechsel von Bierofka über Beer auf Köllner waren es, die sein Schicksal besiegelten: nur noch Reservist und (auch aus finanziellen Gründen) wohl bald Geschichte bei 1860.

Dennis Erdmann, Note 4

Der "Earthman" versteht sich als Kult-Profi und reißt große und auch witzige Sprüche. Nicht so lustig: seine Leistungen. Biss sich rein und war auch Stammspieler, doch es fehlte an der Souveränität. Erfolgreicher Karten-Sammler (14 Gelbe!).

Felix Weber, Note 4

Für den Kapitän und Bierofka-Vertrauten eine Saison voller Rückschritte. Anfangs gesetzt und kampfstarker Innenverteidiger. Drittliga-Tauglichkeit vorhanden, aber ein klassischer Anführer ist der sympathische, aber schweigsame Bayer nicht. Vom Mentalitäts-Duo Berzel/Erdmann verdrängt, unter Köllner plötzlich in der Rangfolge hinter Aushilfs-Verteidiger Daniel Wein nur noch Nummer vier. Im Saisonfinale dabei – prompt patzte er vor dem 0:1. Zukunft völlig offen.

Aaron Berzel, Note 3

Publikumsliebling und aufgrund seines Wesens und seiner Freundschaft zu Alpha-Löwe Sascha Mölders weit oben in der internen Hierarchie. Untermauerte seine Stammelf-Ansprüche durch gute Leistungen, hatte aber auch so seine Wackler. Insgesamt solide Spielzeit.

Phillipp Steinhart, Note 3

Sechzigs Stamm-Linksverteidiger lieferte in der Vorsaison durch seine Standard-Stärke unglaubliche 14 Scorerpunkte. In der abgelaufenen Spielzeit war er öfter Unsicherheitsfaktor gegen schnelle Außenangreifer, mit einem Tor und acht Assists dafür erneut wertvoll in der Offensive.

Leon Klassen, Note 3

Junglöwe Nummer eins, der sich im Laufe der Saison immer wieder zeigen durfte. Unter Daniel Bierofka gefördert, hatte er bei Köllner zunächst einen schweren Stand, bevor er öfter reingeworfen wurde. Unvergessen: sein 70-Meter-Sprint und Tor in Uerdingen. Mit je zwei Toren und zwei Vorlagen in 19 Spielen definitiv ein Mann der Zukunft bei den Löwen – falls ihn 1860 halten kann.

Marius Willsch, Note 2

Sechzigs Senkrechtstarter schlechthin. Aus der Not heraus vom Reserve-Mittelfeldspieler zum Rechtsverteidiger umfunktioniert. Dort defensiv zumeist solide, offensiv mit jeder Menge Schwung – und daher wohl die größte Überraschung der Saison. In seinen 36 Einsätzen Dauer(b)renner.

Herbert Paul, Note 4

Der Rechtsverteidiger entdeckte einst auf Sri Lanka die Meditation als probates Mittel. Auf dem Rasen mit einer guten Physis und guten Anlagen eigentlich mehr als Reservist, wären da nicht diese Patzer und Platzverweise wie zuletzt seine Rote gegen Ingolstadt, die ihm trotz Entspannungspraktiken immer wieder unterliefen.

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