Sensation in der Oberpfalz Wahnsinn: 1,75 Meter langer Regenwurm gefunden!

Was für ein Wurm! Ralf Hirsch mit seinem ungewöhnlichen Fund. Foto: privat

Ein Chamer Rentner traut seinen Augen nicht: In seinem Garten ringelt sich ein riesiges Weichtier. Normal werden die maximal 60 Zentimeter lang. Ist das Exemplar in der Oberpfalz etwa mutiert?

 

Cham - Ralf Hirsch gartelt mit seinen Freunden ganz gemütlich in seiner Kleingartenanlage im beschaulichen Cham in der Oberpfalz. Da kriecht plötzlich etwas Langes an ihnen vorbei. Etwas sehr Langes.

Erst denken die Männer: Das muss eine Schlange sein. Ist es aber nicht. Es ist ein riesiger, rosafarbener Regenwurm – der sogar größer ist, als der Finder selbst: 1,75 Meter misst das Tier. Damit überragt das Weichtier den Rentner Hirsch um rund fünf Zentimeter. Der Durchmesser des Wurms entspricht in etwa dem kleinen Finger – „etwa ein Zentimeter“, schätzt er. Nach einem Erinnerungsfoto haben Hirsch und seine Freunde den Riesenwurm wieder im Garten ausgesetzt. „Das Riesenvieh kann mit Sicherheit eine Menge Boden auflockern“, witzelt er.

Gartenexperten rätseln: Wo kommt dieses Vieh nur her?

Die Garten-Experten in der Oberpfalz rätseln. Auch Paul Standecker, Vorsitzender der Garten- und Blumenfreunde Cham, findet immer wieder Regenwürmer. Aber die sind in der Regel zehn bis 15 Zentimeter lang. „Sowas habe ich noch nie gehört“, sagt er zum Sensationsfund von Ralf Hirsch. Ist das Tier etwa mutiert? Das Rätsel bleibt: Woher kommt also dieses Riesenvieh?

Dr. Hansjörg Wunderer, Leiter des Regensburger Naturkundemuseums, glaubt auf keinen Fall an Mutantengeschichten à la Godzilla. Vielmehr siedelt er die Herkunft des Riesen vom Chamer Schulberg in Südostasien oder Lateinamerika an. „Auf alle Fälle ist er nicht aus der Region.“ Denn heimische Würmer werden laut Wunderer definitiv nicht länger als 50 oder 60 Zentimeter.

Der Riesenregenwurm wird wohl den Winter gut überleben

Vermutlich habe der Wurm seinen Weg nach Cham als blinder Passagier gefunden. Um welche Spezies es sich genau handelt, kann der Zoologe aus der Ferne nicht feststellen. „Das ist bei Zigtausenden auf der Erde lebenden Wurmarten einfach nicht möglich.“ Und das gefundene Exemplar gräbt sich zudem schon längst wieder durch die Chamer Erde. Kann das Tier bei uns überleben? Wenn die Bedingungen passen, könnte der tropische Wurm den Schulberg-Gartlern erhalten bleiben.

In Komposthaufen sei es warm und das Nahrungsangebot reichlich. Die Trockenstarre als Überlebensprinzip für extremes Wetter in den Tropen ähnle der Kältestarre. Durch die Reduktion des Stoffwechsels auf ein Minimum könnte das Tier bis kommendes Frühjahr durchhalten, so Wunderer.

Im September 2012 war in China ein Wurm mit rund einem halben Meter Länge entdeckt worden, nichts im Vergleich zum Bayerischen Fund. Vermutlich stammte das Tier aus Südamerika.

Dort soll es Exemplare mit bis zu drei Metern Länge geben. Fakt ist: Regenwürmer sind nützlich. Sie lockern den Boden, der gemeine Kompostwurm verstoffwechselt Gartenabfälle zu Humus. Neben dem Tauwurm zählt dieser zu den Ringelwürmern, die am häufigsten in den Gärten der Region vorkommen.

 

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