Zehntausende gehen auf die Straße #Ausgehetzt-Demo in München: So lief der Tag

Der Königsplatz ist bereits voll mit Menschen. Die Bilder der Demo. Foto: mag

Zehntausende Teilnehmer wurden erwartet, zehntausende kamen: Unter dem Motto #ausgehetzt fand am Sonntag eine Groß-Demonstration statt. So lief der Tag.

München - Auch vom Regen haben sich die Münchner nicht abhalten lassen: Über 25.000 Menschen haben am Sonntag bei der #ausgehetzt - Demonstration gegen Rechtspopulismus und eine Politik der Angst demonstriert. Auf dem Königsplatz fand die große Abschlusskundgebung statt. Die AZ hat den Tag in Wort und Bild begleitet.


Wer sich in aller gebotenen Kürze informieren will, der kann hier unsere Zusammenfassung nachlesen.

Wir haben den Tag auch im Video für Sie festgehalten:

+++ Königsplatz leert sich langsam - Stimmung gelöst +++

Bis 19 Uhr gibt es noch Redebeiträge und Musik, zumindest laut offiziellem Plan der Veranstalter. Die Stimmung auf dem Königsplatz ist nach wie vor sehr gut und gelöst. Viele verlassen den Platz langsam schlendernd und mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.

+++ Lilienthal und Stückl auf der Bühne +++

Die CSU wollte nicht, dass beide Institutionen offiziell zur Demo aufrufen, nun stehen beide Chefs auf der Bühne: Matthias Lilienthal von den Kammerspielen und Christian Stückl vom Volkstheater. Applaus brandet auf. 

+++ U-Bahn so voll wie zu Wiesn-Zeiten +++

Wenn über 25.000 Menschen nach Hause fahren, wird's in der U-Bahn eng. Die Veranstalter sagen durch: "Lauft nicht in den Bahnhof Königsplatz, der ist komplett voll". Kennen die Münchner sonst nur zu Wiesnzeiten an der Theresienwiese.

+++ CSU-Generalsekretär beklagt "Hetze"

Der CSU-Generalsekretär Markus Blume hat die Großdemo kritisiert und "Hetze" beklagt. Dem "Spiegel" sagte er: "Wer 'CSU-Rassistenpack' skandiert, wer der CSU unterstellt, Konzentrationslager vorzubereiten, oder wer die CSU für schuldig erklärt am Tod von Migranten im Mittelmeer, der hat jeglichen Anstand verloren und betreibt übelste Hetze". Er forderte die Landtags-Parteien zudem auf, "sich von diesem unglaublichen Entgleisungen zu distanzieren".

+++ Polizei zieht Bilanz: "Sehr zufrieden mit dem Ablauf"

Die Münchner Polizei hat inzwischen Bilanz der Demonstration gezogen. Die Beamten sprechen von "über 25.000 Teilnehmern", die aktuell auf dem Königsplatz seien. Und die Polizei ist "sehr zufrieden mit dem friedlichen Ablauf der Versammlung. Zu außergewöhnlichen Störungen oder auch Sicherheitsbeeinträchtigungen kam es dabei nicht."

Insgesamt 350 Beamte waren im Einsatz, acht Personen wurden wegen Sachbeschädigungen angezeigt.

+++ Luise Kinseher tritt auf +++

Auf der Bühne spricht Luise Kinseher alias "Mama Bavaria": "Wir Menschen sind alle eins. Aus der Nummer kemma mir einfach ned raus". Und weiter: "Neha die Tabletten oder was? Der Markus Söder muas irgendwas nehma, sonst wär der ned so schmerzfrei". Fast wie beim Starkbieranstich...

+++ Spaenle: "Verirrte Blumenkinder" +++

Münchens CSU-Chef hat sich auf seiner Facebookseite zu Wort gemeldet. Er bezeichnet die Demonstranten als "verirrte Blumenkinder", die sich "moralisch überlegen wähnen". (Nachtrag: Inzwischen hat Spaenle den Post kommentarlos gelöscht.)

+++ Kapitän der "Lifeline" tritt auf +++

Jetzt tritt der Kapitän des Rettungsschiffes "Lifeline" auf. Wir haben mit Claus-Peter Reisch vorab über seinen Job gesprochen. Das Interview finden Sie hier. Während Reisch von seinen Hilfs- und Rettungsmissionen erzählt, herrscht auf dem Königsplatz Totenstille. Einige haben Tränen in den Augen. Zwischenrein hört man "Danke"-Rufe.

+++ Kabarett-Szene spricht +++

Politik und Musik war schon dran, jetzt kommen die Kabarettisten. Urban Priol sagt: "Jetzt weiß ich, warum der Himmel heute früh seine Schleusen geöffnet hat: Der Himmel weint vor Lachen, über die Plakataktionen der CSU". Wir haben mit Priol im Vorfeld der Demo gesprochen. Das Interview finden Sie hier.

+++ Keine Reaktionen bislang von der CSU +++

Die CSU hat bislang nicht auf die dann doch überraschend hohe Teilnehmerzahl bei der #ausgehetzt-Demo reagiert. Bis auf die Plakat-Aktion (siehe unten) in der Nacht hat sich weder die Partei noch ein (Spitzen-)Politiker der CSU bisher zu Wort gemeldet.

+++ Fette Beats am Königsplatz +++

Nach der Politik kommt die Musik. Auf der Bühne spielen unter anderem Hannes Ringlstetter und Roger Reckless. Und Dicht&Ergreifend. Fette Beats wummern um die Säulen der Glyptothek. Die Stimmung ist ausgelassen.

+++ Die Opposition spricht +++

Bei der Abschlusskundgebung haben in kurzen (!) Statements die Vertreter der Opposition gesprochen. Katharina Schulze von den Grünen: "Wir lassen uns unser Bayern nicht kaputt machen". Die Grünen haben bei der Landtagswahl gute Chancen, zweitstärkste Kraft hinter der CSU zu werden.

+++ Veranstalter sprechen von 50.000 Menschen +++

Diese Zahl düfte dann aber doch etwas hoch sein: laut den Veranstaltern sind 50.000 Menschen auf dem Königsplatz. Es sind wohl tatsächlich etwas über 20.000 gekommen. Die allerdings machen mächtig Lärm...

+++ Abschlusskundgebung läuft - bei trockenem Wetter +++

So pünktlich wie es zum Beginn der Demo anfing zu regnen, so pünktlich hat es nun zur Abschlusskundgebung wieder aufgehört. Das freut die Teilnehmer, die nach wie vor zahlreich auf den Königsplatz drängen. Tenor bislang: "In Bayern sprechen wir viele Sprachen, und das ist gut so".

+++ OB Reiter: "Wir stehen auf, immer wieder, wenn's notwendig ist" +++

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist inzwischen auch eingetroffen. Er sagt zur AZ: "Es ist ein Wahnsinn, dass bei diesem Wetter wieder so viele Leute auf die Straße gehen. Das zeigt, wie die Politik unserer Staatsregierung bei den Menschen ankommt!" Die Vorwürfe auf den CSU-Plakaten, die Demonstranten würden Bayern aufhetzen, findet er "absolut lächerlich".

"Ich fände es deutlich besser, wenn man im täglichen Sprechen und Tun Anstand wahrt, statt ihn zu plakatieren" sagt Dieter Reiter, der als Münchner Bürger auf der Bühne spricht. Und weiter: "Der soziale Friede in unserer Stadt und in Bayern ist gefährdet. Durch Verrohung der Sprache und völlig falsche Priotitätensetzubg. Wir stehen auf, immer wieder, wenn's notwenig ist".

+++ Polizei: über 20.000 Demonstranten +++

Inzwischen spricht auch die Polizei offiziell von über 20.000 Demonstranten, die auf oder rund um den Königsplatz in München sind. Bisher ist alles friedlich. Til Hofmann, einer der Mitorganisatoren, sagte zur AZ: "Wir bedanken uns bei der CSU für die Werbung" - er bezieht sich dabei natürlich auf die Plakate und Anträge gegen die Demo (siehe unten). Der Strom aus der U-Bahn reißt immer noch nicht ab...

Auf der Bühne spielt die "Hausband" Dreiviertelblut den Song "mia san ned nur mia". "Wir haben das Lied vor drei Jahren hier zum ersten Mal gespielt (beim Danke-Konzert, d. Red.) und wir spielen es so lange, bis wir es nicht mehr spielen müssen", schicken sie vorweg.

+++ Es wird langsam eng +++

So langsam wird es kuschelig am Königsplatz. Obwohl die #ausgehetzt-Demo noch gar nicht angekommen ist, ist der Platz schon gut gefüllt. Bis hinten stehen die Leute, berichten unsere Reporter vor Ort. Wir werden an dieser Stelle übrigens ein Live-Video  der Abschlusskundgebung machen!

Der Zug skandiert derweil auf seinem Weg auch den Satz. "Schießt den Söder auf den Mond, das ist Raumfahrt, die sich lohnt".

+++ Königsplatz erwartet die Demonstration +++

Am Königsplatz selber ist man schon bereit. Hier warten auch bereits hunderte auf die Abschlusskundgebung. "Für alle Fleißigen, die jetzt schon hier sind, gibt es jetzt erst Mal eine halbe Stunde Musik, bis alle da sind und die Reden anfangen". Es sei zwar kein Festival sondern eine Kundgebung; Aber die Botschaft sei, dass hier alle zusammen die Vielfalt feiern. "Gegen die Politik der Spaltung, gegen die Politik der Angst", sagt einer zur AZ. Django 3000 spielen bereits auf der Bühne.

+++ Immer mehr Menschen +++

Langsam nähert sich der Zug dem Königsplatz, dort steigt die große Abschlusskundgebung. Unsere Reporter berichten, dass der Zustrom der Menschen weitergeht. Die U2 am Königsplatz ist so voll, dass am Hauptnahnhof nicht alle reinpassen...

Ein AZ-Leser hat derweil beobachtet, dass die AZ auch mit ihren Zeitungskästen mitten im Geschehen ist..

+++ Polizei spricht von 15.000 Demonstranten +++

Die Polizei meldet inzwischen gut 15.000 Demonstranten. Ein AZ-Reporter hat außerdem beobachtet, wie ein Polizist einem asiatischen Touristen "in astreinem bayerisch-englisch" eklärt, warum die Leute hier sauer auf die Politik der CSU sind. Und natürlich, wie der Mann am schnellsten zu seinem Ziel kommt. Die Polizei, dein Freund und Helfer...

+++ Matthias Lilienthal auch schon da +++

Die AZ hat im Protestzug Matthias Lilienthal gesichtet, den Intendanten der Kammerspiele. Sein Aufruf zur Demo brachte die CSU auf die Palme (mehr dazu hier). Er sagt unseren Repotern um die klare Positionierung der Kammerspiele: "Ich habe mehr ausgeteilt, als ich einstecken musste."

+++ Protest in Gummistiefeln und Tracht +++

Aus ganz Bayern sind Teilnehmer gekommen, um heute in München zu demonstrieren. Und es zeigt sich: So eine Lederhose schaut auch mit Gummistiefeln immer gut aus.

+++Es geht Richtung Königsplatz +++

Der Zug ist am Bavariaring vorbei gezogen und aktuell unterwegs in Richtung DGB-Haus, der dritten Station (die Route finden Sie unten). Und: es werden beständig mehr Menschen, die Veranstalter sprechen von gut 18.000 Teilnehmern.

+++ Polizei bislang zufrieden +++

Laut Polizei sind bisher rund 5.000 Menschen unterwegs, Tendenz steigend. Die Beamten sind mit dem Verlauf der Demonstration bislang sehr zufrieden. Es gibt keine Vorkommnisse.

+++ Ein paar Plakat-Impressionen +++

+++ Der Zug ist in Bewegung +++

Nach den ersten beiden Reden am Goetheplatz hat sich der Demonstrationszug in Bewegung gesetzt. Die Demo skandiert immer wieder: "Was will ich? Was willst du? Das Verbot der CSU!" und "Das Wetter ist besser als die CSU". Gegendemonstranten gibt es bislang keine.

+++ "Pünktlich" zum Start: Es schüttet wie aus Kübeln +++

Das nennt man Timing: Pünktlich zum offiziellen Start der #ausgetzt-Demo schüttet es in München wie aus Kübeln. Die Menschen kommen trotzdem zahlreich an den Goetheplatz.

Auf der Auftaktkundgebung spricht Antonia Veramendi von der Schlauschule: "Der Rechtsbruch, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken und Retter kriminalisiert werden, macht klar: Die Menschenwürde ist doch antastbar. Der Ton von Söder und Seehofer löst nicht das Problem, er ist das Problem. Das Problem heisst nicht Migration, sondern Nationalimus, Populismus und Rassismus"

+++ Jetzt live: Auftakt der #ausgehetzt-Demo +++

Die Demo startet. Wir sind live vor Ort.

+++ Die ersten Demonstranten sind da +++

Langsam wird es voller an der Lindwurmstraße, unserere AZ-Reporterin schätzt, dass trotz Regens mehrere tausend Menschen vor Ort sind.

Ein Meer an Regenschirmen. Die Demonstranten lassen sich vom miesen Wetter nicht abhalten. Foto:min

+++ Erster Startpunkt um 13 Uhr +++

Um 13 Uhr startet die Demo in der Lindwurmstraße. Thema: Asyl, Migration, Anti-Rassismus und Frieden. Die CSU hat dort Kleinlaster postiert, die die unten gezeigten Plakatmotive montiert haben.

+++ Große Umleitungen bei der MVG +++

Wegen der Demo kommt es bei der MVG zu Unregelmäßigkeiten und Umleitung, vor allem Busse und Trambahnen sind betroffen. Die MVG bittet, auf U-Bahnen oder S-Bahnen auszuweisen. Allerdings: Auch U3 und U6 fahren an diesem Sonntag nur im Pendelverkehr.

Und, wie könnte es passender sein: Die S-Bahn hatte am Sonntagmorgen wieder mit einigen Sperrungen auf der Stammstrecke zu kämpfen, es kam (und kommt) zu größeren Verzögerungen im Fahrplanablauf.

+++ Wie viele Demonstranten kommen trotz Regen? +++

Das Wetter in München ist nicht gerade Demonstrationsfreundlich. In der Nacht fing es an, stark zu regnen und auch für den Tag sind Niederschläge vorhergesagt. Das dürfte sich auch auf die Zahl der Demonstranten auswirken: 30.000 Menschen, wie von den Organisatoren erhofft, dürften es wohl eher nicht werden.

+++ CSU klebt Gegen-Plakate +++

Die CSU, gegen deren Politik sich die Demo ja unter anderem auch richtet, hat in der Nacht und am frühen Morgen in der Stadt Plakate kleben lassen, die gegen die Demo mobil macht. "Ja zum politischen Anstand, Nein zu #ausgehetzt", ist darauf zu lesen. Und der Spruch: "Bayern lässt sich nicht verhetzen".

+++ Darum geht es bei der #ausgehetzt - Demo +++

Bei der Veranstaltung am Sonntag geht es um Themen wie Flucht, Krieg, Gleichstellung und Sozialpolitik - und lauit Initiatoren um "ein Zeichen gegen den massiven Rechtsruck in der Gesellschaft", Überwachungsstaat, und für Freiheit und Menschenrechte. Auch wenn die CSU nicht explizit genannt wird, so ist sie doch ein Hauptziel des Unmuts.

Mehr als 130 Gruppierungen haben sich in einem Bündnis zusammengeschlossen und werden am Sonntag in mehreren Kundgebungen demonstrieren. Die erste beginnt um 13 Uhr am Goetheplatz (Schwerpunktthemen: Asyl, Migration und Anti-Rassismus), die zweite um 13.30 Uhr am Bavariaring (Motto: "Nein zum PAG"), die dritte um 14 Uhr am DGB-Haus (Themen: Wohnen, Arbeit, Sozialpolitik), die vierte um 14.30 Uhr am Karl-Stützel-Platz (Thema: Gleichstellung von Frauen und LGBTI). Die große Abschlusskundgebung findet um 15 Uhr am Königsplatz statt. Die Veranstalter rechnen mit 20.000 bis 25.000 Telnehmern.

+++ Großdemo am Sonntag: Zeitplan und Route durch München +++

Karte Ausgehetzt Demo Demonstration CSU
(Auf das Bild klicken zum Vergrößern)

 +++ "Ausgehetzt": Die Groß-Demo im AZ-Newsblog +++

Wir begleiten die Vorbereitungen und die Kundgebungen am Sonntag in einem Newsblog. Mehrere AZ-Reporter werden unterwegs sein, ihre Eindrücke schildern, aktuell über die wichtigsten Ereignisse rund um die Demos informieren - in Text, Fotos und Videos.

 

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