Schwierigkeiten bei der Kita-Platz-Suche Die Kindergarten-Lage in München

Mehr Plätze als Kinder? Das gibt’s: in der Maxvorstadt (Versorgung: 126 Prozent) und in Schwabing-Freimann (105 Prozent). In Thalkirchen finden nur drei von vier Kindern einen Kindergartenplatz. Die einzelen Stadtbezirke zum Durchklicken. Foto: AZ/ Tabelle: Bildungsreferat

In der City sind noch Plätze frei, in Obergiesing wird die Suche schon schwieriger. Die AZ zeigt, wie gut die einzelnen Stadtviertel mit Krippen und Kindergärten versorgt sind – und wie viele Häuser noch entstehen.

 

München - Gerade hat das neue Kindergartenjahr begonnen – aber noch immer suchen viele Münchner Familien einen Kita-Platz für ihren Sprössling. Vor allem bei den Krippen (0- bis 2-Jährige) reichen die Plätze längst nicht, um alle Knirpse unterzubringen.

Dabei buttert die Stadt seit Jahren Millionen in den Ausbau von Kindergärten, Horten und Krippen.

Gerade erst sind 35 neue Kitas in Betrieb gegangen, weitere 19 werden bald fertig. Macht 4000 neue Plätze fürs laufende Jahr, zwei Drittel davon sind Krippenplätze.

Weitere 390 Millionen Euro steckt die Stadt bis 2017 in nochmal 8500 Plätze, dazu kommen 121,5 Millionen Euro Zuschüsse für neue Häuser, die freie Träger errichten wollen.

Das Kernproblem: Die Zahl der Knirpse wächst und wächst. Knapp 88 000 Buben und Mädchen im Vorschulalter leben in München, je zur Hälfte im Krippen- und Kindergartenalter. Das sind 16 300 mehr als im Jahr 2000. Zum siebten Mal gab’s letztes Jahr einen Geburtenrekord: Mit 15 951 Neugeborenen kamen an der Isar so viele Kinder auf die Welt, wie seit den Babyboomer-Jahren vor 1968 nicht mehr.

Nicht nur, dass Eltern seit August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz haben. Weil immer mehr Eltern länger arbeiten müssen, wird auch der Bedarf nach längeren Betreuungszeiten größer. Ein Engpass-Ende? Ist also nicht in Sicht. Jetzt hat das Bildungsreferat die aktuellen Zahlen zur Kita-Situation in München vorgelegt. Und so schaut’s aus.

Die Lage bei den Kindergärten

Für eine Großstadt nicht mal schlecht: Mit den 1344 neuen Plätzen gibt es im Stadtgebiet nun 40 853 Kindergartenplätze. Neun von zehn Münchner Buben und Mädchen im Alter von 3 bis 6 Jahren dürften damit einen Betreuungsplatz in einem städtischen, kirchlichen oder privaten Kindergarten haben. Nur knapp jedes zehnte Kind findet keinen Platz.

Allerdings ist die Situation nicht in allen Stadtteilen gleich gut (siehe Karte oben).

Top: Die dicht besiedelte Maxvorstadt (wo viele Studenten und Singles wohnen), hat mit einem Versorgungsgrad von 126 Prozent mehr Plätze als Kinder. Allein die Caritas meldet im Bereich Altstadt und Maxvorstadt 50 freie Kindergartenplätze. Auch in Schwabing-Freimann (Versorgungsgrad 105 Prozent) sollte jedes Kind einen Platz finden.

Flop: Anders in Neuhausen-Nymphenburg, Laim, Obergiesing und Schwabing-West. Hier fehlen noch so viele Plätze, dass jedes vierte Vorschulkind leer ausgeht – oder in ein anderes Viertel ausweichen muss.

Wie sieht’s bei den Krippen aus?

Sehr viel schwieriger. Nur halb so viele Krippen- wie Kindergartenplätze gibt es stadtweit. Konkret sind es 19 265. Damit können nur zwei von drei Kindern im Krippenalter überhaupt einen Platz finden.

Top: Mit Abstand die beste Krippenversorgung gibt’s auch hier in der Maxvorstadt (hier haben 63 Prozent der Kleinkinder Chancen; s. Tabelle unten).

Flop: Am schwersten bei der Suche tun sich Eltern in Obergiesing: Nur jedes siebte Kleinkind kann hier untergebracht werden (Versorgungsgrad: 15 Prozent).

Das Problem: Personalmangel

Die schönsten neuen Kitas helfen allerdings nicht weiter, solange Personal fehlt, das darin arbeiten möchte: An die 1000 Erzieherinnen und Kinderpfleger fehlen aktuell in München (AZ berichtete).

Wie findet man (dennoch) einen Kita-Platz?

Über die „Kita-Elternberatung“. Die städtische Beratungsstelle hat einen stadtweiten Überblick über alle freien Plätze bei städtischen, kirchlichen oder privaten Einrichtungen (Krippen, Kindergärten, Horte und Tagesheime) – und berät auch zu den verschiedenen Angeboten (% 089/ 233-96771; Mail an kita-eltern@muenchen.de). Seit Mai hat die Beratungsstelle 1800 Kita-Plätze vermittelt.

Zusätzlich hat die Stadt nun den „kita-finder“ online eingerichtet. Dort können sich Eltern im Internet über die Einrichtungen in ihrer Nähe informieren und auch für ihre Wunsch-Einrichtung vormerken lassen.

Gibt es auch ein Angebot für Eltern in einer Notsituation? Ja. Wer neu in München oder in einer Notlage ist, kann ab Januar 2015 einen Übergangsplatz in einer „Willkommenseinrichtung“ bekommen. 18 Plätze sind dafür in der städtischen Kita an der Müllerstraße reserviert, weitere 18 stellt demnächst eine private Einrichtung zur Verfügung

Stadtbezirk Versorgungsgrad


1 Altstadt-Lehel 54%
2 Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt 46%
3 Maxvorstadt 63%
4 Schwabing-West 27%
5 Au-Haidhausen 36%


6 Sendling 38%
7 Sendling-Westpark 41%
8 Schwanthalerhöhe 41%
9 Neuhausen-Nymphenburg 36%
10 Moosach 34%


11 Milbertshofen-Am Hart 35%
12 Schwabing-Freimann 52%
13 Bogenhausen 37%
14 Berg am Laim 25%
15 Trudering-Riem 45%


16 Ramersdorf-Perlach 46%
17 Obergiesing 15%
18 Untergiesing-Harlaching 40%
19 Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried 36%
20 Hadern 42%


21 Pasing-Obermenzing 41%
22 Aubing-Lochhausen-Langwied 28%
23 Allach-Untermenzing 39%
24 Feldmoching-Hasenbergl 36%
25 Laim 28%


LHM gesamt 45%

 

5 Kommentare