Schutz bei Terror & Amok Die Polizei rüstet auf: Das ist die neue Schutzkleidung

Die bayerische Polizei rüstet auf. In unserer Fotostrecke zeigen wir Ihnen die neue Anti-Terror-Ausrüstung. Foto: dpa

Schwer verpackt: Für 30 Millionen Euro stattet der Freistaat jetzt die Streifenbeamten mit Westen und Helmen aus, die Kugeln aus einer Kalaschnikow standhalten. Damit sollen die Einsatzkräfte bei terroristischen Angriffen besser geschützt sein.

 

München - Tapfer und geduldig steht der Beamte da, als am Freitag seine obersten Chefs, Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Polizeipräsident Hubertus Andrä, die neue Schutzausrüstung der Bayerischen Polizei vorstellen. Ebendiese trägt er dabei nämlich am Körper. Rund 20 Kilo wiegt die Montur, die aus ballistischem Helm, Schutzweste, Tiefschutz und einem Schulterüberwurf besteht.

"Die Schutzkleidung soll flexibel sein, schließlich müssen die Einsatzkräfte sich darin bewegen können. So ist sie je nach Lage frei kombinierbar", erklärt Andrä.

Derart ausstaffierte Polizisten kennt man bisher nur von den Sondereinsatzkommandos (SEK). Im Laufe des Sommers werden sämtliche Streifenwagen mit je zwei Sets der neuen Ausrüstung bestückt. Denn die Streifenpolizisten sind meist die ersten am Einsatzort.

Die Beamten sollen auch für Angreifer mit Sturmgewehren gerüstet sein

Die Aufrüstung ist Teil des Sicherheitskonzeptes, das die Staatsregierung vergangenes Jahr beschlossen hat. "Erst in der jüngsten Vergangenheit ist es in Manchester, London und St. Petersburg zu terroristischen Angriffen gekommen", sagt Hermann gleich zu Beginn und fährt fort: "Die Täter zuletzt in London hatten Messer, die in Paris allerdings Kalaschnikows. Wenn so etwas passiert, kann man nicht immer auf die Sondereinsatzkräfte warten."

Deshalb werden nun also auch in sämtlichen Streifenwagen, auch den zivilen, je zwei Sets der neuen Schutzmontur vorhanden sein. Vergangenes Jahr hat die Staatsregierung das in St. Quirin als Reaktion auf die erhöhte Gefahrenlage beschlossen. Die über 10.000 Helme, Westen, Überwürfe und Tiefschutze lässt sich das Innenministerium rund 30 Millionen Euro kosten.

Darüber hinaus werden die rund 32.000 Waffenträger der Bayerischen Polizei mit neuen Schusswaffen ausgestattet. Die entsprechen in der Art aber den bisherigen Modellen. Auch die Autos mussten der neuen Ausrüstung angepasst werden. Für die Kofferräume wurde ein eigener Einbau entwickelt.

Man hofft, die Schutzkleidung nie zu brauchen

Allein mit einer Schutzhülle ist es im Ernstfall nicht getan. Wie Hubertus Andrä beim Pressetermin am Freitag sagt, werden die Streifenpolizisten extra für den Einsatz in lebensbedrohlichen Gefahrenlagen trainiert. "In dem Bereich der Ausbildung und Weiterbildung hat sich in den letzten Jahren gewaltig was verändert", bestätigt Andrä.

"Es geht bei der neuen Ausrüstung nicht nur um die Sicherheit unserer Beamten, sondern auch die der Bürger", macht Andrä deutlich. "Denn nur ein geschützter Polizist kann wirkungsvoll agieren und eventuell Menschen aus einer Gefahr retten."

Bis die Ausrüstungen vollständig ausgeliefert sind, dauert es noch ein wenig. Oberste Priorität hat München, im Laufe des Sommers sollen aber alle Streifenwagen ausgestattet sein.

"Zu hoffen bleibt natürlich, dass die Schutzkleidung im Kofferraum bleibt und gar nicht benötigt wird", sagt Hermann abschließend.

Die AZ erklärt die neue Schutzkleidung der Polizei

 

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