Schulprojekt in USA Lebenstipps vom Mafia-Massenmörder

James "Whitey" Bulger regierte Bostons Unterwelt in den 1970er und 1980er Jahren mit brutaler Gewalt. Foto: dpa

In den USA haben drei Teenager im Rahmen eines Schulprojekts einen Brief an den verurteilten Mafia-Killer James "Whitey" Bulger geschrieben. Der Massenmörder antwortete prompt – mit Ratschlägen, wie die Mädchen ihr Leben gestalten sollten.

 

Boston - Mollykate Rodenbush, Brittany Tainsh und Michaela Arguin besuchen eine High School im UM-Bundesstaat Massachusetts und sollten im Rahmen eines Schulprojekts einen Beitrag unter dem Motto "Leadership and legacy" ("Führung und Vermächtnis") verfassen. Sie entschieden sich dafür, Kontakt mit Whitey Bulger aufzunehmen, der in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts die Winter Hill Gang anführte und ein dementsprechend fragwürdiges Vermächtnis hinterlässt.

Bulger hatte Boston Gang regelrecht terrorisiert. Nach 16 Jahren auf der Flucht war er 2011 mit seiner Freundin im kalifornischen Santa Monica gefasst worden. Zeitweise zählte Bulger zu den zehn meistgesuchten Männern des FBI, nur Osama Bin Laden stand auf der legendären Fahndungsliste noch vor ihm. Rund zwei Jahre nach seiner Festnahme war der gefürchtete US-Gangsterboss schließlich wegen elf Morden und weiterer Verbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Geschworenengericht in Boston hatte Bulger auch der Erpressung, der Geldwäsche, des Drogenhandels und des illegalen Waffenbesitzes für schuldig befunden. Bulger erhielt zweimal lebenslänglich plus fünf Jahre Gefängnis.

Als die drei Mädchen Bulger nun im Gefängnis anschrieben, rechneten sie nicht wirklich mit einer Antwort. Doch der Mafia-Massenmörder verfasste einen handschriftlichen Antwortbrief, in dem er die Schülerinnen davor warnt, jemand wie ihn als Vorbild anzusehen:

"Es tut mir leid, aber ich kann Euch mit Eurem Schulprojekt nicht helfen – es gibt viele Menschen, die Eure Zeit und Euer Interesse eher verdienen. […] Verschwendet Eure Zeit nicht mit jemandem wie mir – wir sind der Abschaum der Gesellschaft, werden am besten vergessen, an uns wendet man sich nicht für Ratschläge in Bezug auf 'Führung'. Ich hab die Schule nach der neunten Klasse abgebrochen und den falschen Weg eingeschlagen. […] Mein Leben war verschwendet und dumm. […] Wenn Ihr was gegen das Verbrechen tun wollt, dann studiert Jura."

 

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