Schulpolitik Eltern klagen über zu wenig Mitsprachemöglichkeiten

Der Bayerische Elternverband (BEV) beklagt sich über unzureichende Mitsprachemöglichkeiten der Eltern in der Schulpolitik.

 

München – Zwar behaupte das Kultusministerium, dass Eltern schon jetzt an der Schulentwicklung angemessen beteiligt würden – das stimme aber nicht, sagte die BEV-Vorsitzende Maria Lampl in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in München.

Die vom Ministerium eingerichteten Dialogforen in den Landkreisen dienten bislang lediglich als Verkündungsplattformen, kritisierte sie. „Die Eltern haben da keine Mitgestaltungsmöglichkeiten“, sagte Lampl. „Das Kultusministerium sagt, dass im Vorfeld die Meinungen abgefragt werden sollen – aber in Wirklichkeit haben die bereits alles in der Tasche. Und kritische Wortmeldungen werden sofort niedergebügelt“, berichtete sie.

„Man hat uns gesagt, ihr dürft da mitgestalten – aber in Wirklichkeit hat das gar nicht gestimmt.“ Lampl fürchtet, dass die Eltern auch bei der Weiterentwicklung des achtjährigen Gymnasiums – etwa bei dem von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) geplanten Intensivierungsjahr – keine echten Mitspracherechte bekommen.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Herr Spaenle da von seinem hohen Ross runtersteigt und nicht nur Meinungen abfragt, sondern sie auch akzeptiert und mit einbaut.“ Lampl kritisierte zudem, dass Bayern neben Nordrhein-Westfalen das einzige Bundesland sei, in dem es keine gesetzliche Elternvertretung auf Kreis-, Bezirks- oder Landesebene gebe. „Und dabei bräuchten wir ein Gremium, das für die Eltern in ganz Bayern zuständig ist.“

 

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