Schöffengericht Mutter verkauft Drogen neben Münchner Oktoberfest

Renate A. (42) vor dem Münchner Schöffengericht. Sie muss sich wegen Drogenabgabe an ihrer Minderjährigen (16) Tochter verantworten. Foto: th

Sie gibt neben dem Münchner Oktoberfest ihrer Tochter (16) Haschisch verkauft etwas. Die Polizei sieht das. Nun kassiert die 42-Jährige eine Bewährungsstrafe.

 

München - „So ein Aufstand wegen ein bisserl Haschisch“, hat die allein erziehende Mutter Renate A. (42) bei der ersten polizeilichen Vernehmung auf der Wiesn-Wache gesagt. Da sie die Drogen an ihre damals noch minderjährige Tochter (16) abgegeben und an den Studenten Jens K. (23) verkauft haben soll, steht sie jetzt wegen Drogenhandels vor dem Schöffengericht.

Es geht um eine Begebenheit am 2. Oktober 2013. Gegen 17 Uhr sitzt die Kellnerin mit ihrer Tochter auf der Wiese unterhalb der Bavaria. Sie ahnt nicht, dass wegen des Oktoberfestes die Polizei verstärkt kontrolliert.

Zwei Beamte in Zivil beobachten, dass Renate A. ihrer Tochter Haschisch für einen Joint übergibt. Sekunden später kommt der Student Jens K. mit seiner Freundin und kauft ihr eine geringe Menge gegen drei Euro und zwei Flaschen Bier ab.

Die Polizisten greifen ein. Ein Beamter im Zeugenstand sagt: „Frau A. zeigte wenig Verständnis für unser Eingreifen.“ Obwohl es sich nur um eine so genannte „weiche Droge“ handelt, verhängt das Schöffengericht acht Monate Freiheitsstrafe mit Bewährung.

Der Grund: Die Mutter habe die paar Gramm an eine Minderjährige abgegeben, das lasse die Tat schwerer wiegen. Als Bewährungsauflage muss Renate A. 1000 Euro an die Suchtstation der Caritas zahlen.

 

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