Schmalbrust-Löwen TSV 1860: Pleite gegen Meppen wirft Fragen auf

Schiedsrichterin Katrin Rafalski leitete die Partie zwischen Meppen und 1860. Foto: MIS/imago

Nach der Pleite von Meppen begeben sich die Sechzger auf Ursachenforschung. "Wir waren nicht präsent, Meppen war griffiger", sagt Coach Bierofka. Spielmacher Moll meint: "Uns fehlte die breite Brust."

München - Gequält sah es aus, das Grinsen von Quirin Moll auf dem Weg in die Isarauen. An der Seite von Torjäger Sascha Mölders schritt der Spielmacher gestern als erster Spieler aus dem Kabinentrakt des TSV 1860 zur Laufeinheit. Nach dem 0:1 vom Vortag beim SV Meppen wusste Moll: Die Löwen sind nicht mehr im Soll.

Die Niederlage fast an der niederländischen Grenze wirft die ein oder andere Frage auf bei den Sechzgern. Warum reichte es – im Gegensatz zu teils guten bis soliden Leistungen in allen vorherigen Spielen – in Meppen nicht einmal zu einem ordentlichen Auftritt?

TSV 1860 München: Das Selbstvertrauen sinkt

"Wir wussten, dass uns ein hart umkämpftes Spiel erwartet, waren darauf eingestellt, haben es aber in gewissen Situationen nicht gut genug angenommen. Das müssen wir uns vorwerfen", sagte Moll und versuchte sich in der Ursachenforschung, warum die Sechzger diesmal selbst die Grundtugenden vermissen ließen. Seine Einschätzung: "Im Endeffekt war es nicht zwingend genug. Auch fehlte uns die breite Brust."

Unter dem Strich stehen somit auch nach elf Spieltagen die 13 schon zuvor eingefahrenen Punkte, mit dem Tabellenplatz sinkt auch das Selbstvertrauen der Schmalbrust-Löwen.

Mauersberger-Verletzung machte den Match-Plan kaputt

Trainer Daniel Bierofka hatte im Ansinnen, nach vielen liegengelassenen Punkten vor der Länderspielpause mit einem Auswärts-Dreier für etwas Wohlgefallen zu sorgen, eine Umstellung vorgenommen. Sein Plan, gegen robuste, mit vielen langen Bällen agierende Meppener ein Abwehrbollwerk um Routinier Jan Mauersberger zu errichten, ging nicht zuletzt wegen der frühen Verletzung des Innenverteidigers schief.

"Er hätte uns sehr gutgetan, dann mussten wir wechseln und Christian Köppel hat sein erstes Spiel in der Dritten Liga gemacht", erklärte Bierofka – ohne Mauersberger gingen nicht nur die Lufthoheit und der ursprüngliche Plan flöten, Debütant Köppel legte zu allem Überfluss auch noch im eigenen Strafraum für Meppens Torschütze Hassan Amin auf. Mal wieder Lehrgeld, mal wieder ein Gegentor (1860 spielte bisher nur ein Mal zu Null) mal wieder keine Punkte.

Chancenverwertung lässt zu Wünschen übrig

Neben der Tatsache, dass mit Standard-König Phillipp Steinhart (sieben Assists) in der Offensive Sechzigs größte Waffe fehlte, bemängelte Bierofka einmal mehr die Chancenverwertung. "Sascha Mölders hatte eine gute Aktion, die er leider nicht macht", sagte der Coach – auch ihm dürfte nicht entgangen sein, dass gerade Mölders in den vergangenen Partien einige dicke Chancen ausgelassen hatte.

Eine hundertprozentige Trefferquote kann kein Trainer der Welt voraussetzen, doch was Bierofka ebenfalls vermisste, gibt zu denken: "Wir waren nicht mehr präsent, Meppen war griffiger in den Zweikämpfen."

Herbert Paul: "Uns hat die Gier gefehlt"

Für Rechtsverteidiger Herbert Paul waren es "die letzten fünf Prozent", die Sechzig nicht abrufen konnte: "Uns hat die Gier gefehlt. Zurzeit klappt es einfach nicht: Hinten bekommen wir blöde Gegentore, vorne machen wir die Dinger nicht rein."

Damit sich die Lage nicht weiter zuspitzt und das Tabellenende (nur noch zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz) noch näher rückt, sollte nicht nur im Totopokal-Viertelfinale am Mittwoch (19.30 Uhr) bei Regionalligist TSV Buchbach ein Sieg her. Auch am 20. Oktober bei Schlusslicht Eintracht Braunschweig, im Duell der Löwen. Dabei wird es nicht zuletzt darauf ankommen, welche Löwen dann die breitere Brust haben.

 

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