Schlammschlacht mit Gladbach Michael Cuisance beim FC Bayern: Top-Talent mit Skandal-Potential?

Neuzugang beim FC Bayern: Michael Cuisance. Foto: imago/Jan Huebner

Mit Michael Cuisance verpflichtet der FC Bayern ein vielversprechendes Talent für die Zukunft, das gleichzeitig leichtes Skandal-Potential birgt.

 

München - Zurückhaltend, schüchtern, ruhig: So präsentierte sich Bayern-Neuzugang Michael Cuisance am Wochenende bei der Vertragsunterschrift an der Säbener Straße. Auf den ersten Blick sieht der 20-Jährige aus wie der Liebling aller Schwiegermütter, doch Cuisance hat schon einiges auf dem Kerbholz.

Cuisance verursachte Verkehrsunfall

Bereits vor einem Jahr sorgte Cuisance abseits des Fußballplatzes für Negativ-Schlagzeilen: Im August 2018 wurde der Franzose in Mönchengladbach ohne gültigen Führerschein am Steuer seines Audis erwischt. Gegen den darauffolgenden Strafbefehl legte er Einspruch ein. Am Tag vor der Verhandlung am Amtsgericht Mönchengladbach nahm sein Verteidiger den Einspruch jedoch zurück. Cuisance bekam eine Geldstrafe in Höhe von 30 Tagessätzen à 350 Euro (10.500 Euro).

Wenige Monate zuvor, im Februar, verursachte der damals 18-Jährige sogar einen Verkehrsunfall auf der A52. Kurz vor dem Autobahnkreuz Neersen (Nordrhein-Westfalen) fuhr Cuisance auf ein Stauende auf – eine Person wurde dadurch schwer verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der Fußballer selbst blieb unverletzt.

Doch auch auf dem Trainingsplatz soll der hochveranlagte Mittelfeldspieler nicht immer die beste Figur abgegeben haben. Wie die "SportBild" berichtet, trainierte Cuisance beim Borussia Mönchengladbach teilweise mit offenen Schnürsenkeln, um seine Lustlosigkeit unter Beweis zu stellen. Wenn sich ein Mitspieler per Handschlag für ein Foul entschuldigen wollte, soll er sich außerdem weggedreht haben.

Cuisance in Gladbach: Erst top, dann Flop

Hat sich der deutsche Rekordmeister also einen Problem-Profi nach München geholt?

Zumindest auf dem Platz konnte Cuisance in der Vergangenheit schon überzeugen – vor allem in seiner ersten Saison in Gladbach spielte er, trotz teils sehr eigensinniger Spielweise, groß auf – wurde von den Fans gar zum "Spieler der Saison" gewählt. Die vergangene Saison, Cuisances zweite Spielzeit bei den "Fohlen", verlief dann jedoch weniger erfolgreich. Er kam immer seltener zum Einsatz, spielte nur einmal über die vollen 90 Minuten.

Trotzdem soll der junge Franzose bei den Gladbach-Bossen im Sommer forsch einen Stammplatz unter dem neuen Trainer Marco Rose gefordert haben – und das trotz der großen Konkurrenz im zentralen Mittelfeld der Borussia.

Manager Max Eberl winkte ab. "Es war überraschend, dass er diesen Wunsch geäußert hat, bevor er nur einmal mit dem neuen Trainer gesprochen hat. Ich bin jetzt zehn, elf Jahre Sportdirektor. Es ist das erste Mal, dass es so war", sagte Eberl dazu zuletzt.

In den letzten Wochen folgte deswegen eine regelrechte Schlammschlacht, die mit dem Transfer zum FC Bayern ihren Höhepunkt fand. Um "böses Blut" zu vermeiden, habe Eberl selbst dem gefrusteten Franzosen einen Wechsel nahegelegt

"Für uns war der Transfer unabdingbar. Ich hatte den Eindruck, dass die Borussia für ihn zu klein geworden ist", meinte Rose am vergangenen Samstag, kurz nachdem der Transfer offiziell gemacht wurde. Cuisance habe zuletzt "einige Verhaltensweisen an den Tag gelegt, die er bei seinem neuen Arbeitgeber sicher nicht an den Tag legen wird". Der FC Bayern sieht das natürlich anders: Sportdirektor Hasan Salihamidzic sprach ihm bei der Vorstellung eine "Top-Mentalität" zu.

Es bleibt abzuwarten, ob sich Cuisance in München auch weiterhin zurückhaltend und schüchtern präsentieren wird. Dass der 20-Jährige auch eine andere Seite hat, ist spätestens seit dem unrühmlichen Abgang aus Gladbach klar.

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