Schadenersatzklage möglich DFB hofft auf grünes Licht für Akademie-Bau

Die DFB-Oberen bei der Vorstellung der Akademie-Pläne im Juni 2015. Foto: imago/Eibner

Im Streit um den Neubau der DFB-Akademie wird am Donnerstag das Oberlandesgericht Frankfurt das vielleicht entscheidende Urteil fällen. Bei einem Scheitern droht der DFB mit einer hohen Schadenersatzforderung.

 

Frankfurt/Main - Der deutsche Fußball hofft auf die endgültige Freigabe für sein "Leuchtturmprojekt" - die Pferdefreunde aber denken offenbar schon an die Platzierung der nächsten juristischen Hürde für den Weltmeister-Verband.

Wenn am Donnerstag ab 9.00 Uhr im Saal 5 des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt das Urteil in der Sache "Frankfurter Renn-Klub gegen Stadt Frankfurt" gesprochen wird, herrscht beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Stadtwald höchste Anspannung.

Nach einem fast zwei Jahre andauernden Rechtsstreit wird die Vorsitzende Richterin Annette Boerner verkünden, ob der Renn-Klub das Gelände der Galopprennbahn in Niederrad nach einer Kündigung der Stadt räumen muss - zugunsten des geplanten Baus der 140 Millionen Euro teuren DFB-Akademie.

Fünf Millionen Euro Investitionen schon vor dem Bau

Nach Informationen der Frankfurter Rundschau will der Weltmeister-Verband hohen Schadenersatz von der Stadt, wenn die Räumungsklage von der Zweiten Zivilkammer des OLG abgelehnt wird. Das Blatt spekuliert mit einer Forderung von drei bis fünf Millionen Euro.

Bereits bis zum jetzigen Zeitpunkt soll der DFB über fünf Millionen Euro in das Projekt investiert haben - ohne dass der Bau überhaupt offiziell begonnen hat. Das Gelände südlich des Mains hätte bereits am 1. Januar 2016 übergeben werden sollen.

Ungeachtet der Spekulationen im Fall eines Scheiterns strahlte DFB-Präsident Reinhard Grindel zuletzt Zuversicht aus: "Wir haben die klare Priorität und den Willen, die Akademie dort zu bauen", sagte der 55-Jährige jüngst und betonte: "Wir haben die Hoffnung, die Rechtssicherheit zu erhalten und auf alternative Standorte verzichten zu können."

Pferdefreunde wollen alle rechtlichen Mittel ausschöpfen

Aus Sicht des Verbandes wird bei einem juristischen Erfolg der Stadt auch immens wichtig sein, ob das Frankfurter Gericht eine Revision des Renn-Klubs beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe zulässt (Vollstreckungsschutz).

Die Pferdefreunde jedenfalls machen keinen Hehl daraus, dass sie ihre rechtlichen Mittel in vollem Umfang ausschöpfen wollen und nicht auf finanzielle Angebote der Stadt eingehen werden. "Für Geld haben wir diese ganze Sache nie gemacht", meinte Carl-Philipp zu Solms-Wildenfels, der Vize-Präsident des Renn-Klubs. Der Graf und seine Mitstreiter verweisen auf einen Mietvertrag mit der Stadt bis 2024. Über die Interpretation der Kündigungsklausel gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Ein Gang vor den BGH würde den Baubeginn des "Leuchtturmprojektes", wie Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff die Akademie nennt, in immer weitere Ferne rücken. Allerdings hat der DFB längst "Plan B" in der Tasche, nachdem man Alternativ-Grundstücke in Augenschein genommen hat - drei Areale sollen dabei besonders interessant sein.

Auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag soll der Bau der Akademie final abgesegnet werden. Diese Veranstaltung kann aber erst terminiert werden, wenn die Justiz ihr finales Urteil gefällt hat.

"Vielleicht ist es faktisch unmöglich, den Pferderennsport in Frankfurt zu retten", hatte die Vorsitzende OLG-Richterin Boerner im Verlauf der Verhandlung gesagt und an beide Parteien appelliert, sich doch noch zu einigen. Ohne Erfolg.

Selbst wenn der Klub alle Verfahren gewinnen sollte, sei es "schwer vorstellbar, ohne die Unterstützung einer völlig verärgerten Stadt, die Galopprennbahn weiter zu betreiben", fügte Boerner an.

 

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