Sarfati Nebenrolle für das Entrecôte

Die charmante Kellnerin Sophie serviert im Sarfati nicht nur italienische Küche, sondern auch eine Auswahl bester Öko-Weine. Foto: Gregor Feindt

Das Sarfati im Westend bietet italienische Spitzenküche. Doch die wird neben den Öko-Weinen dort fast zur Nebensache.

 

Ein Besuch im Sarfati bringt im Wesentlichen diese eine Erkenntnis: Auch ein Entrecôte kann schnell zur Nebensache werden, wenn man sich in diesem Restaurant an die Weinempfehlungen auf der Karte hält.

Das Sarfati ist kein gewöhnliches Restaurant. Dass es dort auch etwas zu essen gibt, ist, wenn man so will, ein sehr erfreulicher Zufall. Das Risotto alla milanese (16 Euro) oder der Oktopus mit geröstetem Mangold (21 Euro) sind hier allerdings nur Beiwerk. In erster Linie geht es um die Weine, um den Fontananera aus Ligurien (4 Euro) oder den Chianti von dem kleinen Weingut Colombaia, die beispielsweise beide zum Entrecôte (25Euro) empfohlen werden.

Die Weine im Sarfati stammen von 80 verschiedenen Produzenten, vor allem italienischen und französischen, die allesamt, wie es „vini naturali”, der Beiname des Restaurants, schon sagt, auf chemische Hilfsmittel verzichten und bei der Gärung nur Naturhefen einsetzen.

Das Konzept – Öko-Weine plus hochwertige Küche–hat Stefano Sarfati entwickelt, ein ehemaliger IBM-Mitarbeiter, der vor sechs Jahren genug hatte vom Bürojob und sich den schönen Seiten des Lebens zugewandt hat.

In Rom gehört Sarfati eine Vinothek. In Mailand betrieb er bis vor Kurzem in einer historischen Buchhandlung zudem eine kleine Weinbar. Als der Buchhandel schließen musste, machte dort auch Sarfati zu. Als Ersatz hat er vor knapp einem Monat in München sein Restaurant eröffnet.

Das Sarfati besticht durch die gleiche schlichte Eleganz wie das Vorgängerlokal, auch ein Italiener. Eine Mailänder Innenarchitektin hat das Restaurant lediglich noch mit italienischer Handwerkskunst und geschwungenen Designer-Lampen veredelt. Geblieben ist aber zum Beispiel die Bar. Dort kann man sich auch nur mal schnell auf einen Käseteller und ein Gläschen Wein niederlassen. Eigentlich sollte man sich im Sarfati aber ein bisschen Zeit nehmen: Der Geschäftsführer dort entstammt der italienischen Slow-Food-Bewegung, der Küchenchef hat bei Italiens erstem Drei-Sterne-Koch gelernt. Und bei einem Gläschen Wein allein bleibt es im Sarfati ohnehin eher selten.

Kazmairstraße 28, Mo. bis Sa. 11.30-14.30 Uhr und 18-23 Uhr, Tel. 45 23 78 67

 

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