Sanktionen für die Ultras? "Stadionverbot ist kein Problem"

Manuel Neuer: Auf Tuchfühlung mit den Fans. Foto: firo/augenklick

Der Konflikt zwischen dem FC Bayern und den Ultras, die Manuel Neuer brüskieren, schwelt weiter. Müssen die Neuer-Kritiker mit Sanktionen rechnen? Die AZ bat Evelyne Menges, Anwältin für Vereinsrecht in München, um ihre Einschätzung.

AZ: Karl-Heinz Rummenigge droht den Ultras mit Sanktionen. Es sei aber nur bedingt möglich, „gegen diese Personen juristisch vorzugehen. Die Problematik liegt im Detail, da sie nicht mal Mitglied bei uns sind“. Worauf spielt Rummenigge an?

EVELYNE MENGES: Er könnte das so meinen: Mitglieder könnte man leichter identifizieren, um dann eine ganze Gruppe auszuschließen.

Also ein Stadionverbot?

Ja, ein Stadionverbot dürfte an sich kein Problem sein. Denn der Hausherr hat das Recht zu bestimmen, wer ins Stadion darf und wer nicht. Problematisch wird es nur, wenn man Ross und Reiter nicht benennen kann, sprich nicht weiß, welche Personen hinter einer Gruppe im Einzelfall stehen.

 

Welche Hürden gibt es noch?

Bei Verhängung von Vereinsstrafen sind die Betroffenen vorher anzuhören. Das heißt, man müsste jeden einzeln auffordern, sich zu rechtfertigen.

Warum ist der Rauswurf aus dem Verein problematisch?

In der Praxis ist ein Vereinsausschluss oft schwierig durchzusetzen. Es muss vereinsschädigendes Verhalten oder Ähnliches vorliegen. Im Einzelfall gilt es abzuwägen. Handelt es sich bei den mutmaßlichen Pöbeleien um freie Meinungsäußerung oder etwa um Schmähkritik.

 

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