Giftiger Oberbürgermeister SPD-Parteitag: Dieter Reiter schießt sich auf die Grünen ein

, aktualisiert am 25.11.2018 - 18:42 Uhr
Oberbürgermeister Dieter Reiter zeigt beim Parteitag, dass er sich beim Wahlkampf auf die Grünen einschießen will. Foto: Daniel von Loeper

Beim Parteitag der SPD zeigt der OB, wen er im Wahlkampf besonders attackieren will.

 

München - Rot und Grün – die haben sich eigentlich mal sehr gut verstanden. Seitdem die Grünen den Roten bei wichtigen Wahlen aber massiv Stimmen abspenstig machen, ist man bei den Roten nicht mehr sonderlich gut zu sprechen auf die Grünen.

Oberbürgermeister Dieter Reiter machte am Samstag beim Parteitag seiner SPD jedenfalls keinen Hehl daraus, wer sich im Kommunalwahlkampf 2020 besonders auf Attacken gefasst machen muss: natürlich die Grünen. Solch Widersprüchlichkeit wie im Hambacher Forst - erst die Abholzung genehmigen und sich dann an die Bäume ketten - könnten sich nur die Grünen ungestraft erlauben, giftete Reiter.

Oder Winfried Kretschmann, der baden-württembergische Ministerpräsident aus der Daimler-Stadt Stuttgart: Der habe sich in der Diesel-Debatte auch nie besonders lautstark zu Wort gemeldet. Dabei sei der Kampf gegen die Luftverpestung doch eigentlich eines der grünen Kernthemen schlechthin.

Grün, ökologisch, naturverbunden - das sei laut Reiter die SPD auch

Reiter will die Grünen in den nächsten Monaten deshalb immer wieder öffentlich zur Rechenschaft ziehen. Denn grün, ökologisch und naturverbunden – das sei die SPD auch. Vielleicht sogar mehr als die Grünen selbst, glaubt Reiter. Nur leider hätte die Öko-Partei diese Themen in der öffentlichen Wahrnehmung komplett für sich gepachtet.

Als Beispiele für die grüne Ausrichtung der SPD nannte Reiter den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Radweg-Offensive. Da habe die SPD in den vergangenen viereinhalb Jahren gemeinsam mit der CSU viel mehr zustande gebracht als in 20 Jahren Rot-Grün davor. Soll wohl heißen: Grün hat immer gebremst. Auch beim Thema Verkehrsberuhigung will Reiter den Grünen den Rang ablaufen. Die Dienerstraße zum Beispiel: "Ich sehe nicht, warum die nach dem Ende der Baustelle für die Zweite Stammstrecke wieder eine Autostraße werden soll", so Reiter. Im Gegenteil: Er sei für eine sukzessive Ausweitung der Fußgängerzone.

Reiter hat eine Theorie für den Grünen-Boom: Katharina Schulze

Natürlich hat Reiter auch eine Theorie, warum die Grünen zuletzt gar so geboomt haben: Katharina Schulze! Die Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl sei "jung, dynamisch, frisch, fröhlich" – offenbar alles Eigenschaften, die die Münchner mögen. Von diesem Kaliber brauche auch die SPD Leute in vorderster Reihe. "Keine reinen Showgirls und Showboys", schränkt Reiter ein. Sondern welche, die auch thematisch was draufhätten.

 

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