Röhre der Wiedervereinigung Englischer-Garten-Tram: Architekten werben für Tunnel

Die Auf- und Abfahrt einer U-Tram in der Thiemestraße. Foto: Grub+Lejeune

Tunnel-Tram im Englischen Garten: Die Architekten Grub und Lejeune werben im Bezirksausschuss für ihre Lösung der unendlichen Geschichte.

München - Seit Jahren diskutiert die Stadt, ob eine Tramlinie durch den Englischen Garten sinnvoll sein könnte. Zwischen Tivoli- und Thiemestraße fahren derzeit Busse. Sie sind die einzige Verbindung zwischen Schwabing und Bogenhausen.

Im Sommer 2018 frischte das Architektenpaar Petra Lejeune und Hermann Grub eine uralte Idee auf und visualisierte sie. Jetzt haben die bekannten Architekten ihren Vorschlag im Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel vorgestellt. "Schon in den 1920er Jahren wurde eine unterirdische Tram angedacht", beginnen sie ihren Vortrag am Dienstagabend.

Der BA hatte die beiden noch im vergangenen Jahr eingeladen, die Details für Münchens erste U-Tram bei nächster Gelegenheit vorzustellen, die alle Probleme auf einmal lösen sollte. "Eine endgültige politische Entscheidung ist ja noch nicht gefallen, daher wollten wir uns im BA das Konzept einer U-Tram persönlich anhören", sagt Wolfgang Püschel, Vizevorsitzender des BA.

Tausende Fußgänger und Radfahrer queren

Lejeune und Grub sind in der Stadt durchaus bekannt. Sie haben schon einige wichtige Münchner Projekte gestartet und betreut. Ihre Tram-Idee ähnelt einem ihrer berühmtesten Konzepte: Die Untertunnelung des Mittleren Rings, dort, wo er durch den Englischen Garten führt (Baubeginn 2023). Eine U-Tram hätte einen ähnlichen Effekt wie der Tunnel am Ring. Er würde den Englischen Garten auch hier wieder vereinen.

Eine überirdische Tram-Lösung halten die beiden Architekten sozusagen für unterirdisch. "An einem Samstag im Mai wurden auf der Strecke zwischen Tivoli- und Thiemestraße 5.303 Fußgänger und 6.116 Radfahrer auf der Strecke gezählt", sagt Lejeune am Dienstagabend, "an mindestens zehn Stellen im Garten wird die Strecke gequert.

Bei einer überirdischen Tram wäre es daher unvermeidbar, Umlaufsperren einzurichten, damit Fußgänger und Radfahrer sicher über die Strecke kommen." Und solche Eisenstangen im Englischen Garten seien nun mal nicht sonderlich hübsch.

Kein Verkehr an der Oberfläche

45 Millionen Euro veranschlagen die beiden für eine Untertunnelung des E-Gartens an dieser Stelle. Die batteriebetriebene Tram würde auf der neuen, zwei Kilometer langen Strecke etwa einen Kilometer unterirdisch fahren, von Ost nach West am Chinesischen Turm untertauchen, an der Thiemestraße wieder auftauchen und bis zum Elisabethmarkt führen.

Ein großer Vorteil: Auch Busse könnten unterirdisch fahren. Oberhalb wäre kein motorisierter Verkehr mehr. Laut Lejeune hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eine Machbarkeitsstudie zugesichert.

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