Riva Schwabing Nach dem großen Bums

Im „Riva“ sieht es zwei Monate nach der Sprengung der Bombe wieder so aus wie vorher. Nur die Deckenverkleidung ist neu. Foto: Petra Schramek

Zwei Monate nach der spektakulären Sprengung einer Fliegerbombe hat das „Riva Schwabing“ in der Feilitzschstraße wiedereröffnet. Ganz beseitigt sind die Spuren allerdings immer noch nicht.

 

Von Panik kann nicht die Rede sein. Als die Feuerwehr Andreas Salger am frühen Nachmittag des 27. August bat, das „Riva“ um 17 Uhr zu schließen, weil man drüben in der Baugrube eine alte Fliegerbombe gefunden habe, ließ er seine Gäste erst einmal austrinken. Er tat, wie ihm befohlen wurde, und sperrte ab wie an jedem Abend – in dem Glauben, bald wieder öffnen zu können. „Doch dann durften wir gar nicht mehr rein“, erinnert er sich.

Knapp 30 Stunden später erlebte Schwabing einen mächtigen Bums, der für Geschäftsleute in der Feilitzschstraße zur Katastrophe wurde. Die Holzplanken, die die Feuerwehr noch eilig vor dem Riva aufgebaut hatte, absorbierten zwar einen Teil der Druckwelle, aber eben nur einen Teil. Scheiben zerbarsten, Rahmen wurden aus ihrer Verankerung gerissen, Tische flogen durch das Lokal und Flaschen, gefüllt etwa mit Balsamico-Öl – was ziemlich unschöne Flecken hinterlässt.

„Wir mussten den Bodenbelag komplett abziehen und sanieren“, sagt Salger, der das Riva für die Unternehmensgruppe „Kull & Weinzierl“ mitführt. Schlimmer war, dass die Druckwelle auch durch die Lüftungsschächte donnerte, so dass die Anlagen ersetzt werden mussten. Gesamtschaden: ein sechsstelliger Betrag.

Fast genau zwei Monate später hat das Riva am Samstag wiedereröffnet. Auf den ersten Blick ist von den Bombenschäden nicht mehr so viel zu sehen. Zwei Scheiben der äußeren Glastür sind allerdings noch nicht ersetzt worden.

Die größte Veränderung findet sich denn auch auf der Karte. Salger setzt neben den Pizzen (7,75 bis 16,75 Euro) auf eine traditionelle, saisonal wechselnde Küche. Im Winter gibt es herzhafte Speisen aus Norditalien, etwa eine Wirsingkohlsuppe aus Canavese für 4,90 Euro, ein Brasato di Vitello (vom Kalb) mit Polenta für 16,50 Euro oder ligurische Trofie mit Edelkastanien und Perlhuhn für 10,50 Euro. 28 Weine stehen zur Auswahl für 23,50 bis 69 Euro die Flasche.

Die neue Speisekarte liest sich gut, doch gefällt sie auch den Gästen? Andreas Salger bereitet die Frage noch Sorgen. „Schwabing ist ein Haifischbecken, was Gastronomie betrifft“, sagt er – und gibt sogleich Entwarnung: Schon am Eröffnungssamstag war das Riva wieder ausgebucht.


Feilitzschstraße 4, tägl. 11.30 – 1 Uhr (warme Küche bis 23 Uhr), www.riva-schwabing.de, Tel. 309051808

 

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