Rettung in letzter Sekunde Vom Handy abgelenkt: Mann in U-Bahn-Gleis gestürzt

, aktualisiert am 23.06.2016 - 17:24 Uhr
Per Nothalt musste die einfahrende U-Bahn gestoppt werden. Foto: dpa

Die tragischen Meldungen häufen sich und immer ist es derselbe Grund: Abgelenkt vom Blick ins Handy begeben sich Fußgänger in Lebensgefahr. Sie übersehen die herannahende Tram oder den Bus. In Giesing stürzte ein Mann in das Gleis der U-Bahn.

 

Giesing – Großes Glück im Unglück hatte ein 31-jähriger Münchner am Mittwoch. Während der Mann auf die U-Bahn in Richtung Hauptbahnhof wartete, war er mit seinem Handy beschäftigt. Er sah auf sein Smartphone, ging aber währenddessen auf dem Bahnsteig hin und her. Der Mann war durch sein Handy offensichtlich so abgelenkt, dass er nicht merkte, dass er zu nah an die Bahnsteigkante geriet.

In dem Moment, als er sein Smartphone in die Hosentasche stecken wollte, verlor er das Gleichgewicht und stürzte hinunter aufs Gleis.

Ein Unternehmensberater (29), der ebenfalls auf die U-Bahn wartete, reagierte geistesgegenwärtig: Er rannte zu einer SOS-Säule, in der ein Nothalt integriert ist und drückte den Alarmknopf. „Vorbildlicher hätte er sich nicht verhalten können“, sind sich Polizei und Münchner Verkehrsbetriebe (MVG) einig.

Durch die Alarmierung konnte die U-Bahn, die sich bereits näherte, im Tunnel automatisch gestoppt werden. Rund 100 Meter vor dem i Mann blieb sie stehen. Zeitgleich kam ein anderer Passant dem Münchner zu Hilfe. Er zog den 31-Jährigen wieder nach oben auf den sicheren Bahnsteig.

Verunglückter kommt mit leichten Verletzungen davon

Der Unglückliche hatte sich bei dem Sturz das Nasenbein gebrochen. Außerdem war er an der linken Hand verletzt. Doch der Münchner musste nur ambulant behandelt werden. Andere Menschen wurden nicht verletzt.

Polizei und Feuerwehr raten dringend davon ab, selbst ins Gleis zu springen, um einem anderen Menschen zu helfen – zu gefährlich! Polizeisprecher Markus Ellmeier: „Auch wenn der Nothalt bereits gedrückt wurde, ist nicht absolut sicher, dass die einfahrende U-Bahn rechtzeitig zum Stehen kommt.“

Abgelenkt durchs Handy

Erst vor wenigen Monaten ist in München eine 15-jährige Schülerin tödlich verunglückt. Julia B. hatte Anfang März auf der Landsberger Straße bei Rot die Trambahngleise überquert und dabei den herannahenden Zug nicht gehört. Auch auf das Klingeln des Trambahnfahrers reagierte sie nicht. Die 15-Jährige starb kurz nach ihrer Bergung im Krankenhaus.

 

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